Heute ist der 20.05.2026. In Kärnten sind die wirtschaftlichen Wogen alles andere als glatt. Bei einem kürzlichen Treffen des Wirtschaftsparlaments hat Präsident Jürgen Mandl die aktuelle Lage der Region skizziert – und das Bild ist düster. Österreich steuert durch eine konjunkturelle Phase, die alles andere als erfreulich ist. Hohe Energiepreise, drückende Bürokratiekosten, steigende Arbeitskosten und demografische Herausforderungen setzen den Unternehmen zu. Und als ob das nicht genug wäre, machen geopolitische Spannungen die Situation noch komplizierter. Mandl beschreibt die wirtschaftliche Situation metaphorisch als das Ende eines „Tals der Tränen“. Ein Bild, das die drängenden Sorgen der Unternehmer und Betriebe in Kärnten treffend einfängt.

Die Kritik, die Mandl am öffentlichen Diskurs übt, ist unmissverständlich. Statt sich mit den drängenden wirtschaftlichen Herausforderungen auseinanderzusetzen, fokussiert sich die Diskussion oft auf Umverteilung und Unterstützung für sozial Benachteiligte. Ein gesellschaftlicher Ruck sei nötig, um den Wohlstand in der Region zu sichern. In diesem Kontext zitiert er Nicola Leibinger-Kammüller von Trumpf, die die dramatische Lage in Deutschland mit hohen Zinsen, Inflation und einer drohenden Rezession anprangert. Die Bundesregierung ist jedoch bereits aktiv geworden – Maßnahmen wie die Senkung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel und die Reduzierung von Lohnnebenkosten sollen Erleichterungen bringen, auch wenn die positiven Effekte noch auf sich warten lassen.

Ein weiterer Blick auf die Realität der Betriebe

Die KMU Forschung hat im Auftrag der Wirtschaftskammer Österreich jüngste Zahlen veröffentlicht, die die besorgniserregende Realität der Betriebe widerspiegeln. Klaus Kronlechner, der Obmann der Sparte Gewerbe und Handwerk, drückt seine große Sorge über die Geschäftslage aus. Der Ausblick auf das erste Quartal 2024 ist alles andere als rosig, denn die hohen Lohnabschlüsse treiben die Inflation weiter an. Rund 30 % der Betriebe berichteten im vierten Quartal 2023 von einer schlechten Geschäfts­lage, ein dramatischer Anstieg im Vergleich zum dritten Quartal, wo es nur 16 % waren. Die Stimmung ist also eher angespannt – und das macht sich bemerkbar.

Besonders betroffen ist das Bau- und Baunebengewerbe. Die Auftragsbücher im Hochbau und beim Wohnungsneubau sind leer, was die Sorgen der Unternehmer nur verstärkt. Kronlechner fordert von der Politik dringend Maßnahmen zur Unterstützung der Bauwirtschaft, insbesondere um Investitionen zu erleichtern. Der Rückgang im Auftragsbestand ist nicht zu übersehen – in investitionsgüternahen Branchen ist er im Vergleich zum Vorjahr um 9,2 % gesunken. Die Zahlen sind alarmierend: 76 % des Gesamtauftragsbestandes entfielen im vierten Quartal auf private und gewerbliche Auftraggeber, nur 13 % auf öffentliche Bauprojekte.

Ein Blick auf die Zahlen der Wirtschaftskammer

Die Wirtschaftskammer selbst zeigt in ihrem Rechnungsabschluss für 2025 einen Abgang von -36.546,33 Euro. Dennoch gibt es Lichtblicke: Die Umsatzerlöse betrugen 35.791.582,85 Euro, was 1,3 % über dem Voranschlag liegt. Die Gesamteinnahmen belaufen sich auf 37.052.190,81 Euro, während die betrieblichen Aufwendungen bei 34.237.555,11 Euro liegen. Investitionen in Höhe von 2.186.803,88 Euro wurden getätigt, und Rücklagen von 664.378,15 Euro stehen ebenfalls zu Buche. Dennoch weisen die Fachgruppen insgesamt einen Bilanzverlust von -543.551,96 Euro aus. Eine besorgniserregende Entwicklung, die nicht ignoriert werden kann.

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Zusätzlich zeigt sich der Fachkräftemangel als akutes Problem. 70 % der Unternehmen möchten ihren Personalstand konstant halten, während 13 % Trennungen planen. Kronlechner fordert eine Strategie für qualifizierte Zuwanderung, um den Mangel an Fachkräften zu beheben. Auch steuerliche Begünstigungen für private Bauwerber und Erleichterungen bei Kreditrückzahlungen stehen auf der Wunschliste der Unternehmer. Der Master Alumni Club (MAC) hat mittlerweile über 1.400 Mitglieder, was zeigt, dass trotz aller Herausforderungen die Vernetzung und der Austausch unter Unternehmern wichtig bleibt.

Insgesamt ist die wirtschaftliche Lage in Kärnten weiterhin angespannt. Die Unternehmer stehen vor Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt, um die Zukunft der Region nachhaltig zu sichern. Bleibt zu hoffen, dass schnelle und wirksame Maßnahmen getroffen werden, um das wirtschaftliche Klima zu verbessern und die Betriebe zu unterstützen.