Im malerischen Baiersbronn, genau genommen im Tal X, hängt eine frische, aufregende Nachricht in der Luft: Die ersten Trauben der neuen Weinbergsaison lehnen sich an die Rebstöcke und der Sommer hat gerade erst begonnen. Dieses Weinbergprojekt, das ursprünglich als Attraktion für die Gartenschau ins Leben gerufen wurde, hat sich zu einem dauerhaften Gemeinschaftsprojekt entwickelt, das Herz und Seele der Anwohner widerspiegelt. Hier, wo Schwäbische Tatkraft auf badische Weinbaukompetenz trifft, arbeiten die Mitglieder des „Rentnertrupps Obertal“ Hand in Hand mit der Gemeindegärtnerei. Ein wirklich schönes Bild, oder?

Das engagierte Team, bestehend aus Dieter Burkhardt, Klaus Burkhardt, Karl Braun, Heike Braun, Harald Dieterle und Ulli Schmelzle, hat bereits rund 100 Arbeitsstunden in die Pflege des Weinbergs investiert. Wenn man sich vorstellt, wie sie mit Schaufel und Spaten in der Hand, das Stück Erde bearbeiten, kann man die Begeisterung förmlich spüren. Die Rebsorte Solaris, die gewählt wurde, ist nicht nur pilzwiderstandsfähig, sondern auch perfekt für kühlere Anbauregionen geeignet. Niko Züfle, der Leiter der Gemeindegärtnerei, hebt hervor, wie wichtig es ist, die Wetterverhältnisse bei der Pflanzung zu berücksichtigen. Das ist gewiss kein leichtes Unterfangen!

Ein gemeinsames Projekt mit Zukunft

Im Mai 2024 wurden die 50 Rebstöcke der Sorte „Solaris“ im Gartendorf Baiersbronn gepflanzt, und zwar nach der traditionellen Einzelpfahlerziehung. Hierbei handelt es sich um eine Stockkultur, die den Reben genügend Platz und Licht lässt, um sich optimal zu entwickeln. Die Oberkircher Winzer sind nicht nur für die Rebsorte verantwortlich, sondern auch für die gesamte Expertise. Frank Männle, der Qualitätsmanager und Nachhaltigkeitsmanager, sowie Markus Obrecht, der Vertriebsleiter, stehen mit Rat und Tat zur Seite. Dennis Schiml, der Vertriebsmitarbeiter im Außendienst, sorgt dafür, dass alles rund läuft. Man könnte sagen, ohne diesen Expertenkreis wäre der Weinberg nicht das, was er heute ist.

Markus Obrecht schätzt den Ertrag auf etwa 500 Gramm pro Rebe, was für eine erste Ernte im September ganz ordentlich klingt. Jede der 50 Reben hat eine Patin oder einen Paten, die gespannt die Entwicklung ihrer persönlichen Rebe verfolgen. Ein tolles Konzept, das nicht nur die Gemeinschaft stärkt, sondern auch eine emotionale Bindung zu den Reben schafft. Wer sich für eine Genuss-Patenschaft interessiert, der kann für 200 Euro nicht nur eine Urkunde, sondern auch eine Einladung zu einem Treffen am Weinberg im Herbst 2024 ergattern. Und das ist noch nicht alles – ein Gutschein für die Gartenschau 2025 sowie ein Weinpaket warten ebenfalls auf die Paten.

Nachhaltigkeit und Innovation im Weinbau

Die Wahl der Rebsorte Solaris ist nicht nur eine Frage des Geschmacks, sondern auch der Nachhaltigkeit. Diese Züchtung aus dem Jahr 1975 am Staatlichen Weinbauinstitut Freiburg ist ideal für moderne Weinbaupraktiken. Sie benötigt weniger Pflanzenschutzmittel und hat eine gute Frostfestigkeit. Das ist besonders wichtig, wenn man bedenkt, dass im Weinbau jährlich große Mengen chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. Die Verwendung von pilzwiderstandsfähigen Rebsorten, auch PIWI genannt, ist eine vielversprechende Lösung, um den Einsatz von Chemie zu reduzieren. Diese Reben sind nicht nur widerstandsfähig gegen die gefürchteten Pilzkrankheiten, sondern benötigen auch bis zu 75 Prozent weniger Behandlungen als herkömmliche Sorten.

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In einem Zeitalter, in dem Nachhaltigkeit nicht nur ein Trend, sondern eine Notwendigkeit ist, zeigt das Weinbergprojekt in Baiersbronn, wie man Tradition mit Innovation verbinden kann. Die Oberkircher Winzer, gegründet 1951 und fusioniert 2018, haben sich dem Qualitätsmanagement und nachhaltigen Praktiken verschrieben. Rund 400 Winzerfamilien bewirtschaften 676 Hektar Rebfläche und tragen damit zur Erhaltung und Weiterentwicklung des Weinbaus in der Region bei. Wenn das nicht nach einem großartigen Beispiel für Zusammenarbeit und Fortschritt klingt! Es bleibt spannend zu sehen, wie sich dieser besondere Weinberg und die Gemeinschaft rund um ihn weiterentwickeln werden. Vielleicht wird der Wein eines Tages sogar über die Grenzen von Baiersbronn hinaus bekannt sein.