Die Gemeinde Bad Bellingen hat sich in diesem Jahr erneut auf die Beine gemacht und an den Schwarzwald Clean-up-Days teilgenommen. Mit einem bunten Haufen von 17 engagierten Bürgern und Mitarbeitern der Gemeinde wurde eine Müllsammelaktion ins Leben gerufen, die nicht nur dem sauberen Anblick, sondern auch dem Gewissen der Teilnehmer zugutekam. Unter der Organisation der Verwaltung und in fünf Teams aufgeteilt, ging es los, um die Rheinstraße, das Kurgebiet in Richtung Sportplatz und die malerische Rheinpromenade von Unrat zu befreien.
Die gesammelten Schätze – und damit sind nicht die glitzernden Dinge des Lebens gemeint – umfassten unter anderem Zigarettenstummel, Deospraydosen und Verpackungen von Süßigkeiten. Ja, die kleinen Dinge, die oft übersehen werden, stürzen die Umwelt in eine kleine Krise. Besonders Zigarettenstummel sind ein großes Thema. Bürgermeister Carsten Vogelpohl ließ es sich nicht nehmen, sich bei den Helfern zu bedanken und sprach die Problematik der Zigarettenabfälle an. Trotz der aufgestellten Aschenbecher landet der Großteil dieser kleinen „Schätze“ einfach auf dem Boden. Komisch, oder? Ein bisschen mehr Achtsamkeit könnte helfen, die Natur zu schützen.
Ein kleiner Snack zum Abschluss
Nach getaner Arbeit gab es zum Abschluss der Aktion einen kleinen Imbiss in der Tourist-Information im Kurhaus. Es war eine willkommene Gelegenheit, die müden Beine auszuruhen und sich über die gesammelten Erfahrungen auszutauschen. Die Schwarzwald Clean-up-Days finden übrigens jährlich statt und werden von der Schwarzwald Tourismus Gesellschaft organisiert. Ihr Ziel ist es, das Umweltbewusstsein zu schärfen und die wunderschöne Schwarzwaldregion sauber zu halten. Ein nobles Vorhaben, das sicher noch viele Unterstützer finden wird!
Zigarettenstummel – ein globales Problem
Doch wie wichtig diese Aktion ist, zeigt sich nicht nur in Bad Bellingen. Laut der WHO sind Zigarettenstummel das häufigste Abfallprodukt weltweit. Unglaubliche zwei Drittel der gerauchten Zigaretten landen einfach in der Natur und schädigen dort die Tier- und Pflanzenwelt. Jährlich werden rund 5,6 Billionen Zigaretten geraucht – das ist eine Zahl, die einem den Atem rauben kann. Die Filter bestehen größtenteils aus Plastik und Mikroplastik, das sich nur schwer aus der Umwelt entfernen lässt. Und das ist noch nicht alles: Diese Filter enthalten giftige Substanzen wie Nikotin, Arsen und sogar Schwermetalle.
Das Problem wird oft unterschätzt. Eine einzige Zigarette kann in einem Liter Wasser innerhalb von vier Tagen die Hälfte der Fische töten. Und nicht nur das – die Schadstoffe gelangen durch Regen ins Grundwasser und können unser Trinkwasser gefährden. Die Auswirkungen sind gravierend und machen deutlich, dass die richtige Entsorgung von Zigarettenstummeln essenziell ist. Taschenaschenbecher könnten eine Lösung sein, wenn kein Mülleimer in der Nähe ist. Leider sind die Hersteller oft nicht in der Verantwortung, was die Entsorgung angeht. Hier sind Initiativen gefragt, die auf diese Problematik aufmerksam machen.
Die EU und die WHO haben bereits Forderungen an die Zigarettenhersteller gestellt. Öffentlichkeitskampagnen zu den Umweltrisiken und die Ausstattung öffentlicher Mülleimer mit geschlossenen Aschenbechern könnten helfen, das Problem in den Griff zu bekommen. Aber das ist ein langer Weg. Auch der BUND hat sich stark gemacht und fordert Maßnahmen zur Umsetzung der EU-Einwegplastikrichtlinie sowie Bußgelder für das unsachgemäße Entsorgen von Zigarettenkippen. Es bleibt zu hoffen, dass solche Schritte in naher Zukunft umgesetzt werden.