In der Freien Hansestadt Bremen wird ein bedeutender Schritt in Richtung digitaler Zukunft unternommen: Die Verwaltung hat eine Dienstvereinbarung zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) beschlossen. Diese Vereinbarung entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Gesamtpersonalrat und setzt klare Schwerpunkte auf Gemeinwohl, Transparenz und den Schutz der Beschäftigten. Der Grundsatz ist dabei klar: KI soll Menschen unterstützen, nicht ersetzen.
Das Ziel dieser Initiative ist es, durch den Einsatz von KI-Technologien die Arbeitsbedingungen zu verbessern, Abläufe effizienter zu gestalten und den Service für die Bürgerinnen und Bürger zu optimieren. KI wird dabei als ein Werkzeug betrachtet, das dazu beiträgt, wiederkehrende Aufgaben schneller zu erledigen und die Mitarbeitenden zu entlasten. Carola Heilemann-Jeschke, die die Initiative maßgeblich vorantreibt, betont, dass KI dort zum Einsatz kommt, wo sie praktisch hilft und einen echten Mehrwert bietet.
Transparenz und Ethik im Fokus
Ein zentraler Aspekt der Vereinbarung ist die Gewährleistung von Diskriminierungsfreiheit bei der Implementierung von KI-Systemen. Um dies zu erreichen, wird ein zentrales Register aller Anwendungen und eine Ethikkommission eingerichtet, die den Einsatz der Technologien überwacht. Die Themen Schutz der Arbeitsplätze und die Absicherung vor Haftung für mögliche KI-Fehler sind ebenfalls von großer Bedeutung für die Beschäftigten. Um den Mitarbeitenden den Umgang mit der neuen Technologie zu erleichtern, sind umfassende Qualifizierungsangebote vorgesehen. Zusätzlich soll KI die Teilhabe stärken, etwa durch barrierearme Anwendungen, die den Zugang für alle ermöglichen.
Interessanterweise hat auch die FernUniversität in Hagen eine Dienstvereinbarung zur Nutzung von KI-Systemen für ihre Mitarbeitenden veröffentlicht. Diese Vereinbarung schafft nicht nur Rechtssicherheit, sondern gibt auch klare Vorgaben zu erlaubten Daten und sorgt für Transparenz gegenüber Studierenden und der Öffentlichkeit. Die dynamischen Verweise in der Vereinbarung ermöglichen es, Änderungen vorzunehmen, ohne dass eine umfassende Neuverhandlung erforderlich ist. Dies zeigt, wie wichtig es ist, dass auch im Hochschulbereich klare Rahmenbedingungen für den Einsatz von KI geschaffen werden.
Gemeinsame Herausforderungen und Lösungen
Die Einführung von KI im öffentlichen Dienst ist jedoch nicht ohne Herausforderungen. Fachkräftemangel, Verlässlichkeit, Datenschutz und die Unabhängigkeit der Verwaltung sind nur einige der Themen, die es zu bewältigen gilt. Verschiedene Bundesländer zeigen, wie unterschiedlich der Umgang mit dieser Technologie ist. In Baden-Württemberg beispielsweise wurde die erste KI-Assistenz F13 bereits produktiv eingesetzt, während Bayern mit dem Roll-out von „BayernKI“ plant, eine eigene KI-Infrastruktur in staatlichen Rechenzentren aufzubauen. Berlin hingegen führt mit BärGPT einen KI-Assistenten ein, der ab November 2025 zur Verfügung stehen soll.
In Bremen wird ebenfalls an der KI-Strategie gearbeitet. Der KI-Assistent LLMoin ist bereits Teil der Kernverwaltung und wird in Zusammenarbeit mit der Universität Bremen weiterentwickelt, um die Potenziale der Technologie voll auszuschöpfen. Die Implementierung solcher Systeme zeigt nicht nur den Willen zur Modernisierung, sondern auch das Bestreben, die Verwaltung bürgernah und effizient zu gestalten.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Entwicklungen in Bremen und darüber hinaus vielversprechend sind. Mit klaren Richtlinien und einem Fokus auf den Menschen wird der Einsatz von Künstlicher Intelligenz im öffentlichen Dienst nicht nur zu einer effizienteren Verwaltung führen, sondern auch dazu beitragen, die Teilhabe und das Wohl der Bürgerinnen und Bürger zu stärken.