Am Dienstag, den 29. April 2026, fand im Landkreis Donau-Ries eine bayernweite Polizeiaktion unter dem Motto „Zweiräder im Blick“ statt. Ziel dieser Aktion war es, Motorrad-, Fahrrad- und Elektro-Tretroller-Fahrer ins Visier zu nehmen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Die Kontrollstelle wurde strategisch an der B25 in Harburg eingerichtet, wo die Polizei ihren Fokus auf die Sicherheit der Zweiradfahrer legte.
Die Initiative ist nicht ohne Grund entstanden: Ein besorgniserregender Anstieg schwerer Unfälle, insbesondere bei Radlern, hat die Polizei dazu veranlasst, präventiv tätig zu werden. Ein Leitgedanke der Beamten lautete: „Ein Helm schützt das Leben“. Während der Kontrolle wurden nicht nur Verstöße geahndet, sondern es wurden auch Gespräche mit den Fahrern geführt, um sie für das Thema Sicherheit zu sensibilisieren.
Verstöße und Auffälligkeiten
Im Stadtgebiet Donauwörth wurden zahlreiche Kontrollen durchgeführt. Dabei fiel auf, dass einige Radfahrer die Gehwege in unzulässiger Weise nutzten oder während der Fahrt telefonierten. Besonders erschreckend war die Feststellung eines Rasers auf der B25, der mit 165 km/h unterwegs war. Dieser Fahrer sieht sich nun mit einem Bußgeld von 480 Euro, zwei Punkten in Flensburg und einem einmonatigen Fahrverbot konfrontiert. Auch auf der B2, der Schellenberg-Umgehung, wurde eine Pkw-Fahrerin mit einer Höchstgeschwindigkeit von 131 km/h gemessen.
Obwohl es Berichte über Lärm von Motorrädern und Autos in der sogenannten „Applauskurve“ bei Großsorheim gibt, war es am Dienstag „absolut ruhig“. Dies könnte darauf hindeuten, dass die Polizeiaktionen Wirkung zeigen und die Fahrer zu mehr Rücksichtnahme anregen.
Die aktuelle Unfallstatistik
Die Notwendigkeit solcher Kontrollen wird durch die jüngsten Daten des Statistischen Bundesamtes unterstrichen. Im Jahr 2024 verloren 441 Radfahrer ihr Leben im Straßenverkehr – 33 weniger als im Jahr 2023, jedoch im Zehnjahresvergleich ein Anstieg. Besonders alarmierend ist, dass jedes sechste Todesopfer im Straßenverkehr ein Radfahrer war. In über 70 Prozent der Fälle waren Kollisionen mit Autos die Ursache für Fahrradunfälle mit Personenschaden, wobei Autofahrer in mehr als drei Vierteln dieser Fälle die Hauptschuld trugen.
Ein weiterer besorgniserregender Trend ist der Anstieg der tödlichen Unfälle mit E-Bikes, von denen 43,5 Prozent der verunglückten Radfahrer betroffen waren. Dies ist fast fünfmal mehr als vor zehn Jahren. Besonders gefährdet sind Menschen ab 65 Jahren, die in zwei Dritteln der tödlich verletzten Radfahrer vertreten sind.
Die Situation erfordert ein Umdenken im Umgang mit Zweirädern im Straßenverkehr. Die Polizei wird auch in Zukunft verstärkt auf die Sicherheit der Radfahrer achten und durch Maßnahmen wie die Kontrollaktion zur Verbesserung der Verkehrssicherheit beitragen.