Das ehemalige Gasthaus „Sternen“ in Denkingen steht im Mittelpunkt der jüngsten Gemeinderatssitzung. Die Gemeinde hat das Gebäude im Mai 2021 erworben, um dessen gastronomische Nutzung zu sichern. Architekt Tobias Nischt stellte nun eine Kostenschätzung für die bevorstehende Sanierung vor, die auf etwa 1,4 Millionen Euro geschätzt wird. Das ist kein Pappenstiel, aber die Investition könnte sich lohnen, denn das Ziel ist eine umfassende Modernisierung und vor allem eine barrierefreie Umgestaltung der Räume.
Wie die Schwäbische berichtet, ist die alte Konzession des Gasthauses mittlerweile erloschen, und in der Zwischenzeit wurden die Räumlichkeiten für die Kinderbetreuung genutzt. Für eine Wiederaufnahme des Gastbetriebs ist jedoch eine neue Nutzungsänderung erforderlich, was zusätzliche Umbauten nach sich ziehen wird. Zu den geplanten Maßnahmen gehören die barrierefreie Gestaltung der gastronomischen Bereiche, die Einrichtung eines Seiteneingangs für einen leichteren Zugang sowie die Erneuerung der Klima- und Ablufttechnik. Zudem sollen die WC-Anlagen über die Terrasse zugänglich gemacht werden und die Küchenabläufe neu geordnet werden.
Geplante Maßnahmen und finanzielle Perspektiven
Die Sanierungspläne umfassen auch die Renovierung der Fremdenzimmer im Obergeschoss oder deren Umgestaltung zu Wohnungen, wie finanzielle-foerdermittel.de ergänzt. Zudem werden energetische Sanierungsmaßnahmen durchgeführt und neue Boden- und Wandbeläge verlegt. Auch die Brandschutzanpassungen mit Sicherungstüren sind ein wichtiger Punkt in der Planung. Der Gemeinderat nahm die Kostenschätzung mit nur einer Gegenstimme zur Kenntnis und hat das Ingenieurbüro Zöphel beauftragt, die Wirtschaftlichkeit und Finanzierbarkeit des Projekts zu prüfen. Eine Investition von 1.428 Euro kommt hierbei in Betracht.
Ein entscheidender Faktor für die Sanierung sind die potenziellen Fördermittel, die der Gemeinde zur Verfügung stehen. Diese Förderprogramme sind besonders wichtig, um finanzielle Hürden für die Umsetzung der barrierefreien Maßnahmen zu überwinden. Barrierefreiheit ist nicht nur ein Thema für Denkingen, sondern ein gesamtgesellschaftliches Anliegen, das immer häufiger in den Fokus rückt. Die zunehmende Nachfrage nach barrierefreien Wohnungen und Zugangsmöglichkeiten zeigt, wie wichtig es ist, allen Menschen, einschließlich denen mit eingeschränkter Mobilität, die gleichberechtigte Teilhabe am Leben zu ermöglichen.
Fördermöglichkeiten für barrierefreies Bauen
Förderprogramme wie die KfW-Förderung „Altersgerecht Umbauen“ bieten immense Unterstützung: Hier sind Zuschüsse von bis zu 6.250 Euro oder Kredite bis zu 50.000 Euro pro Wohneinheit möglich. Auch die Aktion Mensch fördert konkrete Projekte zur Barrierefreiheit und Inklusion. So könnten auch die Umbauten im Gasthaus „Sternen“ von solchen Mitteln profitieren, was die Projekte für die Gemeinde wirtschaftlich tragbarer macht. Wie ohne-barrieren.de erläutert, sind auch regionale Fördermittel von großer Bedeutung, zum Beispiel aus Programmen wie „Barrierefrei Leben“ in Nordrhein-Westfalen.
Insgesamt zeigt sich, dass der Weg zur Umsetzung der ambitionierten Pläne für das Gasthaus „Sternen“ begleitend mit einer fundierten finanziellen Unterstützung geebnet werden kann. Der Gemeinderat will nun entscheiden, ob die Gemeinde selbst die Sanierung vornimmt und das Haus verpachtet oder ob ein privater Investor gesucht wird. Die bevorstehenden Entscheidungen und Entwicklungen bleiben also spannend.