In einem dramatischen Rettungsversuch für einen Buckelwal, der seit Wochen vor der Ostseeküste umherirrt, hat das Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommern ein neues, schonenderes Konzept zur Rettung des Tieres in Aussicht gestellt. Der Wal, ein etwa zwölf Meter langer Bulle, befindet sich seit Ende März in der Kirchsee vor der Insel Poel und hat bereits mehrfach gestrandet. Die Transportvorbereitungen laufen auf Hochtouren, da ein Lastkahn, auch Barge genannt, am kommenden Sonntag eintreffen soll, um den Wal ins tiefere Wasser zu bringen.

Umweltminister Till Backhaus (SPD) hat in den letzten Tagen die Arbeiten an einem neuen Konzept vorangetrieben, das nach seinen Angaben darauf abzielt, dem Wal so wenig Schmerzen wie möglich zuzufügen. Details sind noch unklar, aber es wurde bereits angekündigt, dass der Wal in einer wassergefüllten Umgebung transportiert werden soll. Der ursprüngliche Plan, den Wal mit Pontons abtransportieren, wurde nicht genehmigt. Stattdessen sieht das Konzept vor, den Wal über eine mehr als 100 Meter lange Rinne zu einem Lastkahn zu führen, der eigens für diesen Zweck umgebaut werden muss.

Rettungsaktionen und Herausforderungen

Die Herausforderungen für das Rettungsteam sind enorm. Zwei neue Veterinäre haben intensiv an der Rettung gearbeitet, doch der Gesundheitszustand des Wals bleibt kritisch. Wegen des hohen Wellengangs konnten die Tierärzte kein Blut abnehmen, um eine genaue Diagnose zu stellen. Ein wissenschaftliches Gutachten aus April deutet darauf hin, dass der Rettungsversuch möglicherweise nicht erfolgversprechend ist und erhebliche Risiken birgt. Dennoch betont Backhaus, dass Tatenlosigkeit keine Option sei. Um den Wal in der Flachwasserzone zu halten, wurden Sandsäcke als Barriere um ihn herum gesetzt.

Ein weiterer Aspekt der Rettungsbemühungen ist die palliative Versorgung, die von der Internationalen Walfangkommission (IWC) empfohlen wird. Die Tierärztin Kerstin Alexandra Dörnath äußert sich besorgt über den Zustand des Wals und erklärt, dass heftige Bewegungen des Tieres eher auf Stress und Agonie hindeuten als auf Befreiungsversuche. Ein Seil hängt aus dem Maul des Wals und könnte tiefer im Magen-Darm-Trakt stecken, was die Situation zusätzlich kompliziert.

Politische Dimension und Ausblick

Das Ministerium begleitet die Maßnahmen eng und hat das Veterinärpersonal rund um die Uhr vor Ort. Backhaus weist die Kritik zurück, dass Maßnahmen blockiert wurden, und kündigt eine politische Aufarbeitung der Ereignisse an, um die Strukturen im Umgang mit Großwalen auf Bundesebene zu verbessern. Die private Hilfsinitiative, die sich weiterhin um die Rettung des Wals bemüht, hat leider nicht wie geplant vor die Presse treten können, was die Situation zusätzlich belastet.

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Die Rettungsbemühungen konzentrieren sich darauf, dem Wal mehr Platz zu verschaffen, damit er seine Bewegungen im Wasser besser koordinieren kann. Während der Wal am Dienstag 2,5 Kilogramm Fisch nicht fraß, bleibt die Hoffnung, dass er bald wieder zu Kräften kommt. Der Transport des Wals ist für Dienstag oder Mittwoch geplant, und alle Beteiligten drücken die Daumen für ein glückliches Ende dieser dramatischen Geschichte, die bereits seit dem 3. März ihren Lauf nimmt und den Wal vor die Augen der Öffentlichkeit bringt.