Heute ist der 25.04.2026. In der schwäbischen Maschinenbaulandschaft tut sich einiges. Die Hermle AG, ansässig in Gosheim und Zimmern ob Rottweil, hat in den letzten Jahren trotz herausfordernder wirtschaftlicher Gegebenheiten eine bemerkenswerte Entwicklung durchgemacht. Mit einer Investition von insgesamt 90 Millionen Euro an den Standorten Gosheim und Zimmern ob Rottweil zeigt das Unternehmen, dass es auch in schwierigen Zeiten optimistisch in die Zukunft blickt.
Der Hauptsitz in Gosheim, wo rund 1200 Mitarbeiter beschäftigt sind, wird derzeit durch den Bau eines neuen Vorführzentrums aufgewertet. Dieses wird beeindruckende 100 Meter lang und 40 Meter breit sein, mit einem 4000 Quadratmeter großen Showroom, Schulungsräumen sowie 100 Büroarbeitsplätzen. Geplant sind zudem eine Kantine für 330 Mitarbeiter und mehrere Vortragsräume. Die Fertigstellung des Vorführzentrums ist bis zum Frühjahr 2027 angestrebt. Die alte Lehrwerkstatt musste weichen, um Platz für diese zukunftsweisende Investition zu schaffen. Im April 2023 fand bereits eine Hausausstellung im Rohbau des neuen Zentrums statt, die mit etwa 2500 Besuchern und 50 Ausstellern ein großer Erfolg war.
Herausforderungen und strategische Entscheidungen
Trotz des Wachstums in den letzten Jahren gibt es auch Herausforderungen zu meistern. Der deutsche Markt boomt nicht, und der Umsatzrückgang wurde prognostiziert. Dennoch konnte sich das Betriebsergebnis durch mehrere Großaufträge aus dem Ausland stabilisieren. Der Auftragseingang stieg im 4. Quartal 2025 um etwa 6 % auf 484 Millionen Euro, was auf die starke Position des Unternehmens im internationalen Geschäft hinweist. Im ersten Quartal 2026 zeigt sich allerdings eine verhaltene Entwicklung, da keine spürbaren Impulse erwartet werden.
Die Hermle AG hat sich vor sieben Jahren entschieden, die Blechfertigung in einen Nachbarlandkreis auszulagern. Am Standort Zimmern ob Rottweil wird Mineralguss für Maschinenbetten verwendet, was eine achtfach bessere Dämpfung bietet. Zudem werden 70 % der Bauteile für die Maschinen selbst gefertigt, was die Unabhängigkeit und Qualität der Produkte unterstreicht.
Ausbildung und Zukunftsperspektiven
Ein weiterer wichtiger Aspekt für die Hermle AG ist die Ausbildung junger Talente. Mit derzeit 140 Auszubildenden und Studierenden im Unternehmen, die Zahl sogar auf 132 gestiegen ist, zeigt das Unternehmen, dass es in die Zukunft investiert. Die Herausforderungen in der Branche, wie steigende Personalkosten und hohe Fixkosten durch den Standortausbau, stellen jedoch einen ständigen Druck dar. Der Konzernumsatz stagnierte im Jahr 2024 bei 363,8 Millionen Euro, was einem Rückgang von 4,5 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die Exportquote liegt jedoch weiterhin bei soliden 62,9 %.
Die Hermle AG sieht sich trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage gut aufgestellt für zukünftige Projekte und mögliche Aufschwünge. Mit der Neubesetzung in der Geschäftsführung, wo Kai Bacher seit dem 1. Januar im Vorstand ist und Benedikt Hermle ab dem 1. November neuer Vorstandsvorsitzender wird, sind die Weichen für eine weiterentwickelte Unternehmensstrategie gestellt. In Zeiten des Wandels bleibt die Hermle AG ein zentraler Akteur im Maschinenbau und zeigt mit ihren Investitionen, dass sie die Herausforderungen der Zukunft aktiv angeht.