Heute ist der 7.05.2026. Inmitten eines unaufhörlichen Krieges und ständiger Bedrohungen zeigt die israelische Wirtschaft eine bemerkenswerte Robustheit. Ja, man kann es kaum fassen! Trotz all der Krisen, die seit dem massiven Überfall der Hamas am 7. Oktober 2023 über das Land hinwegfegten, hat sich die Wirtschaft nicht nur stabil gehalten, sondern ist sogar gewachsen. Die Zahlen sprechen für sich: Am 4. Mai 2024 erreichte der Tel Aviver Börsenindex ein Rekordhoch von 4.440 Punkten – ein Anstieg von über 150 % seit dem besagten Oktober. Unglaublich, oder?

Doch die Realität ist komplexer. Der Krieg mit dem Iran, der das öffentliche Leben stark beeinträchtigt, hat viele Israelis dazu gezwungen, Zeit in Bunkern oder Schutzräumen zu verbringen. Schulen und öffentliche Einrichtungen blieben geschlossen, was den privaten Konsum stark belastet. In der Bauwirtschaft und im Tourismussektor fehlt es an Arbeitskräften, während andere Sektoren wie Hightech und die Rüstungsindustrie florieren. Die Exporte in Fremdwährung und ausländische Investitionen stiegen 2025 auf rund 39 Milliarden Dollar, was zeigt, dass nicht alles verloren ist.

Ein Blick auf die Zahlen

Die Stärke des israelischen Schekels, der sich von einem Kurs von 4,06 Schekel pro US-Dollar am 20. Oktober 2023 auf unter 3 Schekel verbessert hat, begünstigt die Importe – doch wie viel das die Exportindustrie belastet, bleibt fraglich. Die Rüstungsindustrie meldet Rekordgewinne. Elbit Systems etwa konnte 2025 einen Gewinn von 738 Millionen Dollar verzeichnen, und der Börsenwert des Unternehmens kletterte von 6-8 Milliarden Dollar auf über 40 Milliarden Dollar. Das ist schon eine Hausnummer!

Die Staatsverschuldung beläuft sich im Jahr 2025 auf 68 % des BIP, und das Haushaltsdefizit liegt bei 4,7 %. Im Vergleich zu früheren Jahrzehnten mag das nicht dramatisch erscheinen, aber ein Anstieg von 59 % im Jahr 2019 lässt aufhorchen. Eine Beruhigung der Situation im Nahen Osten könnte helfen, diese Militärausgaben zu senken. Und das Interesse an Rüstungsgütern könnte Israel möglicherweise auch in den Partnerländern der Abraham-Abkommen und in Indien zugutekommen.

Marktdynamik und Prognosen

Der Deep-Tech-Sektor ist ebenfalls ein Lichtblick. Rund 1.400 Start-ups mit einem Gesamtwert von etwa 112 Milliarden US-Dollar sind in Israel aktiv – und es gibt aktuell 90 Unicorns, also Unternehmen, die über eine Milliarde Dollar wert sind. Tolle Aussichten! Die Prognosen für das Wirtschaftswachstum in Israel liegen für 2026 zwischen 3,8 und 4,7 %. Damit könnte Israel im Vergleich zu Deutschland und Österreich gut dastehen.

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Aber zurück zur Börse: Die Stimmung dort ist geprägt von einer Art „Siegesgewissheit“, was ein bisschen skurril wirkt, wenn man die realen Probleme im Land bedenkt. Obwohl die Kurse steigen und seit Beginn der Luftschläge gegen den Iran am 13. Juni die Börse täglich zulegt, bleibt die Frage, wie lange diese positive Entwicklung anhalten kann – besonders angesichts der besorgniserregenden Situation vor Ort. Investoren scheinen darauf zu spekulieren, dass der Krieg bald endet und die Region sich stabilisiert. Aber kann man das wirklich vorhersagen?

In den letzten Monaten haben zahlreiche Israelis ihre Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigungen verloren, was die Lage weiter verschärft. Dennoch haben die Kurse an der Börse seit dem Rückgang nach dem Hamas-Angriff im Oktober 2023 um 27 % zugelegt, und in diesem Jahr sind es bisher weitere 20 %. Zum Vergleich: der DAX stieg in diesem Jahr nur um knapp 17 % und der S&P 500 um lächerliche 1,5 %. Das wirft schon Fragen auf, welche Dynamik hier am Werk ist.

Ein komplexes Bild

Das Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Israel betrug 2025 etwa 2,9 %, während für 2026 ein Anstieg von rund 3,5 % prognostiziert wird. Ein erfreulicher Blick auf die Zahlen, aber der Blick hinter die Kulissen ist nicht minder wichtig. Das BIP ist schließlich der Gesamtwert aller Waren und Dienstleistungen, die innerhalb der Landesgrenzen in einem Jahr produziert werden. Ein zentraler Indikator für die Wirtschaftskraft eines Landes, den man nicht ignorieren sollte.

Die Situation in Israel bleibt also angespannt, während sich die Wirtschaft in einer Art paradoxen Parallelwelt zu bewegen scheint. Die Börse floriert, während der Alltag der Menschen von Unsicherheit geprägt ist. Welche Richtung wird die israelische Wirtschaft nehmen, wenn die Waffen endlich schweigen? Bleibt abzuwarten.