Das Schildkrötenwochenende im Museum Alzey verspricht ein spannendes Ereignis für Natur- und Tierliebhaber zu werden. Am 8. und 9. Mai 2026 lädt der Altertumsverein für Alzey und Umgebung e.V. in Kooperation mit der KVHS Alzey-Worms und dem Museum Alzey zu einem informativen und unterhaltsamen Programm ein, das die faszinierende Welt der Schildkröten in den Mittelpunkt stellt.

Der Startschuss fällt am Freitag, den 8. Mai, um 19:30 Uhr mit einem öffentlichen Abendvortrag von Prof. W. G. Joyce von der Universität Fribourg in der Schweiz. Dieses besondere Event trägt den Titel „Evolution der Schildkröten“ und bietet den Besuchern die Möglichkeit, tiefere Einblicke in die Entwicklungsgeschichte dieser uralten Tiere zu gewinnen. Der Eintritt sowie ein Umtrunk sind kostenfrei, was die Veranstaltung zu einem perfekten Anlass macht, um sich mit anderen Interessierten auszutauschen.

Ein ganztägiges Abenteuer

Der Samstag, 9. Mai, steht ganz im Zeichen eines ganztägigen Programms, das Workshops und eine geologische Exkursion umfasst. Das Thema der Exkursion lautet „Schildkröten in rheinhessischen Meeressbuchten“ und wird von Dr. B. Werner und Prof. Dr. T. Kerig geleitet. Um 9:30 Uhr treffen sich die Teilnehmer in der Jean-Braun-Straße in Alzey und um 10:00 Uhr an der Beller Kirche in Eckelsheim. Diese Erkundungstour bietet die Möglichkeit, die geologische Geschichte Rheinhessens vor 30 Millionen Jahren zu entdecken, während die Teilnehmer geologische Spuren untersuchen und Originalfossilien im Museum Alzey begutachten können. Ein gemeinsames Abendessen rundet den Tag ab.

Für die Teilnahme an der Exkursion ist eine Anmeldung bis zum 2. Mai 2026 erforderlich. Interessierte können sich per E-Mail an museum@alzey.de oder telefonisch unter 06731 / 495-722 anmelden. Die Teilnahme ist kostenlos, was dieses Event besonders attraktiv macht.

Schildkröten: Ein Blick in die Evolution

Die Erforschung von Schildkröten ist ein spannendes Feld, das auch aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse einschließt. Internationale Forschende, darunter Dr. Gabriel Ferreira vom Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen, haben eine umfassende Datensammlung zu Körpergrößen von rezenten und fossilen Schildkröten erstellt. Diese Studie, veröffentlicht im Fachjournal „Ecology and Evolution“, zeigt, dass die Größe der Schildkröten nicht von klimatischen Verhältnissen abhängt, sondern vielmehr von der Lebensweise der Tiere beeinflusst wird.

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Das Forschungsteam analysierte 795 Schildkrötenarten, darunter 536 ausgestorbene Arten. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass das heutige globale Klima keinen signifikanten Einfluss auf die Körpergröße der Schildkröten hat. Besonders hervorzuheben ist die Areolen-Flachschildkröte (Homopus areolatus), eine der kleinsten Schildkrötenarten mit einer Panzerlänge von etwa 100 mm, im Gegensatz zur Lederschildkröte (Dermochelys coriacea), die mit bis zu 2 m die größte Schildkrötenart darstellt.

Die Ergebnisse dieser Studie heben die Einzigartigkeit von Schildkröten hervor, da sie in ihrer Entwicklung nicht den gleichen klimatischen Einflüssen unterliegen wie andere Tiergruppen, wie beispielsweise Dinosaurier oder Krokodile. Dies bietet spannende Perspektiven für zukünftige Forschungen und ein besseres Verständnis der Evolution dieser faszinierenden Tiere.

Das Schildkrötenwochenende im Museum Alzey ist somit nicht nur eine Gelegenheit, mehr über Schildkröten zu erfahren, sondern auch ein bedeutender Beitrag zur Wissenschaft und zur Entdeckung der Naturgeschichte unserer Region. Nutzen Sie die Chance, bei diesem einzigartigen Event dabei zu sein!