Heroldstatt: Ein finanzielles Vorbild in stürmischen Zeiten
Inmitten der turbulenten finanziellen Landschaft in Deutschland, wo viele Kommunen am Limit ihrer Möglichkeiten kämpfen, sticht die kleine Gemeinde Heroldstatt im Alb-Donau-Kreis wie ein heller Stern am Himmel hervor. Während bundesweit Proteste von Städten und Gemeinden laut werden, die sich in finanziellen Nöten befinden, kann Heroldstatt auf eine bemerkenswerte Bilanz zurückblicken: einen ausgeglichenen Haushalt und den Blick auf Schuldenfreiheit. Bürgermeister Michael Weber hat dies durch eine Anfrage beim Kommunal- und Prüfungsamt bestätigt bekommen. Ein Lichtblick, der nicht nur für die Gemeinde selbst, sondern auch für die Region von Bedeutung ist.
Heroldstatt ist die einzige Gemeinde im Alb-Donau-Kreis, die einen ausgeglichenen Haushalt vorweisen kann. Das beeindruckt besonders, wenn man bedenkt, dass nur etwa 33 % der Gemeinden im Kreis mit einem soliden Finanzplan aufwarten können. Hier in Heroldstatt hat man es geschafft, die Steuern und Gebühren so anzupassen, dass die Kostendeckung gesichert ist. Ein wahrer Kraftakt, der sich auch in den Gewerbesteuereinnahmen widerspiegelt, die um 500.000 Euro gestiegen sind – entgegen dem allgemeinen Trend im Land. Wenn das nicht nach einer Erfolgsgeschichte klingt!
Investitionen und Fortschritt
Die Gemeinde hat nicht nur die Finanzen im Griff, sondern auch ambitionierte Pläne für die Zukunft. Ein Investitionskredit von 2,1 Millionen Euro wurde aufgenommen, um den Ortskern zu sanieren, und bereits 600.000 Euro wurden abgezahlt. Die restlichen 1,5 Millionen Euro sollen bis Sommer 2026 abgelöst werden. In den letzten sechs Jahren hat Heroldstatt insgesamt rund 21 Millionen Euro in verschiedene Projekte investiert, darunter Kanal- und Wassernetzsanierungen, Schulsanierungen und den Ausbau des Breitbandnetzes. Man könnte sagen, die Gemeinde ist auf einem richtigen Weg – und das mit einer Investitionsquote von stolzen 40 %.
Im Jahr 2025 erwartet Heroldstatt ein ordentliches Ergebnis von rund +428.000 Euro, was eine Verbesserung von etwa 413.000 Euro im Vergleich zur ursprünglichen Planung darstellt. Hauptverantwortlich dafür sind die höheren Gewerbesteuereinnahmen und geringere Aufwendungen für den Unterhalt des unbeweglichen Vermögens. Ein Sonderergebnis von etwa +875.000 Euro wird ebenfalls prognostiziert, was vor allem durch Grundstücksverkäufe und Nachzahlungen von Gewerbesteuer aus einem interkommunalen Gewerbegebiet erzielt wird. Das Gesamtergebnis beläuft sich somit auf über 1,3 Millionen Euro – kein Wunder, dass die Gemeinde auch für die kommenden Jahre auf ein positives Ergebnis setzt!
Ein solider Partner: Die Heroldstatt-Gemeindeentwicklungs-GmbH
Ein wichtiger Faktor für den finanziellen Erfolg ist die Heroldstatt-Gemeindeentwicklungs-GmbH (HGE), die seit über 25 Jahren existiert. Diese eigenständige GmbH ermöglicht es der Gemeinde, wirtschaftlich agieren zu können und ihre Bilanzen jährlich offenzulegen. Die HGE hat Vermögenswerte von sechs Millionen Euro in Form von Bauplätzen und Gebäuden und wurde mit einer Bürgschaft über 5,5 Millionen Euro von der Gemeinde unterstützt. Das gibt der Gemeinde den nötigen Spielraum für weitere Entwicklungen und Projekte, auch wenn einige davon umstritten waren. Aber hey, was wäre das Leben ohne ein bisschen Kontroversen?
Die Pro-Kopf-Verschuldung in Heroldstatt beträgt nur 725,50 Euro – weit unter dem Durchschnitt vergleichbarer Gemeinden in Baden-Württemberg, der bei 1.090 Euro liegt. Das ist ein erfreulicher Aspekt, besonders wenn man bedenkt, dass 45 % der kreisangehörigen Gemeinden mit mehr als 1.000 Euro verschuldet sind. In einer Zeit, in der die deutschen Kommunen mit einem Rekord-Defizit von 31,9 Milliarden Euro kämpfen und 7,5 % der Ausgaben nicht durch reguläre Einnahmen gedeckt sind, ist Heroldstatt ein ermutigendes Beispiel für solide Finanzpolitik.
Eine herausfordernde Zeit für viele Gemeinden
Während Heroldstatt auf dem Weg zur Schuldenfreiheit ist, schaut der Rest Deutschlands besorgt auf die Finanzen der Kommunen. Die Herausforderungen sind groß: steigende Sozial- und Personalkosten, die schneller wachsen als die Einnahmen, und der Investitionsstau von 167 Milliarden Euro in den Kommunen. Viele Städte und Gemeinden müssen Kassenkredite aufnehmen, um ihre strukturellen Defizite zu überbrücken. Ein neues Bundes-Sondervermögen soll dabei helfen, doch ob das ausreicht, bleibt fraglich.
In diesem Kontext ist Heroldstatt nicht nur ein Lichtblick, sondern auch ein Beispiel für andere Gemeinden, wie man durch kluge Finanzpolitik, bürgerschaftliches Engagement und strategische Investitionen die Weichen für eine positive Zukunft stellen kann. Ein wenig Hoffnung in einer herausfordernden Zeit – und das ist doch schon mal was!
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