Hier in Calw, am 13. Mai 2026, hat der April uns wahrlich in die Irre geführt. Statt der gewohnten Frühlingsfrische gab’s fast hochsommerliche Verhältnisse in Furtwangen. Ja, richtig gehört: Der April 2026 war mit einer Mitteltemperatur von 8,0 Grad gleich um 3,0 Grad wärmer als der langjährige Durchschnitt! Das hat in der Temperaturstatistik seit 1979 für Platz fünf gereicht. Wärmer waren nur die Jahre 2018, 2007, 2020 und 2011. Am 8. April kletterte das Thermometer sogar auf sagenhafte 20 Grad – ein echter Frühlingsbote!

Ein bisschen verrückt, wenn man bedenkt, dass die niedrigste Temperatur in diesem Monat am 2. April bei knackigen -3 Grad lag. Ein echter Temperaturwechsel, wie er im Buche steht! Zudem fiel auf, dass die Nächte milder wurden, während die Mittagstemperaturen stabil blieben. Mit 24 Vegetationstagen hat der April 2026 fast das Doppelte der durchschnittlichen 15 bis 16 Tage erreicht. Und die Frosttage? Nur sechs! Normalerweise hätten wir 14 bis 15 erwartet, aber der Frühling spielt wohl sein eigenes Spiel.

Ein trockener April und seine Sonnenstunden

Der April ließ sich auch nicht lumpen, was die Trockenheit betrifft. Mit gerade einmal 29 Litern Niederschlag pro Quadratmeter waren wir bei 26% des langjährigen Durchschnitts. Das macht diesen April zum dritttrockensten seit 1979. Der regenreichste Tag war der 12. April mit 15,9 Litern – aber hey, das ist ja nicht gerade eine Sintflut! Auch die Schneereste waren ein Thema: Am 1. April lag noch eine stattliche Schneedecke von 19 cm, aber nur drei Tage später war davon kaum noch etwas übrig. Historisch gesehen hatten wir im April 1984 einmal fast 38 cm Schnee – das sind Dimensionen, die wir heute mit einem Schmunzeln betrachten.

Die Sonne schien dafür umso mehr! Im April 2026 gab es mit 154 kWh/m² eine überdurchschnittliche Sonneneinstrahlung, 28% mehr als normal. Platz drei in der Sonneneinstrahlungsstatistik hinter 2007 und 2020. Das Jahr 2026 hat nach vier Monaten bereits 15% mehr Solarenergie als der Durchschnitt gesammelt. Für die Umwelt wäre das eine tolle Nachricht, wenn da nicht die unschönen Seiten des Klimawandels wären.

Der Klimawandel ist nicht zu ignorieren

Ein Blick auf den Klimawandel ist dringend nötig. Laut einem Bericht der Arbeitsgruppe I des Weltklimarats (IPCC), veröffentlicht im August 2021, steigt die Oberflächentemperatur der Erde schneller als je zuvor in den letzten 2000 Jahren. Die letzten Jahre haben uns eindrucksvoll gezeigt, dass Extremwetterereignisse wie die Hochwasserkatastrophe in Deutschland 2021 – mit über 180 Toten und enormen Zerstörungen – keine Einzelfälle sind. Diese Ereignisse sind nicht nur tragisch, sie sind auch ein direktes Ergebnis der globalen Erderhitzung.

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Die Studie der „World Weather Attribution“-Initiative zeigt, dass der Klimawandel Starkregenfälle um das 1,2- bis 9-fache wahrscheinlicher macht. Das ist eine beunruhigende Statistik. Die Zunahme von Extremwetterereignissen ist nicht mehr zu leugnen. Prognosen besagen, dass Küstenüberschwemmungen, die einst alle 100 Jahre auftraten, in Zukunft jährlich möglich sind. An dieser Stelle ist es an der Zeit, dass wir alle aktiv werden – sei es durch den Ausbau erneuerbarer Energien oder durch die Reduzierung von Bodenversiegelungen.

Wir stehen vor einer Herausforderung, die wir nicht ignorieren können. Die Natur zeigt uns, dass wir umdenken müssen, und zwar schnell. So bleibt uns nur zu hoffen, dass wir die Möglichkeit haben, unsere Umwelt zu schützen und die kommenden Herausforderungen gemeinsam anzugehen.