Im Neckar-Odenwald-Kreis sorgt die Mosca GmbH für Aufsehen mit der Ankündigung, bis zu 150 Stellen an ihren deutschen Standorten abzubauen. In einer Pressemitteilung, die am 16. April 2026 veröffentlicht wurde, informierte das familiengeführte Unternehmen über die anstehenden Veränderungen. Mosca, bekannt für seine Umreifungsmaschinen und Palettenpackpressen, hat seinen Hauptsitz seit 1990 in Waldbrunn, nachdem es 1966 in Hilden, Nordrhein-Westfalen, gegründet wurde.

Mit weltweit rund 1.400 Mitarbeitern und einem Umsatz von etwa 300 Millionen Euro im Jahr 2024 ist Mosca ein bedeutender Akteur in der Maschinenbaubranche. Neben dem Standort in Waldbrunn hat das Unternehmen auch eine Produktionsstätte in Elztal-Muckental im Neckar-Odenwald-Kreis. Die Geschäftsführung hat auf einer Betriebsversammlung am 16. April die Verhandlungen über den Stellenabbau mit den betrieblichen Gremien eingeleitet. Es wird jedoch betont, dass bis zum 1. Juli 2026 keine betriebsbedingten Kündigungen ausgesprochen werden.

Transformation und Zukunftsvision

Der Stellenabbau ist Teil eines umfassenderen Transformationsprozesses, dessen Ziel es ist, unabhängig von externen Kapitalgebern profitabel zu wirtschaften. Neben dem Stellenabbau sind auch Verschiebungen von vereinbarten Vergütungsbestandteilen geplant, wobei jedoch keine Streichungen vorgesehen sind. Weitere Regelungen sollen in Verhandlungen mit den zuständigen Gremien festgelegt werden. Diese Schritte sind nicht nur für Mosca, sondern für die gesamte Branche von Bedeutung.

Der deutsche Maschinenbau steht derzeit vor enormen Herausforderungen, wie die Statistiken zeigen. Im Jahr 2024 brach die Produktion um 7,5% ein, und für 2025 wird ein weiterer Rückgang von 5% erwartet. In diesem Kontext wurden 2025 bereits 22.000 Stellen abgebaut, und der Stellenabbau wird sich auch in 2026 fortsetzen. Der VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau) prognostiziert, dass bis 2034 demografiebedingt 178.000 Arbeitskräfte fehlen werden, was die Situation weiter verschärfen könnte.

Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die Wettbewerbsfähigkeit der Branche befindet sich auf einem Rekordtief. China hat Deutschland als größten Maschinenexporteur überholt, und die US-Zollpolitik bedroht den Export mit Zöllen von bis zu 50%. Zudem haben hohe Steuern, Arbeitskosten und Strompreise in Europa zur Verunsicherung beigetragen. In Deutschland gibt es circa 16.000 Maschinenbauunternehmen, die überwiegend mittelständisch geprägt sind. Die Altersstruktur der Beschäftigten zeigt, dass 24,9% über 55 Jahre alt sind, und bis 2034 werden etwa 296.000 Beschäftigte in Rente gehen.

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Die Herausforderungen sind also vielfältig. Ingenieurmangel und die demografische Lücke sind zentrale Themen, die die Branche beschäftigen. Der VDMA fordert strukturelle Reformen, um die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern und den drohenden Fachkräftemangel zu bekämpfen. Angesichts dieser Entwicklungen bleibt abzuwarten, wie sich die Situation bei Mosca und in der gesamten Maschinenbaubranche in den kommenden Jahren entwickeln wird.