In Neumünster tut sich etwas im Neubaugebiet Einfeld, wo die Pläne für 30 neue Einfamilien- und Doppelhäuser sowie Seniorenwohnungen Gestalt annehmen. Der Bebauungsplan hat im November 2024 seine Rechtskraft erlangt, und die erste Ausbaustufe der Baustraße ist bereits fertiggestellt. Auf rund vier Hektar Fläche, nördlich des Kreuzkamps und westlich des Roschdohler Wegs, stehen die Grundstücksgrößen zwischen 435 und 932 Quadratmetern bereit, wobei derzeit noch zehn dieser Grundstücke verfügbar sind.
Besonders erfreulich ist der soziale Aspekt des Projekts: Ein Drittel der Geschosswohnungen wird sozial gefördert, was den Stadtteilbeirat Einfeld sehr begrüßt. Die Bauarbeiten sind bereits im Gange, und die Ver- und Entsorgungsleitungen für Strom, Telekommunikation/Glasfaser, Wasser und Abwasser sind verlegt. Im Zuge des Projekts wird auch ein Trafohäuschen von den Stadtwerken Neumünster aufgestellt, während der Anschluss vom Flaadenweg erfolgen wird.
Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung
Ein weiteres interessantes Detail der Planung ist die Vorgabe von Gründächern und Photovoltaikanlagen, die nicht nur zur Nachhaltigkeit beitragen, sondern auch die Energiekosten für die zukünftigen Bewohner senken werden. Die Straße „Moorkoppeln“ wird mit begrünte Bauminseln ausgestattet und ist teilweise als verkehrsberuhigte Spielstraße vorgesehen, was besonders für Familien von Vorteil ist. Zudem wird im südwestlichen Teil des Gebiets eine Grünfläche als Ausgleichsfläche entstehen.
Die Baufelder zum Roschdohler Weg sind für Geschosswohnungen mit drei Voll- und einem Staffelgeschoss vorgesehen, und auch die Beheizung der neuen Gebäude wird über Wärmepumpen und Photovoltaikanlagen erfolgen. Trotz der hohen Nachfrage ist die Kapazität der Fernwärmeleitung für ein weiteres Baugebiet nicht ausreichend, was den sozialen Wohnungsbau in Neumünster vor einige Herausforderungen stellt.
Ein Blick auf die Geschichte des sozialen Wohnungsbaus
Der soziale Wohnungsbau hat in Deutschland eine lange Tradition, die nach dem Zweiten Weltkrieg begann. Ziel war es, Wohnraum für die breite Bevölkerung zu schaffen und die Städte wiederaufzubauen. In den 1960er- und 1970er-Jahren erlebte der soziale Wohnungsbau eine Phase des Ausbaus und der Professionalisierung. Doch in den 1980er- und 1990er-Jahren kam es zu einem Rückgang, bedingt durch Kürzungen der Fördermittel und eine stärkere Förderung von Eigentumsbildung.
Die Föderalismusreform von 2006 führte zur Neuordnung der Zuständigkeiten im sozialen Wohnungsbau, was dazu führte, dass der Bund sich weitgehend aus der Förderung zurückzog. Erst ab 2015, in einer Zeit zunehmenden Mangels an bezahlbarem Wohnraum, kam es zu einer Renaissance des sozialen Wohnungsbaus. Mit neuen Fördermitteln wurden zahlreiche Sozialwohnungen geschaffen, und die Einführung von Artikel 104d in das Grundgesetz ermöglicht dem Bund Finanzhilfen für soziale Wohnraumförderung.
Die Entwicklungen im Neubaugebiet Einfeld sind ein positives Zeichen für die Zukunft der Stadt Neumünster. Die Pläne für sozialen Wohnungsbau und seniorengerechtes Wohnen sind nicht nur notwendig, sondern auch ein Schritt in die richtige Richtung, um die Herausforderungen des Wohnungsmarktes zu bewältigen.