Heute ist der 24.04.2026, und in Cham gibt es Grund zur Freude: Die Jahresrechnung 2025 der Gemeinde verzeichnet einen Ertragsüberschuss von stolzen 18,9 Millionen Franken. Dies steht im krassen Gegensatz zum ursprünglich budgetierten Plus von lediglich 400.000 Franken. Die Zahlen sprechen für sich: Bei einem Aufwand von 128,7 Millionen Franken stehen Erträge von 147,6 Millionen Franken gegenüber. Der Hauptgrund für diesen unerwarteten Überschuss sind die Mehreinnahmen bei den Steuererträgen, die sich auf satte 32,8 Millionen Franken belaufen.

Besonders bemerkenswert ist, dass 75% dieser Mehreinnahmen, also 24,3 Millionen Franken, von juristischen Personen, sprich steuerpflichtigen Unternehmen, stammen. Aber auch die natürlichen Personen haben mehr beigetragen als ursprünglich gedacht – und zwar mit einem Plus von 5,3 Millionen Franken. Weitere erfreuliche Mehreinnahmen kommen aus den Grundstückgewinnsteuern (+ 1,4 Millionen Franken), Marktwertanpassungen der Wertschriften (+ 1,1 Millionen Franken) und Beiträgen von Kantonen (+ 0,6 Millionen Franken).

Rückstellungen und Aufwendungen

Doch nicht alles läuft rund, denn die Gemeinde hat eine Rückstellung von 13,5 Millionen Franken für PFAS-Belastungen gebildet. Ohne diese Rückstellung ergibt sich ein zusätzlicher Mehraufwand von 3,5 Millionen Franken im Vergleich zum Budget. Auch bei Sonderschulen, in der stationären und ambulanten Pflege sowie bei Entschädigungen an Gemeinden sind Mehraufwände zu verzeichnen. Der Sach- und übrige Betriebsaufwand liegt jedoch 1,1 Millionen Franken unter dem Budget, was ein positives Zeichen ist.

Die Investitionen für das Jahr 2025 lagen mit 8,3 Millionen Franken unter dem Budget. Projekte wie die Schulanlage Hagendorn und die Musikschule konnten nicht in Angriff genommen werden. Positiv hervorzuheben ist, dass alle Investitionen vollständig aus eigenen Mitteln finanziert wurden, was zu einem beeindruckenden Selbstfinanzierungsgrad von 365,4 Prozent führt.

Finanzielle Lage und Vermögen

Das Nettovermögen pro Einwohner steigt erfreulicherweise von 7.074 Franken Ende 2024 auf 8.190 Franken Ende 2025. Zudem besteht kein Bedarf für feste Darlehen, was die finanzielle Gesundheit der Gemeinde weiter unterstreicht. Die Rechnungsbehandlung findet am 22. Juni 2026 um 19 Uhr im Lorzensaal statt und wird sicherlich viele interessierte Bürger anziehen.

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Die Problematik der PFAS-Belastungen

Ein Thema, das die Gemeinde Cham beschäftigt, sind die PFAS-Belastungen. Diese Chemikalien sind bekannt für ihre extreme Langlebigkeit und weitreichende Verbreitung. Während einige PFAS bereits verboten sind, sind andere noch unreguliert. Der Kenntnisstand über PFAS nimmt zwar zu, doch die gesundheitlichen Risiken, die mit diesen Substanzen in Verbindung gebracht werden, sind nach wie vor besorgniserregend. Deutsche Behörden arbeiten zusammen mit den skandinavischen Ländern an einem Verfahren zur Beschränkung von PFAS in der EU. Das Ziel ist, deren Verwendung nur in Bereichen zu erlauben, in denen es keine geeigneten Alternativen gibt oder wo die sozio-ökonomischen Vorteile die Nachteile überwiegen.

Insgesamt zeigt sich, dass Cham finanziell auf einem stabilen Kurs ist, während gleichzeitig die Herausforderungen im Bereich der Umwelt- und Gesundheitsschutzmaßnahmen nicht aus den Augen verloren werden dürfen. Die kommenden Monate und Jahre werden zeigen, wie die Gemeinde mit diesen Themen umgeht und welche Lösungen gefunden werden, um sowohl die finanzielle als auch die gesundheitliche Situation nachhaltig zu verbessern.