Die Werbegemeinschaft „Südwärts“, die im Jahr 2010 von acht Wiesentalgemeinden ins Leben gerufen wurde, steht vor dem Aus. Mit nur noch zwei verbleibenden Mitgliedern, Schopfheim und Steinen, hat Schopfheim nun um eine vorzeitige Auflösung der öffentlich-rechtlichen Vereinbarung zum 30. Juni gebeten. Ursprünglich wäre eine Kündigung erst zum Jahresende möglich gewesen, jedoch scheinen die Umstände dies nun zu beschleunigen.
In der letzten Sitzung des Finanz- und Verwaltungsausschusses in Steinen wurden Bedenken geäußert, ob die Gemeinde, als letztes verbliebenes Mitglied, auf den Auflösungskosten sitzenbleiben könnte. Diese Sorgen wurden jedoch von Carsten Edinger, dem Fachbereichsleiter Zentrale Dienste, zerstreut. Der Ausschuss sprach sich einstimmig für die Auflösung aus, und der Gemeinderat wird in der kommenden Woche die endgültige Entscheidung treffen.
Eine Geschichte von Aufstieg und Fall
Zu den Gründungsmitgliedern von „Südwärts“ gehörten neben Steinen auch Schopfheim, Zell im Wiesental, Hausen im Wiesental, Hasel, Maulburg, Häg-Ehrsberg und Kleines Wiesental. Die Zusammenarbeit wurde 2014 in einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung neu gefasst, wobei Schopfheim Personal und Ressourcen zur Verfügung stellte. Die Kosten wurden anteilig aufgeteilt, und die Gemeinschaft war aktiv in der Erstellung von Informations- und Werbeschriften sowie der Präsentation auf Messen.
Die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Veränderungen im Nutzerverhalten führten jedoch zu einem signifikanten Rückgang der Aktivitäten. Am Ende blieb nur noch ein gemeinsames Unterkunftsverzeichnis, und immer mehr Gemeinden zogen sich aus der Zusammenarbeit zurück. Die finanziellen Implikationen sind nicht zu unterschätzen: Im aktuellen Haushaltsplan von Steinen sind 14.000 Euro eingeplant, während im Vorjahr anteilige Marketingkosten von etwa 4.000 Euro und Personalkosten von 5.375 Euro anfielen.
Die Zukunft des Tourismus
Die Gemeinde plant nun, den Tourismus künftig über die eigene Homepage und einen neu geplanten Wanderweg zwischen Steinen und Schopfheim zu bewerben. Dabei wird die Bedeutung der Tourismusförderung für die regionale Wirtschaft, die Arbeitsplatzsicherung und die Infrastrukturentwicklung betont. Schließlich ist der Tourismus ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, der gerade in einer Zeit der Unsicherheit und Veränderung auf neue Wege angewiesen ist.
Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind auch in anderen Bundesländern deutlich spürbar. Die Anzahl der Gästeübernachtungen ist seit Beginn der Pandemie in den meisten Regionen prozentual zurückgegangen. Insbesondere der Rückgang der Gästeübernachtungen aus dem Ausland war dramatisch: Im Jahr 2020 gab es einen Rückgang von durchschnittlich 59,7 % im Vergleich zu 2019. Auch in den Folgejahren blieb eine Erholung aus, und viele Bundesländer erreichten 2022 nicht das Vor-Pandemie-Niveau.
In Anbetracht dieser Herausforderungen wird die Auflösung der Werbegemeinschaft „Südwärts“ sowohl als Chance zur Kostensenkung als auch als Neuanfang im Tourismus betrachtet. Der Fokus auf lokale Initiativen könnte der Schlüssel zur Revitalisierung des tourismusrelevanten Sektors in der Region sein.