Heute ist der 29.04.2026, und in Germering gibt es Neuigkeiten, die nicht nur die Anwohner, sondern auch die Stadtverwaltung beschäftigen. Die Sanierung der Kerschensteiner Straße, die seit über einem Jahr eine Baustelle darstellt, wird teurer als ursprünglich geplant. Während die anfänglichen Kosten mit 560.000 Euro veranschlagt waren, belaufen sich die neuen Schätzungen nun auf rund 790.000 Euro. Ein klarer Fall von „unvorhergesehenen Umständen“ – die Stadt hatte nicht mit Problemen gerechnet, die aus Baufehlern aus dem Jahr 1967 resultieren.
Der Stadtrat hat sich entschieden, eine provisorische Sanierung durchzuführen, anstatt die teuerere Generalsanierung im Umfang von 1,65 Millionen Euro in Angriff zu nehmen. Die neue Strategie scheint sinnvoll, denn die Untersuchungen ergaben, dass Randsteine und Rinnenplatten nicht auf einem stabilen Betonfundament, sondern lediglich auf Erdreich verlegt waren. Dies führte zu einer Instabilität, die nun behoben werden muss. Bauamtsleiter Jürgen Thum warnte zudem, dass weitere Maßnahmen nötig sein könnten, selbst bei dieser abgespeckten Lösung.
Baustelle und Herausforderungen
Die Baustelle erstreckt sich zwischen der Gartenstraße und der Pestalozzistraße, wo eine Vollsperrung bis voraussichtlich 12. Juni 2026 besteht. Während dieser Zeit wurden alte, beschädigte Schächte entdeckt, was die Notwendigkeit zusätzlicher Entwässerungsanlagen mit sich brachte. Ein weiteres bedeutendes Projekt ist die komplette Erneuerung der Gehwege auf rund 650 Metern, die nun mit neuen Randsteinen und Gehweg- sowie Rinnenplatten ausgestattet sind. Um die umliegenden Bäume zu schützen, wurden spezielle Schutzmaßnahmen umgesetzt, wobei teilweise sogar ein Saugbagger zum Einsatz kam.
Trotz der erheblichen Kostensteigerung liegt das Gesamtprojekt weiterhin unter der ursprünglich kalkulierten Summe für den Komplettausbau. Dies lässt hoffen, dass die Stadt Germering die Herausforderung meistern kann, ohne die finanziellen Mittel über Gebühr zu strapazieren.
Perspektiven für Germering
Die Kerschensteiner Straße ist nicht nur eine Verkehrsader für die Anwohner, sondern auch ein wichtiger Teil des städtischen Lebens. Die Sanierung ist daher nicht nur eine bauliche Notwendigkeit, sondern auch eine Investition in die Zukunft. Die Herausforderungen, denen sich die Stadt gegenübersieht, spiegeln die Komplexität vieler städtischer Sanierungsprojekte wider. Mit jedem neu entdeckten Problem wird klar, dass die Vergangenheit oft in die Gegenwart hineinwirkt – in diesem Fall durch die unzureichenden Baupraktiken der 60er Jahre.
Die Bürgerinnen und Bürger Germerings können auf die Fertigstellung der Kerschensteiner Straße gespannt sein. Die Maßnahmen, die jetzt getroffen werden, sollen nicht nur die Sicherheit erhöhen, sondern auch die Lebensqualität in der Stadt verbessern. Langfristig wird sich zeigen, ob der eingeschlagene Weg auch die richtigen Antworten auf die Herausforderungen der Gegenwart bietet.