In St. Georgen gibt es eine große Veränderung, die Autofahrer betreffen wird. Die kostenlosen öffentlichen Stellplätze in der Rathaus-Tiefgarage fallen weg, und das hat schon für einige Diskussionen gesorgt. Bürgermeister Michael Rieger betont, dass dieser Schritt auf intensiven Überlegungen der Stadtverwaltung basiert. Man möchte die finanzielle Belastung der Stadt minimieren und vorsteuerabzugsberechtigt bleiben. Das ist ein ganz schöner Balanceakt, denn die Tiefgarage wird derzeit saniert und es wird darüber nachgedacht, wie es in Zukunft weitergehen soll.
Die baulichen Gegebenheiten der Tiefgarage sind eher beengt, was die Situation nicht gerade einfacher macht. Künftig wird es nur noch einen Fahrstreifen mit einer Schranke für Ein- und Ausfahrten geben. Diese Schranke erfasst die Kennzeichen der einfahrenden Fahrzeuge, und nur die, die einen Stellplatz gemietet haben, dürfen rein. Kurzparker haben leider keinen Zugang mehr zur Rathaus-Tiefgarage. Die Stellplätze werden zunächst an die Mitarbeiter des Rathauses vermietet. Ein Überhang von 16 Stellplätzen und zwei Behindertenparkplätzen wird ausschließlich den Dauermietern zur Verfügung stehen. Der Gemeinderat hat dem Vorhaben einstimmig zugestimmt. Das klingt nach einer klaren Linie!
Neue Parkmöglichkeiten in der Innenstadt
Eine gute Nachricht gibt es jedoch für Kurzparker: In der Marktplatz-Tiefgarage stehen genügend Stellplätze zur Verfügung, und es scheint, als wäre diese nie voll ausgelastet, wie Rieger anmerkt. In der Innenstadt eröffnete am 10. Mai das „Parkhaus Stadtmitte“ mit 138 Parkplätzen. Hier gibt es unter anderem 105 PKW-Stellplätze, die auch spezielle Plätze für Frauen, Kinderwagen und E-Ladestationen bieten. Motorradfahrer werden mit drei speziellen Stellplätzen bedacht, und für die Radler gibt es sogar 30 kostenlose Fahrrad-Stellplätze. Das ist doch mal eine Ansage!
Die Einfahrt zur Tiefgarage erfolgt über die Gewerbehallestraße/Ecke Bahnhofstraße, und Fahrradfahrer können über einen Fußgänger-Eingang in der Gerwigstraße Zugang finden. Die Öffnungszeiten sind von Montag bis Sonntag, 7:00 bis 22:00 Uhr, und die Ausfahrt ist auch nach 22:00 Uhr möglich. Klar, auch hier wird’s kostenpflichtig: 50 Cent je halbe Stunde tagsüber, ab 18:00 Uhr nur 50 Cent je Stunde, mit einem Höchstbetrag von 8 Euro pro Tag. Schön, dass die Stadt diese Ersparnisse aus der Sanierung der Tiefgarage ohne Mehrwertsteuer (19% von ca. 6 Millionen Euro) für weitere Maßnahmen verwenden möchte.
Die Herausforderung des Parkens
Doch die Organisation des „ruhenden Verkehrs“ bleibt eine komplexe und umstrittene Angelegenheit. Gemeinden stehen vor großen Herausforderungen, wie den Anforderungen des Klimaschutzes und dem zunehmenden Lieferverkehr. Auch der steigende Flächenbedarf durch mehr Autos ist ein Thema, das nicht zu unterschätzen ist. Die neue gesetzliche Regelung, die den Kommunen mehr Gestaltungsspielräume gibt, könnte hier ein Lichtblick sein. Die Stadt St. Georgen hat hier einiges an Ideen, um das Parkraumangebot zu steuern und die Stellplatznutzung zu optimieren.
Ein Difu-Projekt, das sich mit diesen Veränderungen beschäftigt, unterstützt mehrere Städte bei der Neugestaltung oder Weiterentwicklung des Parkraummanagements. Es geht darum, die Stellplatznachfrage im öffentlichen Raum effizient zu steuern und gleichzeitig die Bedürfnisse der Anwohner zu berücksichtigen. Dazu gehört auch die Kommunikation mit den Bürgerinnen und Bürgern. Die Herausforderungen sind vielfältig, aber vielleicht gelingt es der Stadt ja, ein passendes Konzept zu entwickeln, das allen gerecht wird.