Die Münchner U-Bahn ist nicht nur ein wichtiges Verkehrsmittel, sondern auch ein zentraler Bestandteil des Lebens in der Stadt. Der U-Bahnhof Großhadern, der täglich rund 16.000 Fahrgäste zählt, ist besonders bei den Studenten der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) beliebt. Mit seiner Eröffnung im Jahr 1993 ist er nicht nur wegen seiner knallgelben Säulen und der geologischen Wandbemalung von Johannes Klinger bekannt, sondern auch als Tor zu einem lebendigen Viertel, das sich ständig weiterentwickelt.
Besonders erfreulich ist die Wiedereröffnung des Kiosks am U-Bahnhof, der nach sechs Jahren Schließung Ende Januar wieder seine Pforten öffnete. Kioskbetreiber Ali Dosti (27) bietet dort nicht nur Kaffee und Snacks, sondern auch Tabak an – ein kleiner, aber feiner Anlaufpunkt für die Pendler und Studenten. Montags bis freitags öffnet der Kiosk bereits um 6:30 Uhr, auch wenn der Fahrscheinverkauf derzeit noch nicht möglich ist. Wer eine Butterbrezel für 2,30 Euro genießen möchte, kann sich auf eine geplante Erweiterung um belegte Semmeln freuen.
Neuer Endbahnhof Martinsried in Sicht
Wohin die Reise geht, zeigt die geplante U6-Verlängerung nach Martinsried, die 2027 eröffnet werden soll. Die Bauarbeiten sind bereits im Gange, und der neue Endbahnhof wird den bisherigen Endbahnhof Klinikum Großhadern ersetzen. Mit einer Strecke von 950 Metern und einem Tunnel, der bis zu 20 Meter unter der Oberfläche verläuft, wird diese Erweiterung nicht nur die Erreichbarkeit des Forschungscampus, insbesondere der Fakultät Biologie der LMU, verbessern, sondern auch die Anbindung an die Max-Planck-Institute und das Innovationszentrum Biotechnologie Martinsried stärken.
Der neue Bahnhof wird mit einem 120 Meter langen Bahnsteig ausgestattet sein, der sich etwa 7 Meter unter dem Gelände befindet. Tageslicht wird durch spezielle Öffnungen in der Bauwerksdecke auf den Bahnsteig gelangen, und die Gestaltung umfasst Sichtbetonflächen und gelbe Farbakzente, die den Bezug zu den Forschungsinstituten verdeutlichen. Die Eröffnung der neuen Strecke wurde aufgrund von Finanzierungsproblemen zunächst auf Mitte 2026 verschoben, aber die Erwartungen sind nun auf 2027 festgelegt. Der erste Spatenstich fand am 6. Februar 2023 statt und markiert den Beginn eines wichtigen Kapitels für die Mobilität in München.
Ein Blick in die Mobilität der Münchner
Die Veränderungen im Münchner Verkehrsnetz sind Teil eines größeren Trends, der sich in der Stadt abzeichnet. Im Jahr 2023 hat München erstmals an der Haushaltsbefragung „Mobilität in Städten – System repräsentativer Verkehrsbefragungen (SrV) 2023“ teilgenommen. Rund 40.000 Münchner*innen wurden über ihr Verkehrsverhalten befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Anzahl der täglichen Wege seit der letzten Befragung 2017 kaum verändert hat, jedoch geht der Trend zu mehr Fuß- und Fahrradverkehr.
16 Prozent der Münchner Erwerbstätigen arbeiteten am Befragungstag im Homeoffice, was zeigt, dass die Mobilitätsbedürfnisse im Wandel sind. Gleichzeitig bleibt der U-Bahnhof Großhadern ein zentraler Knotenpunkt für die täglichen Pendler und die ansteigende Zahl junger Leute, wie die Rentnerin Brigitte Seitz feststellt. Die geplante U6-Verlängerung könnte diesen Trend weiter verstärken und das Quartier Großhadern noch lebendiger machen.