Die Situation rund um den gestrandeten Buckelwal vor der Ostsee-Insel Poel bleibt angespannt. Nachdem der zwölf Meter lange Wal erneut in der Region gestrandet ist und seit nunmehr 23 Tagen dort verweilt, laufen die Vorbereitungen für einen Bergungsversuch auf Hochtouren. Die Aufregung ist spürbar, denn das Tier zeigt Anzeichen von Krankheiten und hat Verletzungen, darunter Schäden durch Schiffsschrauben, erlitten.
Aktuell sind rund 40 mit Sand gefüllte Big Bags aufgeladen und in die Kirchsee-Bucht gebracht worden. Diese sollen als Barriere um den Wal positioniert werden, um ihn vor steigenden Wasserständen zu schützen. Ein kleiner Kettenbagger wurde bereits auf einen Schwimmponton gebracht, um die Big Bags ins Wasser zu setzen. Zudem wurde eine etwa 110 Meter lange Rinne fertiggestellt, die vom Wal in tieferes Wasser führt. Diese Rinne ist etwa zwei Meter tief, was dem Wal helfen soll, in sicherere Gewässer zu gelangen.
Rettungsversuche und Herausforderungen
Die Rettungsinitiative, die privat finanziert wird, hat in den letzten Tagen mit erheblichen Herausforderungen zu kämpfen. Die Wetterbedingungen haben sich zwar etwas verbessert, jedoch erschweren starker Wind und hohe Wellen die Arbeiten. Der Einsatz einer Barge, die für den Transport des Wals vorgesehen ist, steht noch aus. Derzeit gibt es keine Möglichkeit, direkt am Wal zu arbeiten, was die Situation zusätzlich kompliziert.
Die Tierärztin Ina Rheker, die neu im Team ist, beschreibt die Lage als komplex und betont, dass es keine Blaupause für solche Einsätze gibt. Auch der Gesundheitszustand des Wals wird als kritisch eingestuft, mit Atemfrequenzen zwischen 1,5 und 5 Minuten. Dennoch zeigt der Wal Anzeichen von Aufmerksamkeit, hat auf Futter reagiert und wirkt nicht stark gestresst. Dies lässt hoffen, dass eine Rettung möglich ist.
Rechtliche und gesellschaftliche Aspekte
Umweltminister Till Backhaus hat klargestellt, dass die Rettungsmaßnahmen rechtlich zulässig sind, auch wenn ein Antrag beim Verwaltungsgericht Schwerin eingereicht wurde, der die Maßnahmen stoppen möchte. Die Internationale Walfang-Kommission hat sich kritisch zur Lage des Wals geäußert und empfiehlt palliative Betreuung. Zudem fordert der NABU strengere Schutzgebiete und warnt vor den möglichen Folgen der Rettungsversuche.
Die Situation bleibt angespannt, insbesondere da der ursprüngliche Transportplan mit Plane und Pontons nicht umgesetzt werden konnte. Ein neues Konzept wird entwickelt, jedoch ist dieses noch nicht genehmigt. Der Bergungsversuch soll voraussichtlich am Sonntag oder Montag beginnen, abhängig von den weiteren Entwicklungen. Es bleibt zu hoffen, dass die Bemühungen der Rettungsinitiative von Erfolg gekrönt sind und der Buckelwal bald in eine sichere Umgebung gebracht werden kann.