Am 20. Juni 2026 wird das Müllheimer Segelfluggelände zum Schauplatz eines ganz besonderen Ereignisses: dem Clout-Bogenschießen, das die Schützengesellschaft Müllheim organisiert. Diese ehrwürdige Gesellschaft, die bereits 1563 ins Leben gerufen wurde, hat sich im Laufe der Jahre weiterentwickelt. Die Bogensportabteilung ist von bescheidenen fünf Mitgliedern auf beeindruckende 120 gewachsen – eine perfekte Mischung aus 60 Jugendlichen und 60 Erwachsenen. Nichts weniger als ein kleines Wunder in dieser Sportart!

Die Faszination des Clout-Bogenschießens liegt in der Verbindung von Tradition und Präzision. Geschossen wird auf stehende Scheiben in 70 Metern Entfernung, was dem ursprünglichen Jagdgedanken des Bogens treu bleibt. Lustigerweise stammt der Begriff „Clout“ aus dem Mittelalter und bezeichnet einen Stofflappen, der das Ziel markiert. Der Zielbereich selbst hat einen Durchmesser von 15 Metern und die Schützen werden auf Entfernungen von 165, 75 und 125 Metern ihr Können unter Beweis stellen. Ein wahres Spektakel!

Ein spannender Wettkampf mit Tradition

Der Wettbewerb beginnt um 8:30 Uhr mit einem Einschießen und einer sorgfältigen Pfeil- und Bogenkontrolle. Insgesamt werden zwei Mal sechs Durchgänge à sechs Pfeilen geschossen. Bislang haben sich bereits 45 Bogenschützen angemeldet, und es sind noch Plätze für vier bis fünf weitere Schützen verfügbar. Wer Interesse hat, sollte sich beeilen und sich über die Internetseite sg-muellheim.de oder per E-Mail an Hans-Peter Wegling anmelden. Interessant ist auch, dass mittelalterliche oder Renaissance-Bekleidung erwünscht ist – das bringt einen zusätzlichen Flair und lässt die Zuschauer in die Vergangenheit eintauchen.

Die Teilnahme setzt allerdings einen eigenen Bogen, Pfeile und eine entsprechende Versicherung voraus. Zuschauer sind herzlich willkommen, sollten aber darauf achten, dass Hunde angeleint und Kinder beaufsichtigt werden. Zudem fördert das Bogenschießen nicht nur die mentale Stärke, sondern auch die Körperhaltung und Körperspannung. Ein Einstieg in diesen faszinierenden Sport ist relativ einfach und kostengünstig – man benötigt für Bogen und Pfeile zwischen 150 und 250 Euro.

Die lange Geschichte des Bogenschießens

Bogenschießen hat im Laufe der Jahrhunderte viele Wandlungen durchgemacht. Im Mittelalter behielt es seine Bedeutung und wurde in verschiedenen Kulturen weiterentwickelt. Die Mongolen unter Dschingis Khan, zum Beispiel, waren gefürchtete Reiterbogenschützen, die kurze Pfeile und kleine Bögen verwendeten. Ihre Technik ermöglichte Schnelligkeit und Durchschlagskraft – eine Kombination, die sie in der Kriegsführung unschlagbar machte.

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Auch die englischen Langbogenschützen erlangten Berühmtheit im Hundertjährigen Krieg, als sie mit einer beeindruckenden Menge an Pfeilen gegen Ritterheere kämpften. Ihre Taktik zielte nicht auf Einzelziele, sondern auf die verheerende Wirkung einer Vielzahl von Pfeilen, die auf die feindlichen Reihen niederregneten. Und dann gibt es da noch Robin Hood, der den Bogen als präzise Waffe gegen seine Feinde einsetzte, ganz anders als in der militärischen Nutzung.

In Japan schließlich wurde das Bogenschießen, bekannt als Kyudo, zu einer spirituellen Praxis des Zen-Buddhismus, eine Mischung aus Kriegskunst und Selbstverbesserung. Hierbei spielten Ehrfurcht, Präzision und Selbstkontrolle eine zentrale Rolle. Die Herstellung der japanischen Bögen erforderte nicht nur geschickte Bogenbauer, sondern auch versierte Schützen, die ihre Kunst bis zur Perfektion brachten.

So blickt das Clout-Bogenschießen in Müllheim auf eine lange Tradition zurück, die bis in die Anfänge des Bogens zurückreicht. Es ist nicht nur ein Wettkampf, sondern auch eine Hommage an die Geschichte und die Faszination, die das Bogenschießen über die Jahrhunderte hinweg begleitet hat.

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