Im Rhein-Erft-Kreis brodelt es: Der Rhein-Erft-Kreis hat rechtliche Schritte gegen die Domus Immobilien AG eingeleitet, die im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit steht. Der Grund für das Vorgehen? Halden von Hausmüllverbrennungsasche (HMVA) auf dem umstrittenen Baugebiet „Erftaue“. Diese HMVA soll eigentlich für den Straßenbau verwendet werden, doch darüber hinaus gibt es Bedenken bezüglich der Lagerung dieser Asche.

Seit dem Herbst 2025 wurden bereits rund 345.000 Tonnen HMVA genehmigt, und ein Großteil davon ist schon verbaut. Dennoch ist die Situation angespannt: Weitere HMVA wurde angeliefert, jedoch nicht verbaut, was die Behörden zu ordnungsrechtlichen Maßnahmen veranlasst hat. Die Domus Immobilien AG, Muttergesellschaft der Projektgesellschaft, bestreitet die Vorwürfe und bezeichnet die Lagerung als Baustellenlagerung, was jedoch bei den Anwohnern und Politikern für Bedenken sorgt. Sie kritisieren mögliche Emissionen und die Auswirkungen auf die Bevölkerung.

Nachhaltige Lösungen oder rechtliche Auseinandersetzungen?

Die Debatte um die HMVA ist nicht nur ein rechtliches, sondern auch ein ökologisches Thema. Die Asche gilt als technisch aufbereiteter, güteüberwachter Ersatzbaustoff, der regelmäßigen Kontrollen unterliegt. Jährlich fallen in der Müllverbrennungsanlage Köln zwischen 170.000 und 180.000 Tonnen HMVA an, und bisher wurden rund 60.000 Tonnen in die Erftaue gebracht. Um die Risiken einer Kontaminierung zu minimieren, ist eine dauerhafte Versiegelung der HMVA erforderlich.

Domus plant, das Gelände durch die Aufbringung von Rübenerde und Mutterboden umzuformen, um Überflutungsrisiken zu minimieren. Ein künstlicher Hochpunkt soll dafür sorgen, dass das Niederschlagswasser in die Klärteiche der Zuckerfabrik geleitet wird, die ein wichtiges Biotop darstellen. Doch die gesetzlichen Regelungen verlangen auch, dass HMVA vor der Verwendung im Straßenbau von Metallen befreit wird, was zusätzliche Herausforderungen mit sich bringt.

Wichtige Entsorgungsstellen im Kreis

In der Region gibt es auch Möglichkeiten zur kostenfreien Entsorgung in haushaltsüblichen Mengen, wie zum Beispiel Elektrogeräte, Leichtverkehrsmittel-Batterien und Schadstoffe bis 20 kg pro Anlieferung. Für die gebührenpflichtige Entsorgung von Bauschutt, Grünabfällen und Hausmüll ist das Entsorgungszentrum „Haus Forst“ in Kerpen-Manheim zuständig. Dort wird eine Vielzahl an Abfällen, von Holz bis hin zu Sperrmüll, angenommen. Die Öffnungszeiten sind montags bis freitags von 8.00 bis 16.00 Uhr und samstags von 8.00 bis 12.00 Uhr.

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Die Anfahrt dorthin ist unkompliziert: Über Lechenich, Herrig und die L263 in Richtung Nörvenich gelangt man zügig zum Entsorgungszentrum. Wer sich unsicher ist, kann sich auch über die Anfahrtsskizze oder einen Routenplaner informieren.

Das große Ganze

Im Kontext der aktuellen Situation ist es wichtig, die Bedeutung von recycelten Baustoffen zu betrachten. Im Jahr 2022 wurden in Deutschland 72,3 Millionen Tonnen mineralische Abfälle aus Bauschutt und Straßenaufbruch erzeugt, woraus 61 Millionen Tonnen Recycling-Baustoffe hergestellt wurden. Diese recycelten Materialien deckten 13,3 % des Gesamtbedarfs an Gesteinskörnungen, was die Notwendigkeit einer nachhaltigen Abfallwirtschaft unterstreicht.

Die Entwicklung im Rhein-Erft-Kreis könnte als Beispiel für andere Regionen dienen, in denen der Neubau von Straßen stagniert. Hier wird deutlich, dass es nicht nur um rechtliche Auseinandersetzungen geht, sondern auch um den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen und die Schaffung eines umweltfreundlichen Lebensraums für die Bevölkerung. Die Bauarbeiten im Gebiet „Erftaue“ sollen bald beginnen, und es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation weiterentwickeln wird.