Heute ist der 23.04.2026. In Gelsenkirchen wird am kommenden Sonntag ein spannendes Ereignis gefeiert: Michael Beutler erhält den Kunstpreis der Kunststiftung NRW, der mit 25.000 Euro dotiert ist. Ausgezeichnet wird er für seine beeindruckende Installation „Tapetenwechsel“ im Kunstmuseum Gelsenkirchen, die sich über alle drei Etagen der historischen Villa erstreckt. Die Leitung des Museums, unter Julia Höner, hat mit dieser Ausstellung einen bemerkenswerten Neuanfang gewagt.

Die Installation verwandelt die alte Villa in eine lebendige Werkstatt. Besucher können durch ein eindrucksvolles, papierenes Drehtor eintreten, das durch eine schwebende Konstruktion aus Stahlrohren bewegt wird. Hier wird der Entstehungsprozess der Papierbahnen sichtbar gemacht, während Beutler vorwiegend gebrauchte Materialien wie alte Kataloge, Kochbücher und Prospekte verwendet. Die Papierwände der Installation erinnern, je nach Lichteinfall, an Kirchenfenster und zeigen Satz- und Wortfragmente aus ihrem früheren Leben.

Ein Haus aus Papier

Beutler plant, einen Raum aus selbst geschöpftem Papier zu errichten, das aus Altpapier hergestellt wird. Dieses Material wird nicht nur für Tapeten, sondern auch für Wände und Räume innerhalb der Villa verarbeitet. Die spezifischen Funktionen der drei Etagen sind zudem bemerkenswert: Das Erdgeschoss dient als Papiermühle mit Schöpfvorrichtung und Presse, während das Obergeschoss als Trockenkammer für die geschöpften Papierbahnen fungiert. In der mittleren Etage entstehen neue Räume aus diesen Papierbahnen. Der gesamte Produktionsprozess bleibt für die Besucher sichtbar und thematisiert den Rückgang der Papierwerke in Deutschland sowie die steigende Nachfrage nach Pappkartons.

Ein besonderes Highlight der Installation ist das bereits erwähnte Drehtor, das den Übergang zur Museumsneubau bildet. Die Interaktion mit diesem Objekt ermöglicht es den Besuchern, aktiv am Geschehen teilzunehmen. Beutler verfolgt mit seiner Arbeit sowohl praktische als auch poetische Ansätze, was die Installation zu einem einzigartigen Erlebnis macht.

Förderpreis für Lisa Klosterkötter

Im Rahmen der Preisverleihung wird auch Lisa Klosterkötter mit dem Förderpreis der Kunststiftung NRW ausgezeichnet. Sie erhält diesen Preis für ihr Projekt „Ein Dorf“, das die Umgebung des Museums einbezieht. Klosterkötter plant performative Lesungen und künstlerische Interventionen rund um das Museumsgebäude, die das kulturelle Leben in der Region bereichern sollen.

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Die Preisverleihung und die Eröffnung der Ausstellung „Tapetenwechsel“ finden am Sonntag, 26. April, um 12 Uhr im Kunstmuseum Gelsenkirchen statt. Die Ausstellung wird bis zum 16. August 2026 zu sehen sein. Diese Veranstaltungen stellen nicht nur einen Höhepunkt im Kunstkalender der Region dar, sondern laden auch dazu ein, sich mit den Themen Kunst, Nachhaltigkeit und der Rolle von Papier in der heutigen Zeit auseinanderzusetzen.