In Baden-Württemberg hat sich ein neuer Landtag formiert, der mit einem Durchschnittsalter von 48,5 Jahren überraschend jung ist. Das ist ein kleiner Lichtblick, denn viele junge Menschen fühlen sich oftmals von einem älteren Parlament nicht richtig repräsentiert. Aber jetzt sind sie da, die frischen Gesichter! Vor allem Clara Schweizer, die mit ihren zarten 23 Jahren für die Grünen ins Parlament einzieht. Sie war nicht nur Spitzenkandidatin der Grünen Jugend, sondern auch eine aktive Stimme in der Fridays for Future-Bewegung, die sie 2018 in Nürtingen gründete. Ihre Leidenschaft für den Klimaschutz ist unübersehbar, und sie möchte sich im Landtag für eine nachhaltige Wärmewende, Verkehrswende und Energiewende stark machen. Das klingt nach einer echten Anpackmentalität!
Und sie ist nicht allein. Nico Gunzelmann, ebenfalls 23 Jahre alt, ist der jüngste Abgeordnete der CDU und wurde direkt im Enzkreis gewählt. Er hat eine Vision für die modernste Verwaltung in Europa und möchte die Wähler von der AfD zurückgewinnen. Sein politisches Engagement wurde 2017 durch das Erstarken der AfD geweckt. Die politischen Strömungen sind bunt gemischt, und bei Maximilian Gerner von der AfD, der mit 27 Jahren auch jung ist, wird klar, dass die Meinungen stark divergieren. Gerner kritisiert die Migrationspolitik der Merkel-Regierung und sieht in der AfD eine echte Alternative. Seine Vorstellungen zur Digitalisierung und Gaming könnten für einige frischen Wind bringen, während er sich gegen Windkraft in Baden-Württemberg ausspricht. Stattdessen favorisiert er kleinere Atomkraftwerke.
Klimaschutz als Pflichtaufgabe
Das Thema Klimaschutz ist in der neuen Landesregierung, bestehend aus Grünen und CDU, ein heißes Eisen. Ein Koalitionsvertrag soll nun einen klaren Plan zur Erreichung der Klimaziele vorlegen. Aktionen von Fridays for Future, bei denen am 27. Februar über 4.000 Menschen in 15 Städten auf die Straßen gingen, zeigen das wachsende Bewusstsein für die Dringlichkeit dieser Thematik. Ein offener Brief von 14 Organisationen hat klare Forderungen formuliert, wie die Verpflichtung zum Klimaschutz als kommunale Pflichtaufgabe und einen landesweiten Klimaanpassungsfonds. Es bleibt abzuwarten, wie die neue Regierung diese Herausforderungen angehen wird.
Die Debatte um Klimaschutz wird jedoch nicht nur in Baden-Württemberg geführt. Weihnachten 2024 war ein Jahr voller extremer Wetterereignisse, die die Auswirkungen des Klimawandels deutlich machten. Während der Bundestagswahl 2025 hatten Aktivisten von Fridays for Future landesweit über 150 Demos organisiert, doch die Enttäuschung über die fehlende Beachtung der Klimapolitik im Wahlkampf war groß. Carla Reemtsma von Fridays for Future unterstreicht, dass Klimaschutz eine Frage des politischen Willens sei. Tatsächlich scheinen Migration und Wirtschaft die dominierenden Themen in der politischen Diskussion zu sein, während Klimaschutz in den Hintergrund gedrängt wird. Experten warnen, dass die missratene Kommunikation zur Energiewende dazu führt, dass die Bevölkerung das Thema weniger im Fokus hat.
Ein Blick in die Zukunft
Was bleibt, ist das Gefühl, dass die Zeit drängt. Die kommenden Wochen und Monate werden zeigen, ob die neuen Abgeordneten den Mut und die Entschlossenheit aufbringen, das Ruder herumzureißen und den Klimaschutz tatsächlich in den Mittelpunkt ihrer Politik zu stellen. Das Potenzial ist da, die Frage ist, wie es genutzt wird. Am 14. November 2025 wird der internationale Klimaaktionstag stattfinden, und die Forderungen werden in einer Pressekonferenz vorgestellt. Mit Aktionen von Fridays for Future am gleichen Tag könnte dies ein weiterer Wendepunkt in der politischen Landschaft sein – wenn man die Möglichkeit nicht ungenutzt verstreichen lässt.