Heute ist der 1.05.2026 und die aufregende Reise eines Buckelwals durch die Ostsee hat eine neue Etappe erreicht. Das Transportschiff, auf dem der gestrandete Wal verweilt, hat fast die Nordsee erreicht. Am frühen Morgen wurde das Schiff von Vesselfinder etwa 11 Seemeilen (rund 20 Kilometer) vom nördlichsten Punkt Dänemarks verortet, in der Nähe von Skagen, wo das Kattegat und das Skagerrak aufeinandertreffen. Das Tier, welches wochenlang im Flachwasser an der Ostseeküste lag, wurde am Dienstag in eine Barge bugsiert, die nun in Richtung Nordsee unterwegs ist.
Die private Initiative, die den Transport organisiert hat, plant, den Wal auszusetzen, wobei der genaue Ort noch unklar ist. Es ist zu beachten, dass dänische Behörden keine gestrandeten Wale retten; das dänische Umweltministerium hat klar gemacht, dass solche Strandungen als ein natürliches Phänomen angesehen werden. Der rund zwölf Meter lange Buckelwal hatte zuvor vier Wochen lang vor der Insel Poel bei Wismar verbracht und war dort seit dem 3. März gesichtet worden.
Die Reise des Buckelwals
Die Reise des Wals an der dänischen Küste entlang wird von einem Mehrzweckschiff namens „Fortuna B“ begleitet, das die Barge zieht. Zusätzlich sind die Begleitschiffe „Robin Hood“ und „Arne Tiselius“ Teil des Schleppverbands. Mit einer Geschwindigkeit von 4-5 Knoten (7-10 km/h) bewegt sich der Verband in einem Tempo, das der natürlichen Schwimmgeschwindigkeit von Buckelwalen entspricht. Tracking-Dienste wie Marine Traffic zeigen die Schiffe nahe der Nordspitze Dänemarks an.
Doch wann und wo genau der Wal freigelassen wird, bleibt ungewiss. Die private Initiative und die Schiffseigner haben noch keine endgültige Entscheidung getroffen. Ziel ist es, den Wal in der Nordsee, möglicherweise vor der Küste Norwegens, in der Nähe anderer Wale auszusetzen. Um die Haut des Wals während des Transports vor der Sonnenstrahlung zu schützen, wurden Sonnensegel über ihm angebracht.
Tierärztliche Überwachung und Bedenken
Ein Peilsender wurde am Donnerstag an der Finne des Wals befestigt, jedoch ohne vorherige Genehmigung. Nur 26 Personen aus der Rettungsinitiative haben Zugang zu den Daten des Peilsenders, was zu Fragen bezüglich der Transparenz führt. Der Wal zeigt Anzeichen von Wohlbefinden; Tierärzte berichten, dass er regelmäßig Fontänen ausbläst und mit der Fluke schlägt. Dennoch gibt es einen Notfallplan, um den Wal im Falle von Stress oder Panik freizulassen und per GPS zu verfolgen.
Die Rettungsaktion wird von vielen Experten kritisch betrachtet. Fachleute warnen vor einer möglichen Stressbelastung für den Wal und äußern Bedenken hinsichtlich des Zustands des Tieres. Das Deutsche Meeresmuseum und Greenpeace haben ebenfalls Bedenken geäußert, da sie die Maßnahmen als potenziell belastend für den Wal erachten. Kritiker befürchten, dass die Aktion zu viel Stress für das Tier bedeuten könnte, insbesondere da der Wal in der Vergangenheit mehrere Strandungen und Befreiungsversuche durchgemacht hat.
Während die private Rettungsinitiative weiterhin an der Freilassung des Wals in der Nordsee arbeitet, bleibt die Situation angespannt. Die genaue Route des Schleppverbands führt durch den Langelandsbelt zwischen Langeland und Lolland, und die Planung für die Freilassung des Wals bleibt ein Thema von großem Interesse und Diskussion.