Die Stadtwerke Bad Herrenalb stehen im Fokus der Diskussion über die Trinkwasserpreise. Mit einer Erhöhung des Wasserpreises aufgrund gestiegener Kosten haben sie die Aufmerksamkeit der Bürger auf sich gezogen. Während die Trinkwasserpreise seit 2017 stabil gehalten wurden, äußert sich der ehemalige Stadtbaumeister Reimund Schwarz besorgt über die mangelnde Transparenz bei den Kostensteigerungen. Die Geschäftsführerin der Stadtwerke, Karina Herrmann, stellt klar, dass die Stadtwerke nicht gewinnorientiert arbeiten, sondern kostendeckend. Dies geschieht unter kommunaler Aufsicht und auf Basis wirtschaftlicher Kalkulationsgrundlagen.
Bürger zeigen sich unzufrieden mit den Gewinnen aus der Wasserversorgung. Bürgermeister Klaus Hoffmann betont, dass die Gewinne moderat erzielt werden müssen. Herrmann erklärt zudem, dass privatwirtschaftliche Wasserversorger der Kartellaufsicht unterliegen und die Preise angemessen sein müssen. Eine kostenorientierte Preiskalkulation sei notwendig, um überhöhte Preise zu vermeiden. In die Kalkulation fließt auch eine „angemessene Rendite“ ein, die die Sachwerte und Finanzmittel der Gesellschafter berücksichtigt.
Gewinn und Verlust der Stadtwerke
Für das Jahr 2024 wird ein Gewinn der Wasserversorgung in Höhe von 111.756,41 Euro ausgewiesen. Die Ausschüttungen gestalten sich wie folgt: EnBW erhält 33.523,92 Euro, die Stadtwerke Ettlingen 17.879,43 Euro und die Stadt Bad Herrenalb 60.343,06 Euro. Auch im Bereich Stromvertrieb und Stromnetz gibt es positive Ergebnisse, mit einem Gewinn von 156.121,14 Euro und einem Überschuss von 58.448,01 Euro. Allerdings müssen die Stadtwerke auch Verluste hinnehmen: In der Sparte Messstellenbetreiber beläuft sich der Verlust auf -54.893,46 Euro, während die Bad Herrenalber Bäder insgesamt tief in den roten Zahlen stehen: Die Siebentäler Therme verzeichnet einen Verlust von -1.104.417,52 Euro und das Freibad -342.442,01 Euro. Der Gesamtverlust der Stadtwerke für 2024 beträgt somit -1.124.838,66 Euro.
Hintergrundinformationen und Herausforderungen
Wasser ist ein essentielles Gut, dessen Herkunft und Qualität auf der Webseite des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) ausführlich erläutert werden. Die Jahresrechnung für Wasser und Strom kann mit einem speziellen Rechnungserklärer besser verstanden werden, der die verschiedenen Positionen auf der Rechnung erklärt und informative Videos zu Themen wie der EEG-Umlage bereitstellt.
Der Anstieg der Wasserpreise ist nicht nur ein lokales Phänomen. In vielen Kommunen Deutschlands sind steigende Kosten, marode Infrastruktur und ein wachsender Investitionsbedarf an der Tagesordnung. Trinkwasserpreise bewegen sich zwischen 2,20 Euro und 4 Euro pro Kubikmeter, was für einen durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalt jährliche Kosten von etwa 330 bis 600 Euro für 150 Kubikmeter Wasser bedeutet. Kleinere Gemeinden sehen sich oft höheren Fixkosten pro Zahler gegenüber, was die Preise entsprechend anhebt.
Die Preisgestaltung für Trinkwasser basiert auf strenger Kostenrechnung und ist nicht das Ergebnis politischer Entscheidungen. Einflussfaktoren sind unter anderem die Rohwasserversorgung und -aufbereitung, die Infrastruktur, Energiekosten sowie demografische Entwicklungen. Die Herausforderungen, wie etwa Medikamentenrückstände im Wasser, erfordern innovative Investitionen und moderne Aufbereitungstechniken, um die hohe Qualität des Trinkwassers sicherzustellen.