Heute ist der 18.05.2026 und die österreichische Wirtschaft sieht sich mit einem bunten Strauß an Herausforderungen konfrontiert. Die jüngsten Steuersenkungen für Lebensmittel und Agrardiesel sollen zwar eine Entlastung bringen, doch Unternehmer sind skeptisch. Vor allem die Bürokratie frisst Zeit und Nerven. Kleinbetriebe leiden besonders unter dem Druck, verbringen im Schnitt 2,5 Tage pro Woche mit dem Ausfüllen von Formularen. Da fragt man sich, wie viel Energie bleibt, um sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren?

In Wien hat der Eurovision Song Contest immerhin 70 Millionen Euro an Extra-Umsatz gebracht. Das klingt erstmal super, aber die Hotelauslastung lag nur bei 70%. Die Konjunktur zeigt sich zudem in einem düsteren Licht: Der Konjunkturindikator der UniCredit Bank Austria fiel im April auf -1,8 Punkte – das ist der tiefste Stand seit sechs Monaten! Die Gründe sind vielschichtig: Der Nahostkonflikt belastet die Lieferketten und bringt die Energiepreise in die Höhe. In diesem Zusammenhang ist die BIP-Prognose für 2026 mit 0,8% und für 2027 mit 1,2% alles andere als erfreulich.

Steuersenkungen und ihre Tücken

Die Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel soll von 10% auf 4,9% sinken, das kostet den Staat rund 400 Millionen Euro pro Jahr. Dazu kommt, dass die Agrardiesel-Vergütung um ein Jahr vorgezogen wird – immerhin subventioniert der Staat 16 Cent pro Liter Diesel mit einem Budget von 100 Millionen Euro. Doch die Opposition sieht die Steuersenkungen als unzureichend an, da gleichzeitig die Sozialversicherungsbeiträge für Landwirte steigen. Es ist ein ständiger Balanceakt zwischen Erleichterungen und neuen Belastungen.

Die steigenden Fixkosten sind ein weiteres großes Thema. Experten rechnen mit einem Anstieg der Strom-Netzentgelte um 23% für 2025, und die Strompreisbremse ist mittlerweile ausgelaufen. Auch die CO2-Bepreisung mit 16,5 Cent pro Liter Diesel und der gestrichene Klimabonus werfen ihren Schatten voraus. In der Baubranche, die besonders von steigenden Materialpreisen betroffen ist, haben bereits 10.000 Beschäftigte ihren Job verloren. Ein bitterer Beigeschmack in einer ohnehin angespannten Situation.

Der Weg zur wirtschaftlichen Erholung

Um die Wirtschaft nachhaltig zu entlasten, hat die Bundesregierung ein milliardenschweres Paket geschnürt. Geplant sind unter anderem Sonderabschreibungen für Elektro-Fahrzeuge sowie eine Senkung der Körperschaftsteuer. Bis 2029 sollen Unternehmen um fast 46 Milliarden Euro entlastet werden. Doch die Umsetzung wird sich wohl nicht in diesem Jahr bemerkbar machen, da das erste Halbjahr bereits vorüber ist. Experten zeigen sich verhalten optimistisch, während die Kritik von Verbänden wie dem Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) nicht lange auf sich warten ließ. Fehlende gezielte Impulse für den Mittelstand werden bemängelt.

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Ein „Investitions-Booster“ für degressive Absetzungen gilt für Anschaffungen zwischen dem 1. Juli 2025 und dem 31. Dezember 2027. Bis 2028 soll die Körperschaftsteuer schrittweise sinken. Doch die Frage bleibt: Werden diese Maßnahmen tatsächlich den gewünschten psychologischen Effekt erzielen und das Umfeld für Unternehmer verbessern? Der DIHK sieht das Paket als wichtiges Signal, aber nicht als Befreiungsschlag.

Bürokratieabbau als Teil der Lösung

Um den Unternehmen wirklich Luft zum Atmen zu geben, sind umfassende Reformen nötig. Ein Vorschlag ist die Abschaffung der Kammerumlage 2, die besonders Kleinstunternehmen belastet. Auch eine Senkung der Lohnnebenkosten um 25% könnte den Spielraum für bessere Löhne und Investitionen schaffen. Zudem wird eine Reform der Einkommensteuer angestrebt, um die 55%-Progressionsstufe abzuschaffen. Maßnahmen wie die Steuerfreiheit für Überstunden oder die Förderung der Mitarbeitergesundheit durch steuerliche Anreize könnten ebenfalls in die richtige Richtung gehen.

Allerdings bleibt abzuwarten, wie schnell und effektiv diese Reformen umgesetzt werden. Das Gefühl der Unsicherheit schwebt wie ein Damoklesschwert über der Wirtschaft. Ob Unternehmen wie Plasser & Thurer und Palfinger tatsächlich über Produktionsverlagerungen in die USA nachdenken, zeigt, wie ernst die Lage ist. Es ist ein bewegter Zeitpunkt für Österreichs Wirtschaft, und die nächsten Schritte werden entscheidend sein.