Im Breisgau-Hochschwarzwald gibt es aktuell einen ganz besonderen Grund zur Sorge: den Japankäfer. Diese kleine Plage, die etwa einen Zentimeter groß ist und metallisch grün schimmert, hat sich in der Region bemerkbar gemacht. Im Juli 2022 wurden am Güterbahnhof in Freiburg zahlreiche Exemplare gefangen. Das ist nicht nur ein einfacher Schädling wie jeder andere – der Japankäfer (Popillia japonica) ist ein Quarantäneschädling, der mehr als 400 Pflanzenarten schädigen kann. Von Zierpflanzen über Weinreben bis hin zu Ackerkulturen und Bäumen, kein grüner Freund ist vor ihm sicher. Und wenn wir über die Larven sprechen, die sich als Engerlinge im Boden verstecken, wird die Sache noch schlimmer: Sie schädigen Wiesen und Rasenflächen, während die erwachsenen Käfer sich an Blättern, Blüten und Früchten gütlich tun. Man kann nur sagen, ein ganz schön hungriges Völkchen!
Ein Blick auf die Maßnahmen, die die untere Landwirtschaftsbehörde des Landratsamtes Breisgau-Hochschwarzwald getroffen hat, zeigt, dass die Problematik ernst genommen wird. Am 1. August 2025 wurde eine Allgemeinverfügung veröffentlicht, die auch weiterhin in Kraft bleibt. Diese Verfügung unterteilt das Gebiet um die Fundstellen in zwei Zonen: die Befallszone und die Pufferzone. In der Befallszone, die einen Radius von 1000 Metern um die Fundstellen umfasst, gelten strenge Regeln. So ist es beispielsweise verboten, Pflanzen mit Wurzeln ohne spezielle Auflagen zu transportieren, und das Bewässern von Rasenflächen ist in den Sommermonaten ebenfalls untersagt. In der Pufferzone hingegen dürfen Grünschnitt und Pflanzenreste von Juni bis September nur nach vorherigem Häckseln herausgebracht werden. Hier wird ein deutliches Zeichen gesetzt: Frühzeitiges Erkennen und Bekämpfen ist die Devise!
Die Ausbreitung des Japankäfers
Der Japankäfer ist kein Neuling in Europa. Er wurde erstmals 2014 in Italien (Lombardei) entdeckt und fand 2017 seinen Weg in die Schweiz (Tessin). Im Jahr 2024 gab es Funde an der Grenze zwischen Deutschland und der Schweiz. In Deutschland selbst ist der Käfer bisher nicht etabliert, allerdings wurden im Juli 2025 Befallsgebiete in Freiburg und im August 2025 in Trebur (Südhessen) festgestellt. Die Gefahr ist real, denn die Käfer könnten sich durch Reise- oder Güterverkehr als blinde Passagiere eingeschleppt haben. Das heißt für uns: Augen auf und wachsam bleiben!
Die erwachsenen Käfer sind nicht nur ein Anblick für die Augen, sondern auch ein echter Schädling im Garten und auf dem Feld. Sie fressen an über 400 Pflanzenarten und können bei massenhaftem Auftreten Kahlfraß verursachen. Die Larven hingegen sind weniger mobil, ziehen sich aber im Spätherbst in tiefere Bodenschichten zurück, um zu überwintern. Das macht die Bekämpfung nicht gerade einfacher. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Meldung von Verdachtsfällen. Bei Auffälligkeiten sollten Datum und Fundort an den zuständigen Pflanzenschutzdienst weitergegeben werden. Und denk dran: Verdächtige Käfer sollten in einem geschlossenen Behälter zur Bestimmung übergeben werden!
Maßnahmen und Prävention
Was kann man also tun, um der Plage Herr zu werden? Die Bekämpfungsmaßnahmen sind vielfältig. Dazu gehören der Einsatz von parasitischen Fadenwürmern, insektenpathogenen Pilzen und auch Folienabdeckungen in stark befallenen Gebieten. Aber auch synthetische Lockstoffe, die mit Trichterfallen kombiniert werden, können hilfreich sein, um die Käfer zu fangen. Und falls du denkst, dass du die Pflanzen aus befallenen Gebieten einfach so nach Deutschland mitbringen kannst – lass es besser sein! Das ist nicht erlaubt und könnte die Situation nur weiter verschärfen.
Die Bevölkerung wird eindringlich gebeten, verdächtige Käfer zu melden und Fahrzeuge sowie Gepäck nach Reisen auf Käfer zu kontrollieren. Schließlich ist der Japankäfer von der EU als prioritärer Unionsquarantäneschädling eingestuft, und das bedeutet, dass bei seinem Auftreten der Befall ausgerottet oder dessen Ausbreitung verhindert werden muss. Es ist also höchste Zeit, sich über dieses Thema zu informieren und aktiv zu werden, um die Pflanzenwelt in unserer Region zu schützen!
Schließlich stellt das Internationale Pflanzenschutzübereinkommen (IPPC) seit über 50 Jahren sicher, dass Pflanzen vor solchen Schädlingen geschützt werden. Die Einhaltung der Regelungen ist nicht nur eine Frage der Landwirtschaft, sondern betrifft uns alle. Denn gesunde Pflanzen sind die Grundlage für unsere Umwelt und unser Wohlbefinden. Und das sollten wir nicht aus den Augen verlieren!