Heute ist der 26.04.2026 und in Lörrach tut sich einiges in der Innenstadt. Eine aktuelle Veranstaltung, organisiert von der Wirtschaftsförderung, Pro Lörrach und der IHK, hat sich dem Thema „Crossmarketing und Besucherlenkung“ gewidmet. Hierbei stellte Victoria Arens von der IHK erfreut fest, dass Lörrach insgesamt gut aufgestellt ist. Dennoch gibt es noch Verbesserungsbedarf, insbesondere angesichts der Veränderungen im Kundenverhalten, die in den letzten fünf Jahren bemerkbar wurden.

Die Veranstaltung richtete sich speziell an Innenstadt-Geschäftsbetreiber, um Ideen zu entwickeln und Synergien zu nutzen. Knapp 20 Vertreter unterschiedlichster Branchen, darunter Mode, Parfüm und Banken, waren anwesend, um gemeinsam an Lösungen zu arbeiten. Die Kaufkraftkennzahl von Lörrach liegt bei 114,5, während die Umsatzkennziffer bei 152,8 steht – Werte, die über dem Durchschnitt von 100 liegen und das wirtschaftliche Potenzial der Stadt unterstreichen.

Besucherströme und Kaufverhalten

Ein interessanter Aspekt der Veranstaltung war die Analyse des Online-Anteils am Umsatz, der bei 13,3% liegt. Diese Zahl variiert stark je nach Branche: Während bei Damenmode der Online-Anteil bei 35,9% liegt, sind es bei Lebensmitteln lediglich 1,9%. Dies zeigt, dass das Einkaufsverhalten der Kunden in Lörrach zunehmend digital wird, was die Innenstadt vor neue Herausforderungen stellt.

Die Umfrage unter den Innenstadt-Besuchern offenbarte, dass 50% von ihnen zum Einkaufen kommen, während 24% die Gastronomieangebote in der Stadt nutzen. Erfreulicherweise kommen 58,9% der Besucher aus Lörrach selbst, was die lokale Verbundenheit der Bürger unter Beweis stellt. Allerdings zeigt eine Umfrage auch, dass über 50% der Befragten eine unzureichende Anbieter- und Auswahlvielfalt bemängeln, und 35% vermissen inhabergeführte Geschäfte.

Frequenzmessungen und Verbesserungsvorschläge

Frequenzmessungen, die seit dem 9. Februar an acht Standorten durchgeführt wurden, zeigen, dass am Alten Markt samstags zwischen 20.000 und 34.000 Menschen unterwegs sind. Weitere Hotspots sind die Turmstraße mit 15.000 und die Tumringer Straße mit 12.500 Besuchern. Besonders gut besucht ist die Gastronomie bei schönem Wetter und an Feiertagen, doch der Freizeitwert des Bummels und Shoppens hat abgenommen. Stattdessen stehen Familienaktivitäten und Essen gehen im Vordergrund.

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Um den Erlebnischarakter der Geschäfte zu steigern, wurden Vorschläge wie die „Lö-Box“, Einkaufsführungen und „Shop-Hopping“ ins Spiel gebracht. Auch die Verbreitung von Informationsmaterial in Hotels und am Campingplatz wurde empfohlen, um mehr Besucher in die Innenstadt zu lenken. Eine Info-Stele der Tourist-Info wird von vielen nicht wahrgenommen, was auf ein Kommunikationsproblem hinweist.

Marketing-Umdenken gefordert

Ein weiterer zentraler Punkt der Veranstaltung war das dringende Bedürfnis nach einem Umdenken im Marketing. Digitale Aktionen zur Besucherlenkung und die Stärkung von Mundpropaganda wurden als essenziell erachtet, um die Attraktivität der Innenstadt zu erhöhen. Lörrach hat viel zu bieten, aber die Stadt muss sich an die veränderten Bedürfnisse ihrer Besucher anpassen, um konkurrenzfähig zu bleiben.

Insgesamt zeigt die Veranstaltung, dass Lörrach auf einem guten Weg ist, jedoch noch viele Herausforderungen anstehen. Es gilt, die Stärken der Innenstadt auszubauen und gleichzeitig auf die Wünsche der Kunden einzugehen, um die Innenstadt zu einem lebendigen und attraktiven Ort für alle Lörracher und Besucher zu gestalten.