Heute ist der 25.04.2026 und die Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) hat erneut auf internationaler Ebene für Aufsehen gesorgt. Auf der „33rd CIRP Conference on Life Cycle Engineering“ in Kamakura, Japan, stand das Leitthema „Gestaltung von Produktionsökosystemen für eine Kreislaufwirtschaft“ im Fokus. Hier präsentierten die Forscher der THWS innovative Ansätze zur Dekarbonisierung der Industrie, die nicht nur die wissenschaftliche Gemeinschaft, sondern auch Industrievertreter ansprechen.

Prof. Dr. Felipe Cerdas von der THWS übernahm als Session Chair eine zentrale Rolle und leitete die Diskussion zu den neuesten Entwicklungen in der Kreislaufwirtschaft. Die beiden Forscherinnen Marie Celia Briones Espinoza und Anna-Maria Schmitt beeindruckten mit ihren Präsentationen zu digitalen Werkzeugen, die den Übergang zur Kreislaufwirtschaft erleichtern sollen. Während Espinoza sich mit der effizienten Erfassung von Klimaauswirkungen für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) beschäftigte, legte Schmitt den Fokus auf die Vorhersage des Energiebedarfs von CNC-Werkzeugmaschinen mithilfe von Machine Learning.

Digitale Werkzeuge für die Zukunft

Espinozas Arbeit beinhaltete die Entwicklung von „Screening-Ökobilanzen“ basierend auf internationalen ISO-Normen, die darauf abzielen, technische Barrieren abzubauen und Klimaschutzmaßnahmen zu priorisieren. Solche Ansätze sind besonders relevant, wenn man die Herausforderungen in der Kreislaufwirtschaft betrachtet, wie etwa die Notwendigkeit, Ressourcen effizient zu nutzen und Emissionen zu reduzieren.

Schmitts Untersuchung zur zeitlichen Abhängigkeit des Energieverbrauchs moderner Maschinen bietet wertvolle Erkenntnisse zur Optimierung der energieeffizienten Produktionsplanung. Zusammen zeigen diese Forschungsansätze, wie digitale Technologien eine nachhaltige Produktion fördern können, was in Zeiten steigender Energiepreise und schärferer regulatorischer Anforderungen von größter Bedeutung ist.

Ein Blick in die Praxis

Ein besonderer Höhepunkt der Konferenz war der Besuch des Yamada Reuse Centers in der Präfektur Gunma, ein Beispiel für erfolgreiche Kreislaufwirtschaft durch Wiederaufbereitung von Haushaltsgeräten. Solche praktischen Ansätze sind essenziell, um die theoretischen Grundlagen der Kreislaufwirtschaft in die Realität umzusetzen. Sie demonstrieren eindrucksvoll, wie Recycling, Remanufacturing und Reparatur in der Industrie angewendet werden können.

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Die THWS, die 1971 gegründet wurde und zu den größten Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Bayern zählt, bringt rund 9.200 Studierende in über 60 Studiengängen zusammen. Ihre starke internationale Ausrichtung und zahlreichen Kooperationen sind Schlüssel zu ihrem Erfolg in der Forschung und Lehre.

Die Rolle von Machine Learning

Ein weiterer wichtiger Aspekt der Konferenz war die Integration von Machine Learning (ML) in die Lebenszyklusanalyse (LCA). LCA ist eine Methodik zur Bewertung der Umweltwirkungen von Produkten, Prozessen und Dienstleistungen, die alle Lebenszyklusphasen abdeckt. Die Herausforderungen, wie Datenknappheit und hohe Unsicherheiten, können durch ML angegangen werden, indem es die Datenqualität verbessert und dynamische Bewertungen ermöglicht.

Die Anwendung von ML in verschiedenen Phasen der LCA bietet zahlreiche Chancen, von der Definition des Ziels über die Lebenszyklusinventarisierung bis hin zur Lebenszyklusauswirkungsbewertung. So können beispielsweise probabilistische Imputationen und Unsicherheitsquantifizierungen dazu beitragen, die Qualität der Daten in der LCA zu erhöhen. Diese Synergien zwischen ML und LCA könnten die Effizienz der Industrie weiter steigern und die notwendigen Transformationen in Richtung einer nachhaltigen Produktion unterstützen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die THWS auf der Konferenz in Japan nicht nur innovative Technologien vorstellte, sondern auch die Weichen für eine nachhaltige Zukunft stellt. Angesichts der wachsenden Anforderungen an die europäische Industrie, nachhaltiger zu produzieren, sind solche Forschungsansätze und der Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis von enormer Bedeutung.