Die Freiwillige Feuerwehr in Dobel steht in der kommenden Zeit vor großen Herausforderungen. Bei der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend, die Bürgermeister Christoph Schaack einberufen hatte, wurde das Augenmerk ganz speziell auf die Zukunft der Feuerwehr gelegt. Kommandant Sven Schatz und weitere Feuerwehrmitglieder waren ebenfalls anwesend, um die wichtigen Themen gemeinsam zu erörtern. Ein Fachvortrag von Marcus Frank zur Fortschreibung des Feuerwehrbedarfsplans für die Jahre 2026 bis 2031 lieferte wertvolle Einblicke.

Frank hob in seiner Präsentation hervor, dass die Gemeinden, trotz knapper Kassen, die Verantwortung für eine einsatzfähige Feuerwehr nicht vernachlässigen dürfen. Die Gesetzeslage in Baden-Württemberg wird als unklar kritisiert, insbesondere im Vergleich zu anderen Bundesländern und europäischen Nachbarn. Eine Risikoanalyse für Dobel zeigt alarmierende Ergebnisse: Die Stadt wird in Risikostufe vier eingeordnet, was einen hohen Schutzbedarf mit sich bringt. Vor allem die Vielzahl an Pflegeeinrichtungen und die stark frequentierten Überlandverkehrswege führen zu einem hohen Risiko. Im Durchschnitt verzeichnet die Feuerwehr 30 Einsätze pro Jahr.

Personalentwicklung und Einsatzbereitschaft

Ein Lichtblick ist die positive Entwicklung bei der Personalstärke: Seit 2019 ist die Anzahl der aktiven Mitglieder von 46 auf 56 gestiegen. Das klingt erstmal gut, doch die Erreichungsgrade der Einsatzkräfte sind nicht immer überzeugend. Tagsüber liegt der Erreichungsgrad der ersten Staffel bei 82 %, während es nachts sogar 94 % sind. Die zweite Staffel hingegen bringt es nur auf 48 % – ein Ergebnis, das durch Arbeitsverpflichtungen außerhalb Dobels verursacht wird. Das Ziel, einen Erreichungsgrad von 90 % zu erreichen, bleibt also eine Herausforderung.

Ein weiterer Punkt, der auf der Sitzung zur Sprache kam, war der Handlungsbedarf in Bezug auf die taktische Gliederung der Feuerwehr. Demografische und infrastrukturelle Veränderungen erfordern eine Anpassung. Besonders dringlich ist die Beschaffung neuer Fahrzeuge, sodass Ersatz- und Neubeschaffungen nicht hinausgezögert werden dürfen. Empfohlen wurden mehrere Anschaffungen: Ein Mehrzweckfahrzeug für 105.000 Euro (mit einer Förderung von 22.000 Euro), ein Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeug für 590.000 Euro (Förderung: 150.000 Euro) sowie ein Tanklöschfahrzeug für 560.000 Euro, dessen Anschaffung für 2036 anvisiert ist. Auch ein Gerätewagen Logistik für 270.000 Euro (Förderung: 50.000 Euro) steht auf der Liste.

Die Rolle der Feuerwehrbedarfsplanung

Die Gemeinde ist bereits aktiv und hat mit dem Anbau und der Renovierung des Feuerwehrgerätehauses begonnen. Der Gemeinderat hat dem Feuerwehrbedarfsplan einstimmig zugestimmt und die Planungsleistungen für den Gerätewagen Logistik und das Feuerwehrgerätehaus beschlossen. Diese Entscheidungen sind nicht nur formal, sie bilden eine wichtige Grundlage für die künftige Leistungsfähigkeit der Feuerwehr.

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Die Erstellung von Feuerwehrbedarfsplänen ist ein zentraler Aspekt der Brandschutzvorsorge. Diese Pläne basieren auf einer umfassenden Risikoanalyse und definieren Feuerwehrstrukturen, Standorte der Gerätehäuser und die notwendige Ausstattung. Die Berücksichtigung von Synergien durch überörtliche Hilfe und interkommunale Zusammenarbeit ist dabei unerlässlich. Auch die Optimierung der Standortauswahl von Feuerwehrhäusern mithilfe von Geoinformationssystemen (GIS) kann entscheidend sein, um die Eintreffzeiten zu verbessern und die Fahrzeugauslastung zu maximieren.

Die Verantwortung für den Brandschutz liegt letztlich bei den Städten und Gemeinden, die dafür sorgen müssen, dass ihre Feuerwehr leistungsfähig ist, gut ausgerüstet wird und die nötige Ausbildung erhält. Die Finanzierung erfolgt durch die Kommunen, und um die Leistungsfähigkeit zu überprüfen, ist eine sorgfältige Planung unabdingbar. Die rechtlichen Rahmenbedingungen sind in den Landesgesetzen festgelegt, und die Bedarfsplanung dient als Entscheidungsgrundlage für kommunale Entscheidungsträger.

In Dobel steht also einiges auf dem Spiel. Die Herausforderungen sind groß, doch mit einer klaren Planung und dem Engagement der Feuerwehr und der Gemeinde kann der Brandschutz in der Region gesichert werden. Die nächsten Schritte sind gesetzt, und die Feuerwehr hat die Unterstützung, die sie braucht, um ihre entscheidende Rolle im Schutz der Bevölkerung und der Sachwerte zu erfüllen.