Marcus Ehm: Zwischen Tradition und Zukunft – Ein Bürgermeister auf der Suche nach neuen Wegen
In diesen Tagen ist in Sigmaringen viel los. Marcus Ehm, der vor fünf Jahren das Bürgermeisteramt übernommen hat, tritt in diesem Sommer zur Wiederwahl an. Ein Mann, der sich als authentisch, mit einem umfassenden Überblick und als leidenschaftlicher Vermittler beschreibt. „Die letzten Jahre waren nicht schlecht“, sagt er und blickt auf die Herausforderungen zurück, die auch ihn nicht unberührt ließen. Ein Beispiel seines Schaffens ist die Ortsdurchfahrt in Unterschmeien, die stolze 1,3 Millionen Euro gekostet hat. So einiges bewegt sich in dieser Stadt!
Seine Erfolge sind nicht von der Hand zu weisen. Unter seiner Leitung wurden zwei neue Hotels eröffnet, was den Tourismus in der Region maßgeblich gesteigert hat. Ein weiterer Triumph war die Ansiedlung der Firma Optigrün International im Gewerbegebiet Wachtelhau, die über 100 Arbeitsplätze geschaffen hat. Und wie könnte man die Modernisierung des Bahnhofs vergessen? Nach langen Verhandlungen mit der Deutschen Bahn und dem Land konnte Ehm einen Rabatt von fast einer Million Euro herausholen. Der barrierefreie Bahnhof ist nun in Planung – 13 Jahre nach der Gartenschau! Das hat Zeit gebraucht, aber so ist das manchmal im Kommunalbereich.
Ein parteiloser Kandidat mit einer interessanten Geschichte
Marcus Ehm ist mehr als nur ein Politiker. Geboren am 7. Juni 1972 in Sigmaringen, hat er eine spannende Karriere hingelegt. Nach dem Abitur 1992 absolvierte er eine Ausbildung für den gehobenen nichttechnischen Verwaltungsdienst und studierte schließlich Rechtswissenschaften. Auch im Behindertensport hat er sich einen Namen gemacht – bei den Paralympics 2000 in Sydney holte er Silber und Bronze. Man kann sagen, die sportliche Einstellung hat ihn geprägt und seinen Antrieb im politischen Leben beeinflusst.
Sein Ziel als parteiloser Kandidat, obwohl er der CDU angehört, ist es, für alle Bürger zu agieren. Ehm sieht die Vielzahl an Gegenkandidaten als eine Antwort auf die Herausforderungen der letzten Jahre. Die Pandemie hat auch in Sigmaringen ihre Spuren hinterlassen, und die Schieflage der Stadtwerke ist ein weiteres Thema, das auf der Agenda steht. Gespräche über die Möglichkeit der Rückkehr der Bundeswehr nach Sigmaringen laufen, auch wenn es noch keine offiziellen Bescheide gibt. Die Ansiedlung von Unternehmen auf dem Kasernenareal lässt auf sich warten – nur ein von vier Bebauungsplänen ist rechtskräftig. Trotzdem bleibt er optimistisch und glaubt, dass die Bundeswehr den Konflikt um den Artenschutz lösen könnte.
Ein Blick in die Zukunft und die Herausforderungen der Inklusion
Die Planungen für ein neues Gewerbegebiet im Wachtelhau stehen in den Startlöchern. Im nächsten Jahr könnte es endlich losgehen! Doch Ehm reflektiert auch über mögliche Fehler in seiner Amtszeit, insbesondere was die Rahmenbedingungen für die Innenstadt betrifft. Eine wichtige Aufgabe, die nicht nur ihn, sondern die gesamte Stadt betrifft.
Das Thema Barrierefreiheit ist besonders wichtig für Ehm. In einer Zeit, in der die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) in deutschen Kommunen zunehmend in den Fokus rückt, hat Ehm die Chance, hier Zeichen zu setzen. Nur 41% der Städte mit über 50.000 Einwohnern haben Pläne zur Umsetzung der UN-BRK, und das ist ein Alarmzeichen. Viele Kommunen zögern bei Investitionen in die Barrierefreiheit – oft aus finanziellen Gründen. Eine frühzeitige Planung ist essenziell, um nachträgliche Anpassungen zu vermeiden, die teuer werden können. Ehm könnte hier zum Vorreiter werden und die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am gesellschaftlichen Leben fördern.
Am 9. Juni wird er sich in einer öffentlichen Veranstaltung den Bürgern vorstellen – eine Talkrunde, die sicherlich spannend wird. Und am 11. Juni folgt die nächste Möglichkeit, ihn kennenzulernen. Ehm hat viel zu erzählen und noch mehr zu erreichen. Sigmaringen steht vor einer interessanten Zeit, und es bleibt abzuwarten, wie sich die Dinge entwickeln werden.
