Heute ist der 4. Mai 2026, und in Gomaringen findet ein ganz besonderes Event statt: das Voba-Mitgliederforum. Die Volksbank hat eingeladen, und das Thema könnte nicht aktueller sein. Sicherheit, Stabilität und gesellschaftlicher Zusammenhalt stehen auf der Agenda. Die hochkarätige Referentin Claudia Major, eine Expertin für geopolitische Lage, wird die Teilnehmenden auf eine gediegene Reise durch die komplexe Weltlage mitnehmen.
Mit einem klaren Ziel vor Augen – Orientierung bieten und den Austausch zu fördern – bereitet sich die Volksbank auf einen lebendigen Dialog vor. Thomas Bierfreund, Co-Vorstandssprecher, hat bereits im Vorfeld darauf hingewiesen, wie wichtig es ist, Dialogräume zu schaffen, insbesondere in Zeiten globaler Unsicherheit. Diese Unsicherheit ist mehr als nur ein Schlagwort; sie ist Realität, die uns alle betrifft. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hat die geopolitische Landschaft in Europa grundlegend verändert und wirft drängende Fragen auf: Wie steht es um unsere Wehrfähigkeit? Sind wir resilient genug? Wie handlungsfähig sind unsere Staaten in Krisenzeiten?
Ein Blick auf die geopolitische Neuordnung
Der Vortrag von Claudia Major trägt den Titel „Die geopolitische Neuordnung der Welt – welche Rolle spielt Deutschland und Europa?“. Ihr Ansatz ist erfrischend und differenziert. Sie thematisiert die Rolle des Staates und der Gesellschaft und betont, dass Stabilität und Widerstandsfähigkeit entscheidend sind. Dabei ist es ihr wichtig, die Diskussion über die Wiedereinführung der Wehrpflicht nicht nur emotional, sondern faktenbasiert zu führen. Die Mitglieder der Volksbank nutzen diese Gelegenheit für einen direkten Austausch – die moderierte Fragerunde wird mit Spannung erwartet.
Die Themen, die Major anspricht, sind nicht nur auf die Ukraine beschränkt. Sie hebt hervor, dass es weltweit zunehmend militärische Konflikte gibt, die in Westeuropa oft ignoriert werden. In ihrer Analyse kritisiert sie die westliche Strategie im Ukrainekrieg als unzureichend. „Wir brauchen ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Unterstützung der Ukraine“, sagt sie und verweist darauf, dass militärische Unterstützung wie Taurus Russlands Kalkül hätte verändern können. Das macht deutlich, wie ernst die Lage ist.
Gesellschaftliche Widerstandskraft und hybride Bedrohungen
Claudia Major plädiert für einen breiten gesellschaftlichen Dienst und nicht allein für die Wehrpflicht. Sie warnt vor hybriden Bedrohungen wie Desinformation und Sabotage, die unsere Gesellschaften untergraben können. Das klingt nach Science-Fiction, ist aber leider bittere Realität. Auch die Konflikte in Sudan, Jemen, Armenien und Aserbaidschan werden in Westeuropa oft stiefmütterlich behandelt. Die europäische Einflussnahme auf Eskalationsdynamiken ist begrenzt, und das ist ein Punkt, der in der Diskussionsrunde sicher viele Gedanken anstoßen wird.
Es wird spannend zu hören, wie die Teilnehmenden auf Majors Perspektiven reagieren. Der langanhaltende Applaus, der ihr zuteilwird, wird sicherlich ein Indikator für das Interesse und die gesellschaftliche Relevanz des Themas sein. Major ist nicht nur eine renommierte Sicherheitsexpertin, sondern auch Vizepräsidentin für transatlantische Sicherheit beim German Marshall Fund. Ihre Erfahrungen und Einsichten sind von unschätzbarem Wert, besonders in einer Zeit, in der die Weltpolitik durcheinandergeraten scheint.
Der Weg nach vorn: Europäische Sicherheitspolitik
Die sicherheitspolitischen Herausforderungen sind enorm. Seit der russischen Vollinvasion der Ukraine im Februar 2022 ist eine Ver sicherheitlichung des auswärtigen Handelns der EU zu beobachten. Die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) wird zunehmend von der Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik (GSVP) überlagert. Europa steht vor der Aufgabe, seine außen- und sicherheitspolitische Handlungsfähigkeit zu stärken und Reformen voranzutreiben.
Die USA zeigen seit einiger Zeit, dass sie nicht mehr als alleiniger Sicherheitsgarant für Europa agieren wollen. Dies führt zu einer neuen Dynamik, die auch die Sicherheitspolitik der EU betrifft. Die NATO-Beiträge von Finnland und Schweden, die in naher Zukunft erwartet werden, könnten das geopolitische Gleichgewicht beeinflussen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die EU und ihre Mitgliedstaaten auf diese Herausforderungen einstellen werden.
Es ist klar, dass die geopolitischen Veränderungen nicht nur den politischen Entscheidungsträgern, sondern auch uns Bürgern etwas angehen. Die Themen, die hier auf dem Voba-Mitgliederforum diskutiert werden, sind für jeden von uns relevant. Wir leben in einer Zeit, in der Sicherheit und Stabilität nicht nur Schlagworte sind, sondern essenzielle Bestandteile unseres Alltags. Und genau dafür ist dieser Austausch so wichtig.