Die Lebensqualität in Deutschland ist ein facettenreiches Thema, das nicht nur in Großstädten, sondern auch in ländlichen Regionen von großer Bedeutung ist. Ein aktueller Blick auf die Ergebnisse des Daseinsvorsorge-Atlas zeigt, wie es um die Lebensbedingungen in über 10.000 Städten und Gemeinden steht. Dabei werden Kriterien berücksichtigt, die für viele von uns alltäglich sind: Bildung, Gesundheit, Mobilität, Digitalisierung und Freizeitangebote. Ein spannendes Bild ergibt sich vor allem im Kreis Rottweil, wo Deißlingen mit einem bemerkenswerten 376. Platz bundesweit glänzt und sich damit als bestplatzierter Ort im Landkreis auszeichnet.

Rottweil selbst hat es immerhin auf den 519. Platz geschafft. Doch wie sieht es mit den anderen Orten im Kreis aus? Zimmern ob Rottweil steht mit dem 1413. Platz noch recht gut da, gefolgt von Oberndorf (1639) und Vöhringen (1848). Die Mittelfeldplätze teilen sich Sulz (2918), Schramberg (3447) und Villingendorf (3676). Weniger erfreulich sieht es für Schiltach (4596), Dornhan (4820) und Dunningen (5165) aus, während Aichhalden (5561) und Fluorn-Winzeln (6205) ebenfalls im unteren Bereich rangieren. Schlusslicht im Landkreis ist Dietingen mit einem ernüchternden 9281. Platz, und das wird nicht als gut angesehen. Ein klarer Hinweis darauf, dass es im ländlichen Raum an der ein oder anderen Stelle noch hakt.

Vergleich mit Nachbarkreisen

Ein Vergleich mit den Nachbarkreisen lässt die Unterschiede in der Daseinsvorsorge noch deutlicher hervortreten. Im Schwarzwald-Baar-Kreis beispielsweise finden wir Villingen-Schwenningen auf dem 599. Platz, während Hüfingen (1133), Donaueschingen (1233) und Bad Dürrheim (1618) ebenfalls besser abschneiden. Der Kreis Tuttlingen zeigt mit Trossingen (1136), Wurmlingen (1192), Tuttlingen (1366) und Mühlheim an der Donau (1473) ähnliche Tendenzen. Tendenziell schneiden größere Orte besser ab als kleinere Gemeinden – aber es gibt auch Ausreißer. Deißlingen hat es sogar geschafft, die Stadt Schramberg hinter sich zu lassen, was ein spannendes Bild der regionalen Unterschiede zeichnet.

Hierbei ist es wichtig zu verstehen, dass der Daseinsvorsorge-Atlas nicht die Lebensqualität im klassischen Sinne misst. Es geht vielmehr um harte Infrastruktur-Faktoren. Die politischen Entscheidungsträger sind gefordert, um Versorgungslücken zu schließen und Investitionen voranzutreiben, insbesondere im ländlichen Raum. Denn wie wir alle wissen, ist die Daseinsvorsorge entscheidend für ein gutes Leben.

Herausforderungen und Chancen

Der Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Während in vielen ländlichen Gebieten die Nahversorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs oft nicht mehr gewährleistet ist – über 50% der ländlichen Bevölkerung hat keinen fußläufigen Zugang zu Lebensmittelgeschäften – zeigt eine repräsentative Bevölkerungsbefragung aus 2016, dass viele Einrichtungen der wohnortnahen Versorgung im Umkreis von 10 km zur Verfügung stehen. Doch die Realität ist oft ernüchternd: Der Rückgang von Verkaufsstellen im Lebensmitteleinzelhandel seit 1990 hat dazu geführt, dass Bürger teils weite Wege auf sich nehmen müssen.

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Besonders herausfordernd sind die Schließungen von Schulen und Geschäften, die reduzierte Öffnungszeiten und die schlechtere Erreichbarkeit von Ärzten. Hier zeigt sich, wie wichtig die öffentliche Hand und private Unternehmen werden, um eine gleichwertige Daseinsvorsorge zu gewährleisten. Ehrenamtliche Feuerwehrleute tragen ebenfalls zur Sicherheit in den ländlichen Räumen bei, auch wenn die Zahl der aktiven Mitglieder in Freiwilligen Feuerwehren zwischen 2000 und 2017 um knapp 7% gesunken ist.

Die Daseinsvorsorge ist also ein dynamisches Thema, das sich ständig verändert. Ansprüche und technische Standards wandeln sich mit der Zeit – von der Strom- und Wasseranbindung im frühen 20. Jahrhundert hin zu modernen Anforderungen wie dem Breitbandausbau. Die Bürger selbst versuchen oft, die Daseinsvorsorge zu verbessern: Sei es durch die Gründung von Dorfläden oder die Organisation von Bürgerbussen. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Situation in den kommenden Jahren entwickeln wird und welche Anstrengungen seitens Politik, Unternehmen, Ehrenamtlichen und Organisationen notwendig sind, um die Daseinsvorsorge in ländlichen Räumen nachhaltig zu sichern.