Die Orgel, oft als „Königin der Instrumente“ bezeichnet, hat eine lange und bewegte Geschichte, die bis ins 9. Jahrhundert zurückreicht. In der Pfarrei Wadern äußerte man bereits 1817 den Wunsch nach einer eigenen Orgel, um den Gemeindegesang zu unterstützen und zur Ehre Gottes beizutragen. Der Kirchenschöffenrat bat am 12. November 1826 den Bischof von Trier um die Genehmigung für den Orgelbau. Bischof Joseph von Hommer gab sein Einverständnis und beauftragte den Orgelbauer Verschneider aus Püttlingen mit der Umsetzung des Projekts. So wurde die neue Orgel Anfang der 1830er Jahre eingeweiht.
Die Orgel in Wadern erlebte im Laufe der Jahre zahlreiche Veränderungen. 1869 fand die erste Reparatur statt, und 1871 wurde ein neues Gebläse eingebaut. Bis 1909 wurde das Gebläse manuell betrieben, bis es einen elektrischen Antrieb erhielt. Tragische Wendung nahm die Geschichte der Orgel am 23. Februar 1945, als eine Bombe die Orgel schwer beschädigte und sie für Jahre verstummen ließ. In dieser Übergangszeit wurde ein Harmonium verwendet. Doch 1950 erhielt die Gemeinde eine umfassend erneuerte Orgel des Orgelbauers Frédéric Haerpfer aus Boulay/Moselle, die 21 Register hatte und 3,78 Millionen Franc kostete.
Eine Rückkehr zur Pracht
Im Jahr 1982 musste die Pfarrkirche wegen Dachschäden geschlossen werden, und die Orgel wurde abgebaut. Die Orgelbauwerkstatt Hugo Mayer aus Heusweiler wurde mit der grundlegenden Erneuerung beauftragt. 1986 kehrte die vollständig erneuerte Orgel mit 24 Registern zurück, deren Klang kraftvoller und harmonischer geworden war. Diese Orgel begleitet die Pfarrgemeinde bis heute und feiert nun das 40-jährige Jubiläum ihrer letzten Erneuerung.
Die Entwicklung der Orgel
Die Geschichte der Orgel ist jedoch nicht nur auf die Pfarrei Wadern beschränkt. Bereits im 3. Jahrhundert v. Chr. wurden erste Orgeln gebaut, und der griechische Techniker Ktesibios gilt als Erfinder der Orgel. Er entwickelte das „organon hydraulikon“, das Töne durch Winddruck in Metallpfeifen erzeugte. Ursprünglich fanden Orgeln Verwendung in der Hausmusik sowie in Theatern und Zirkussen. Die frühen Christen waren skeptisch, da die Orgel auch bei Kämpfen in Arenen gespielt wurde.
Im Laufe der Jahrhunderte fanden Orgeln ihren Platz im kaiserlichen Zeremoniell in Rom und Byzanz. Pippin der Jüngere erhielt im 8. Jahrhundert eine Orgel als Geschenk vom byzantinischen Hof, und Ludwig der Fromme ließ eine Orgel für die Kaiserpfalz in Aachen anfertigen. Orgeln hielten Einzug in christliche Kirchen, zunächst in Kathedralen und später auch in Klosterkirchen. Im Mittelalter war die Liturgie stark vom Gregorianischen Choral geprägt, wobei sich Orgelspiel und Gesang abwechselten.
Orgeln im Wandel der Zeit
Die Barockzeit gilt als Blütezeit der Orgelmusik, mit bedeutenden Komponisten wie Johann Sebastian Bach und Dietrich Buxtehude, während die Klassik weniger Fokus auf Orgelmusik legte. Im 19. und 20. Jahrhundert fand die Orgel auch in Konzertsälen und Kinos Verwendung, wobei die Einführung des Tonfilms zu einem Rückgang der Orgeln in Kinos führte. Heutige Gottesdienste sind oft ohne Orgelspiel kaum vorstellbar, und auch digitale Orgeln finden zunehmend Einzug in die Kirchen.
Die Orgel besteht aus vielen Pfeifen, die in Registern zusammengefasst sind, und wird von einem Spieltisch mit Tasten bedient. Der Luftstrom in die Pfeifen wird durch Ventile gesteuert, während ein Pedal das Spielen mit den Füßen ermöglicht. Einige Orgeln verfügen über Schwellkästen zur Lautstärkeregelung. Diese wunderbare „Königin der Instrumente“ hat also nicht nur in Wadern, sondern weltweit eine bedeutende Rolle gespielt und wird das auch in Zukunft tun.