Im Landkreis Emmendingen tut sich was. Die Pläne für die Rückkehrberatung von Flüchtlingen stehen auf der Agenda. Am Montag, dem 18. Mai 2026, wird der Kreistag über die Unterstützung entscheiden. Dabei geht es nicht nur um eine nette Geste – die Rückkehrberatung hat sich als effektives Mittel erwiesen, um Menschen ohne dauerhaftes Aufenthaltsrecht zu helfen, die freiwillig in ihr Heimatland zurückkehren möchten. Seit 2023 sind es jährlich etwa 80 Menschen, die diesen Schritt wagen. Etwa zwei Drittel von ihnen haben zuvor Leistungen nach dem Asylbewerberrecht bezogen. Das hat nicht nur persönliche Auswirkungen, sondern auch finanzielle: Durch die Rückkehrberatung spart der Landkreis jährlich rund 800.000 Euro an Transferleistungen. Das ist nicht zu vernachlässigen, oder?

Die Rückkehrberatung ist also nicht nur ein sozialer Dienst, sondern trägt auch zur Entlastung von Unterkünften und Wohnraum in den Gemeinden bei. Wenn man bedenkt, dass die Gesamtkosten der Rückkehrberatung bei etwa 125.000 Euro pro Jahr liegen, davon 75.000 Euro vom Land Baden-Württemberg übernommen werden, ist das ein interessanter Deal. Der Rest kommt aus dem Haushalt des Landkreises. Aber auch das Integrationsmanagement soll weiter kofinanziert werden – mit 125.000 Euro im Haushalt 2027. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Zuschüsse des Landes entwickeln, da die Reduzierung bereits Auswirkungen auf die Anzahl der geförderten Stellen im Landkreis hat. Aktuell sind noch knapp zwölf Vollzeitkräfte im Integrationsmanagement tätig – für 2027 könnten nur noch etwa 9,2 Stellen finanziert werden.

Die Herausforderungen der Rückkehrberatung

Die Sozialarbeit, die Flüchtlinge bei Behördengängen, Wohnungsfragen, Sprachkursen und der Integration in Arbeit und Gesellschaft unterstützt, ist ein zentraler Bestandteil dieser Maßnahmen. Man fragt sich, wie sich diese Programme langfristig entwickeln werden, vor allem, wenn die Mittel knapper werden. Es ist nicht zu leugnen, dass die Rückkehrberatung eine humanitäre Alternative zur Abschiebung darstellt. Die Öffentlichkeit sieht bei Migration oft nur die Ausreisepflicht abgelehnter Asylsuchender, während die „freiwillige Rückkehr“ oft im Schatten dieser Pflicht steht. Aber die Realität ist komplex. Rückkehrförderung wird als kostengünstige Methode angesehen, um die Ausreisezahlen zu erhöhen, und das ist ein Thema, das nicht nur in Emmendingen, sondern im ganzen Land diskutiert wird.

Die Rückkehrprogramme in Deutschland und der EU sind vielfältig. Seit 1979, als das erste deutsche Rückkehrprogramm, REAG/GARP, ins Leben gerufen wurde, bieten sich verschiedene finanzielle Hilfen an. Von Reisebeihilfen über medizinische Unterstützung bis hin zu einmaligen Barauszahlungen – die Optionen sind da. Sogar das Programm „Starthilfe-Plus“ bietet bis zu 1.000 Euro pro Person, um die Rückkehr zu erleichtern. Solche finanziellen Anreize könnten durchaus entscheidend sein, um Menschen zu motivieren, den Schritt zu wagen.

Die Rückkehrberatung hat sich also etabliert, und ihr Erfolg wird auch daran gemessen, wie nachhaltig die Reintegration der Rückkehrenden gelingt. Die Frage bleibt, wie die verschiedenen Programme, die sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene existieren, miteinander harmonieren und ob die Politik hier genügend Unterstützung bietet. Immerhin möchte man ja auch, dass die Rückkehrenden nicht nur physisch zurückkehren, sondern auch die Möglichkeit haben, sich in ihrer Heimat wieder richtig einzuleben.

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Ein weiterer Punkt, den man nicht aus den Augen verlieren sollte: Die Rückkehrprogramme richten sich auch an Personen, deren Asylverfahren noch nicht abgeschlossen ist. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) informiert bereits bei der Antragsstellung über Rückkehrmöglichkeiten. So wird die Rückkehrberatung zu einem wichtigen Bestandteil des gesamten Asylverfahrens. Allerdings – und da wird es interessant – können Rückkehrhilfen das Asylverfahren beeinflussen. Anreize zum Rückzug aus dem Verfahren könnten auch eine Kehrtwende in der Asylpolitik nach sich ziehen.

Die Zukunft der Rückkehrberatung im Landkreis Emmendingen bleibt also spannend. Am 18. Mai 2026 wird sich zeigen, ob die Unterstützung weitergeführt wird. Ein Schritt für viele, die sich in der Ungewissheit befinden und nach neuen Wegen suchen. Vielleicht kann die Rückkehrberatung nicht nur helfen, sondern auch Perspektiven eröffnen – sowohl für die Rückkehrenden als auch für die Gemeinden, die sich um diese Menschen kümmern.