In den aktuellen Diskussionen um die Haushaltsplanungen in den Landkreisen Tuttlingen und Konstanz zeigt sich ein klares Bild der finanziellen Herausforderungen. Der Entwurf des Kreishaushalts für Tuttlingen sieht Aufwendungen von 316,7 Millionen Euro und ein bisschen mehr an Erträgen, nämlich 317,7 Millionen Euro, vor. Das ergibt einen kleinen Überschuss von fast einer Million Euro, ganz im Sinne von Schwäbische.de. Doch wie gehen die Verantwortlichen damit um?
Die Verschuldung im Landkreis Tuttlingen soll von 30,7 Millionen Euro auf 27,8 Millionen Euro gesenkt werden. Ein erfreuliches Vorhaben! Zudem sind Investitionen in Höhe von 15,8 Millionen Euro geplant, und das ganz ohne neue Schulden aufzunehmen. Größtenteils werden diese Investitionen – etwa 13,25 Millionen Euro – aus Rücklagen finanziert.
Investitionen und Herausforderungen
Unter den geplanten Ausgaben sticht vor allem die Erweiterung der Johann-Peter Hebel-Schule, der Neubau der Werkstätten an der Ferdinand-von-Steinbeis-Schule und die Sanierung des Gesundheitszentrums in Spaichingen hervor. Für die kommenden Jahre sind darüber hinaus weitere Investitionen von insgesamt 61,6 Millionen Euro im Plan, wobei die Verschuldung bis 2029 an die 58,2 Millionen Euro erreichen soll. Die Liquidität wird bis Ende 2027 sogar auf das gesetzliche Minimum aufgebraucht sein, was Fragen aufwirft.
Die Diskussion über den Haushaltsentwurf wird in den nächsten Wochen in den Ausschüssen des Kreistags Platz finden, mit dem Ziel, am 15. Januar 2026 die endgültige Verabschiedung zu erreichen. Im Sozialhaushalt gibt es einen Anstieg um 3 Millionen Euro, was die Bedeutung des Sozialbereichs untermauert. Die größte Ausgabe fällt auf die Eingliederungshilfe, die etwa 34,5 Millionen Euro in Anspruch nimmt. Zudem gibt es ein erhebliches Defizit im Öffentlichen Personennahverkehr von rund 12,7 Millionen Euro.
Interessante Parallelen sind beim Südkurier zu finden, wo Landrat Zeno Danner den zukünftigen Haushaltsentwurf für 2026 mit einem Rekordvolumen von 585 Millionen Euro vorlegt. Hier wird die Kreisumlage noch höher ausfallen und in den kommenden Jahren weiter steigen. Der Hebesatz soll von 34% im Vorjahr auf 36,35% angehoben werden, was nochmals unterstreicht, dass die Gemeinden und Städte einen größeren Anteil tragen müssen.
Steigende Kosten und Personalabbau
Der Landkreis Konstanz plant zudem, trotz eines Stellenabbaus von 21 Arbeitsplätzen, einen Anstieg der Personalkosten um 4,5 Millionen Euro. Dies wirft die Frage auf, wo das Einsparpotenzial verborgen liegen soll. Der größte Kostenblock bleibt der Bereich Soziales und Gesundheit mit einem Mehrbedarf von 24,3 Millionen Euro. Hierzu kommt auch der Gesundheitsverbund (GLKN), für den ein Liquiditätszuschuss von bis zu 16 Millionen Euro angepeilt ist.
Was die finanzielle Basis angeht, ist es spannend zu wissen, dass die Kommunen über eigene Steuern, Gebühren und Abgaben finanzielle Mittel generieren dürfen, wie es die Informationen des Wikipedia-Artikels zu Kommunalfinanzen verdeutlichen. Diese Einnahmen sind für die Kommunen überlebenswichtig und unterliegen oftmals vielen Regulierungen. Die finanziellen Mittel aus der Kreisumlage sind dabei nicht zu unterschätzen, da sie für Städte und Gemeinden rund 198 Millionen Euro betragen.
Die finanzielle Lage der landwirtschaftlichen Kommunen ist in der Tat schwierig und wird in den kommenden Jahren zu einer stärkeren finanziellen Beteiligung der Gemeinden führen müssen, während gleichzeitig der Druck steigt, soziale Dienstleistungen aufrechtzuerhalten und auszubauen.