Die Stadt Pforzheim steht momentan im Zeichen einer unerwarteten und ernsthaften Herausforderung. Bei Bauarbeiten am Quartierspark wurde eine Weltkriegsbombe entdeckt, die mit einem Gewicht von etwa 1,35 Tonnen nicht gerade klein ist. Der Fundort befindet sich an der Ecke Dammstraße/Stückelhäldenstraße, und obwohl es sich um eine ernsthafte Situation handelt, wurde von offizieller Seite betont, dass für die Bevölkerung vorerst keine akute Gefahr besteht. Doch das ist nur die Ruhe vor dem Sturm, denn die Entschärfung der Bombe ist für Sonntag, den 17. Mai, geplant.
In diesem Zusammenhang ist eine Evakuierung im Radius von 1,5 Kilometern nötig. Rund 27.000 Bürger werden aufgefordert, bis Sonntag um 8 Uhr ihre Wohnungen und Häuser zu verlassen. Das betrifft einen Großteil der Innenstadt, und man kann sich vorstellen, wie hektisch die Vorbereitungen laufen! Der Bahnverkehr in Richtung Karlsruhe und Stuttgart sowie der gesamte öffentliche Nahverkehr werden während dieser Maßnahmen stark eingeschränkt oder fallen sogar zeitweise aus. Ein großes Durcheinander, könnte man sagen. Immerhin bleibt das Helios-Krankenhaus von der Evakuierung ausgenommen, was für die dortigen Patienten eine gewisse Entlastung bedeutet.
Vorbereitungen und Evakuierung
Die Stadtverwaltung, unter der Leitung von Oberbürgermeister Peter Boch, hat die Notwendigkeit der Evakuierung betont und versichert, dass alles gut vorbereitet ist. Feuerwehr, Polizei und Kampfmittelbeseitigungsdienst sind bereits vor Ort und bereit, die Situation zu managen. Ab Freitag, den 15. Mai, wird zudem ein Bürgertelefon eingerichtet, unter der Nummer 07231/39-1000, um den Bürgern mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Die Öffnungszeiten sind Freitag von 12 bis 22 Uhr, Samstag von 8 bis 22 Uhr und Sonntag von 8 bis 22 Uhr. Immerhin möchte man den Leuten die Sorgen nehmen, die sich in dieser angespannten Lage vielleicht fragen: „Was passiert mit mir?“
Die Feuerwehr hat klargestellt, dass trotz der Umstände keine Gefahr für die Bevölkerung besteht. Das gibt zumindest ein wenig Sicherheit. Doch die Situation ist nicht neu für Deutschland. Schätzungen zufolge liegen bundesweit noch zwischen 100.000 und 300.000 Tonnen an Blindgängern im Boden und in Gewässern verborgen. Es ist ein Erbe des Zweiten Weltkriegs, das bis heute nachwirkt. Jährlich müssen etwa 5.000 dieser gefährlichen Relikte aus dem Krieg geräumt werden. In Baden-Württemberg wurden seit 1987 bereits 833 Sprengbomben-Blindgänger gefunden.
Die Gefahren von Blindgängern
Wie gefährlich diese Blindgänger tatsächlich sein können, zeigt die Tatsache, dass es im Schnitt ein- bis zweimal pro Jahr zu Selbstdetonationen kommt, was nicht nur zu Verletzten, sondern auch zu Toten führt. Die Identifizierung der Gefahrengebiete erfolgt durch die Analyse von Luftaufnahmen, die während und nach den Bombenangriffen gemacht wurden. Gezielte Suchen nach Blindgängern sind nicht nur für den Straßenbau wichtig, sondern auch für Bauprojekte, wo es mitunter zu unerwarteten Funden kommen kann – und die müssen dann natürlich sofort der Polizei gemeldet werden.
Bei der Entschärfung kommt es darauf an, die Zündmechanismen zu identifizieren und zu entfernen; das kann ein sehr heikler und nervenaufreibender Prozess sein, besonders wenn man bedenkt, dass die Sprengstoffe oft über ein halbes Jahrhundert alt sind und daher unberechenbar werden können. Letztlich müssen die meisten Blindgänger vor Ort entschärft werden, weil der Transport viel zu gefährlich wäre. Nach der Entschärfung wird der Sprengstoff in einem berstsicheren Ofen vernichtet.
Die Stadt Pforzheim ist nun aufgerufen, diese Herausforderung zu meistern, und wir hoffen, dass alle Bürger gut durch diese Zeit kommen. Es bleibt abzuwarten, wie die Dinge am Sonntag verlaufen werden, wenn die Bombe entschärft werden soll. Bis dahin heißt es: Ruhe bewahren und die Evakuierungsanweisungen befolgen!