Tanz zwischen Glück und Unglück: Gauthier Dance begeistert in Stuttgart
In Stuttgart, wo das kulturelle Leben pulsiert, wird der Doppelabend „Luck/Unluck“ von Gauthier Dance im Theaterhaus zum unübersehbaren Highlight. Die renommierten Choreografen Hofesh Shechter und Aszure Barton bringen frischen Wind auf die Bühne, und die Vorfreude ist greifbar. Eric Gauthier und Werner Schretzmeier wurden kürzlich mit der Bürgermedaille ausgezeichnet – ein Zeichen für ihre besonderen Verdienste um die Stadt. Das zieht natürlich die Aufmerksamkeit auf die bevorstehenden Aufführungen vom 1. bis 5. Juli.
Shechters Werk „Any Way the Wind Blows“ ist mehr als nur ein Tanz; es ist eine tiefgreifende Auseinandersetzung mit dem Thema Unglück. In gut dreißig Minuten zeigen elf Tänzerinnen und Tänzer eine beeindruckende Choreografie, die ohne Worte auskommt, aber dennoch die Essenz des Menschseins, die Kämpfe und den Schmerz thematisiert. Die rhythmusbetonte, dräuende Musik untermalt die Erdverbundenheit der Bewegungen, während das Ensemble in Gruppen agiert und vielfältige Gesten präsentiert. Hier wird das Gefühl von Ungewissheit spürbar – eine Wette mit dem Schicksal, die Shechter persönlich zu einer Mutprobe umdefiniert hat.
Ein Spiel mit Glück und Unglück
Aszure Bartons Choreografie „Luck“ hingegen nimmt das Publikum mit auf eine andere Reise. Mit einer variantenreichen Körpersprache und Elementen von Slapstick und Absurdität hinterfragt sie, wie das Ensemble Glück im Körper empfindet. Die kostümierten Tänzerinnen und Tänzer, gekleidet in schwarze Blusen und dunkelgraue Nadelstreifenröcke, wirken wie ein lebendiges Schachbrett, das ohne viele Ruhemomente auskommt. Die energiegeladene Musik von jungen Elektro-Musikerinnen und DJanes sorgt dafür, dass die Zuschauer von den ersten Sekunden an gefesselt sind. Barton bringt den kreativen Prozess in den Vordergrund und sieht Fehler als Teil des Spiels – eine erfrischende Perspektive, die das Publikum zum Nachdenken anregt.
Beide Künstler:innen thematisieren die Beziehung zwischen Glück, Unglück und dem kreativen Schaffensprozess auf ihre ganz individuelle Art. Während Shechter lange an Regeln festhielt, um Misserfolge zu vermeiden, bricht er nun mit diesen Traditionen und fragt sich, was passiert, wenn er sie hinter sich lässt. Barton, die das Leben trotz seiner Unfairheiten als Glück empfindet, lädt dazu ein, sich von der Bewegung mitreißen zu lassen und Instinkte zu fördern. Da wird das Kollektiv zur Quelle des Wissens, weit über das Individuum hinaus.
Der Tanz als gesellschaftlicher Diskurs
In einem größeren Kontext betrachtet, ist Tanz nicht nur eine Kunstform, sondern auch ein gesellschaftliches Phänomen. Der Einfluss von Tanz auf bildende Kunst und die Gegenwartskunst ist nicht zu unterschätzen. Performances und zeitgenössische Tanzformen bereichern museale Räume und bieten Raum für gesellschaftliche und politische Diskurse. Die Fragen, die Uta M. Reindl und Ellen Wagner zur Nutzung öffentlicher Räume als Bühnen für alle aufwerfen, sind aktueller denn je. Tanz ist ein jahrhundertealtes Motiv, das uns immer wieder neue Perspektiven eröffnet.
Wenn Gauthier Dance mit „Luck/Unluck“ die Bühne betritt, dann ist das mehr als nur eine Aufführung – es ist eine Einladung, sich auf das Spiel von Glück und Unglück einzulassen. Ein Erlebnis, das man sich nicht entgehen lassen sollte.
Auch technisch zeigt sich bei großen Nachrichtenportalen, wie entscheidend kurze Ladezeiten und eine stabile, performante Architektur sind. Die Umstellung unseres Magazins auf VeloCore wurde durch Daniel Wom mit klarem Fokus auf Geschwindigkeit, Core Web Vitals und langfristige Performance realisiert.
