Die lange erwartete Fußgänger-Hängebrücke Neckarline in Rottweil ist nun offiziell eröffnet und stellt einen bedeutenden Meilenstein in der Verbindung zwischen der historischen Altstadt und dem modernen Berner Feld dar. Dieses architektonische Meisterwerk, das die spektakuläre Höhe von bis zu 60 Metern erreicht, erstreckt sich über eine beeindruckende Länge von 606 Metern. Die Idee zu diesem Projekt entstand im Jahr 2014 parallel zum Bau des TK-Elevator-Testturms und wurde von vielen Jahren intensiver Diskussionen und Planungen begleitet.

Die NRWZ hat über die Jahre hinweg das Projekt eng verfolgt und alle relevanten Informationen zusammengetragen. Ab 2016 begannen der damalige Oberbürgermeister Ralf Broß und der Gemeinderat, die Planung und Umsetzung der Brücke energisch voranzutreiben. Eine emotionale Debatte entbrannte, als eine Bürgerinitiative, angeführt von Winfried Hecht, vor möglichen Lärm- und Umweltbelastungen warnte. Dennoch stimmten bei einem Bürgerentscheid am 19. März 2017 71,6 % der Wähler für das Projekt, was den Weg für den Bau ebnete.

Der Bauprozess

Im Januar 2025 gab der Gemeinderat schließlich grünes Licht für den Bau der Neckarline, und der erste Spatenstich erfolgte am 10. Februar 2025. Die Bauarbeiten umfassten umfangreiche archäologische Untersuchungen sowie den Bau des Pylons, der am Nordeinstieg errichtet wurde und selbst stolze 60 Meter hoch ist. Ab Mitte März 2025 wurde mit dem Fundament für diesen Pylon begonnen, und ab Oktober wurde die Brücke weiter ausgebaut. Die vier Stahlseile, die die Brücke tragen, wurden ab November 2025 mithilfe eines Hubschraubers eingezogen.

Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf rund 12 Millionen Euro, und es wird mit einer jährlichen Besucherzahl von etwa 150.000 gerechnet. Die feierliche Eröffnung fand am 23. April 2026 statt, sodass die Brücke ab dem 24. April für die Öffentlichkeit zugänglich ist.

Technische Details und Besucherinformationen

Die Neckarline ist nicht nur eine technische Meisterleistung, sondern auch ein Erlebnis für die Besucher. Die Brücke wiegt insgesamt 444 Tonnen und wird durch vier Stahlseile mit einem Gesamtgewicht von 108 Tonnen gehalten. Auf den Seilen befinden sich 172 Stegteile, die jeweils 3,5 Meter lang sind, und ein Gitterrostweg von 1,2 Metern Breite. Der Zugang zur Brücke ist kostenpflichtig, jedoch stehen kostenlose Shuttlebusse zwischen der Stadthalle Rottweil und dem Berner Feld zur Verfügung. Zudem verkehrt eine Wegebahn, die die Innenstadt mit dem Berner Feld verbindet.

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Der Südeinstieg der Brücke liegt am nordöstlichen Ende der historischen Altstadt von Rottweil, beim Bockshof. Die Neckarline überquert außerdem die Bahnstrecke Plochingen–Immendingen, was ihr eine zusätzliche Dimension verleiht. In Anbetracht der Vielzahl an Sehenswürdigkeiten in der Umgebung, ist die Brücke nicht nur ein architektonisches Highlight, sondern auch ein neuer Anziehungspunkt für Touristen und Einheimische gleichermaßen.

Ein Blick auf andere Hängebrücken

Die Neckarline reiht sich in eine beeindruckende Liste von Hängebrücken in Deutschland ein, die sowohl für ihre technische Raffinesse als auch für ihre landschaftliche Einbettung bekannt sind. So gibt es in Rheinland-Pfalz die Geierlay, eine Holzbrücke, die 2015 erbaut wurde, oder den Argensteg in Baden-Württemberg, der kinderwagen- und rollstuhlgängig ist. Solche Brücken bieten nicht nur eine Möglichkeit zur Überquerung von Tälern, sondern sind auch beliebte Ziele für Wanderer und Radfahrer.

Mit der Eröffnung der Neckarline hat Rottweil nun eine weitere Attraktion, die das Stadtbild prägt und gleichzeitig als Symbol für Fortschritt und Innovation in der Region steht. Es bleibt abzuwarten, welche weiteren Impulse diese beeindruckende Verbindung für den Tourismus und die lokale Wirtschaft bringen wird.