Kampf ums Überleben: Soziale Einrichtungen im Breisgau-Hochschwarzwald unter Druck
Im Breisgau-Hochschwarzwald zeigt sich ein besorgniserregendes Bild für die sozialen Einrichtungen und Dienste. Eine aktuelle Online-Befragung der BAGFW, die zwischen Oktober und Dezember 2025 stattgefunden hat, beleuchtet die dramatische Situation der Freien Wohlfahrtspflege. Fast 700 Träger und Einrichtungen nahmen an der Umfrage teil, und die Ergebnisse sprechen eine deutliche Sprache: Die wirtschaftliche Bedrängnis ist groß. So fürchten drei Viertel der Befragten, nach einer Kündigung ihrer Räumlichkeiten keine bezahlbare Alternative zu finden. Besonders kleinere Organisationen sind betroffen, und über die Hälfte der Ein-Standort-Träger musste seit 2020 eine Mieterhöhung hinnehmen. Das sind keine guten Nachrichten!
Ein Drittel aller Träger empfindet die Mietkosten als immense finanzielle Belastung. Automatische Mietsteigerungen sind in sechs von zehn Mietverträgen festgeschrieben, oft in Form von Staffel- oder Indexmieten, was die Kalkulation der Nebenkosten zu einer wahren Herausforderung macht. Die BAGFW weist darauf hin, dass im Gewerbemietrecht kaum Schutz vor Verdrängung oder überzogenen Mietsteigerungen besteht. Gemeinnützige Träger stehen in Konkurrenz zu kommerziellen Unternehmen um dieselben Flächen, und während die kommerziellen Anbieter ihre Einnahmen bei steigenden Mieten anpassen können, bleibt das bei sozialen Einrichtungen oft ein unerfüllbarer Wunsch.
Die alarmierenden Prognosen
Die Zukunft sieht für viele Einrichtungen düster aus. Über 80 Prozent der Befragten erwarten Einschränkungen oder gar die Einstellung ihrer sozialen Angebote. Das ist nicht einfach nur Statistik, das betrifft Menschen! 82 Prozent rechnen damit, dass sie perspektivisch weitere Angebote zurückfahren müssen. Noch erschreckender: 28 Prozent der Befragten gaben an, dass bestimmte Leistungen komplett wegfallen könnten. Bereits jetzt mussten 20 Prozent der Einrichtungen Angebote schließen. In den letzten zwei Jahren berichteten mehr als zwei Drittel der Befragten, dass sie aufgrund von Kostensteigerungen oder Kürzungen Angebote einschränken oder ganz einstellen mussten. Das macht einen nachdenklich.
Die BAGFW fordert deshalb eine Reihe von Maßnahmen, um die Situation zu verbessern. Ein verbindlicher Gewerbemietspiegel, verbesserte mietrechtliche Schutzmechanismen und eine gesetzlich abgesicherte Refinanzierung der tatsächlichen Miet- und Nebenkosten sind nur einige der Vorschläge. BAGFW-Präsident Achim Meyer auf der Heyde betont immer wieder, wie wichtig Räume für soziale Arbeit sind. Ohne diese Räume wird es schwierig – nicht nur für die Einrichtungen selbst, sondern auch für die Menschen, die auf die Angebote angewiesen sind.
Der Mangel an Schutz
Ein Blick auf die rechtlichen Rahmenbedingungen zeigt, dass Gewerbemieterinnen im Vergleich zu Wohnraummieterinnen keinen adäquaten Schutz genießen. Der Gesetzgeber behandelt sie als gleichberechtigt, was in angespannten Mietmärkten fraglich ist. Hohe Gewerbemieten und fehlender Kündigungsschutz sind für soziale Einrichtungen eine enorme Hürde. Wenn man bedenkt, dass die Gewerbemieten zwischen 2009 und 2018 in Städten wie Erfurt um stolze 216,7 Prozent gestiegen sind, wird das Ausmaß des Problems deutlich. Die Corona-Pandemie hat die Situation zusätzlich verschärft. Ein Mietrechtsanpassungsgesetz bietet nur begrenzten Schutz, und viele Einrichtungen finden die hohen Gewerbemieten schlichtweg nicht refinanzierbar.
Dennoch gibt es Hoffnung! Vorschläge zur Verbesserung des Gewerbemietschutzes sind in der Diskussion: Von der Ausweitung städtebaulicher Instrumente bis hin zu einem stärkeren Kündigungsschutz. Möglicherweise können solche Maßnahmen dazu beitragen, dass soziale Einrichtungen auch in Zukunft bestehen bleiben und ihre wichtigen Angebote aufrechterhalten können. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Situation weiterentwickeln wird. Aber eines ist klar: Die Menschen, die auf soziale Dienste angewiesen sind, dürfen nicht im Regen stehen gelassen werden.
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