Die Färöer Inseln, ein Archipel im Nordatlantik, sind bekannt für ihre malerischen Landschaften und ihre traditionelle Kultur, doch aktuell steht die Region im Zentrum einer heftigen Debatte über Tierschutz und Jagdpraxis. Am 27. Mai 2026, nur Stunden nach einem umstrittenen Beschluss des färöischen Parlaments, der die Wal- und Delfinjagd aus dem nationalen Tierschutzgesetz herausnahm, wurden bei mehreren Treibjagden fast 700 Meeressäuger getötet. Diese Jagden, bei denen unter anderem über 400 Grindwale und Hunderte von Weißseitendelfinen brutal getötet wurden, haben nicht nur bei Tierschützern Empörung ausgelöst, sondern auch die Öffentlichkeit in Aufregung versetzt.
Die Jagd erfolgt durch das Treiben der Tiere in Buchten, wo sie dann mit Wirbelsäulenlanzen getötet werden. Berichte von Zeugen beschreiben die grausamen Umstände, unter denen diese Tötungen stattfinden. Oft fehlt es an den nötigen Werkzeugen, was dazu führt, dass in einigen Fällen Messer verwendet werden, die das Leiden der Tiere noch verlängern. Das ist schon einmal ein gewaltiger Verstoß gegen die Tierwohl-Richtlinien, und die Bilder, die dabei entstehen, sind alles andere als schön.
Ein Blick auf die Jagdpraxis
Der Beschluss des Parlaments, der mit 28 Stimmen einstimmig gefasst wurde, hat die Jagdverbände erfreut, da er die Jagd und Fischerei von den Tierschutzrichtlinien ausnimmt. Doch die Realität vor Ort ist erschreckend. Die Jagden, die oft als Tradition dargestellt werden, sind in den letzten Jahren immer wieder in die Kritik geraten. Die Färöer-Inseln sind bekannt dafür, jährlich etwa 600 Grindwale und 200 bis 300 Delfine zu töten. Und das Fleisch? Es ist häufig durch Schwermetalle belastet und nicht für den Verzehr geeignet. Wer braucht so etwas?
Eine wissenschaftliche Studie hat die Grausamkeit jeder Phase der Jagd dokumentiert. Am 27. Mai wurden die Tiere in gemischten Gruppen gesehen und erst nach Stunden an Land getrieben. Die Tötung der Meeressäuger dauerte lange und führte zu enormem Stress und Schmerzen. Ein weiteres alarmierendes Detail: Einige Tiere strandeten außerhalb des Jagdbereichs, was den Prozess unnötig verlängerte.
Die internationale Reaktion
Die internationale Gemeinschaft reagiert mit starkem Unverständnis auf diese Praktiken. Die EU hat bereits mehrfach gefordert, die Jagd zu beenden, und auch Tierschutzorganisationen wie OceanCare verlangen von den färöischen Behörden, die Änderungen am Tierschutzgesetz zu überdenken. Die Diskussion über Jagdmethoden lässt sich bis in die Wikingertage zurückverfolgen, und obwohl einige Anpassungen vorgenommen wurden, bleibt die Brutalität nach wie vor ein großes Problem.
Die Färöer-Inseln haben eine lange Geschichte der Jagd, die, so die Kritiker, mehr aus Tradition als aus Notwendigkeit betrieben wird. Umfragen zeigen, dass 58-63% der Inselbewohner die Delfinjagd ablehnen, was ein Zeichen für einen Wandel in der öffentlichen Meinung sein könnte. Doch trotz dieser ablehnenden Haltung bleibt die Praxis bestehen. Ein Teufelskreis? Man könnte fast meinen, dass die Tradition über das Wohlergehen der Tiere gestellt wird.
Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation weiterentwickeln wird. Der Druck auf die färöischen Behörden wächst, und das internationale Echo ist klar: Die Zeit der Jagd sollte vielleicht endgültig vorbei sein. Es ist an der Zeit, die Stimme für die Tiere zu erheben und zu fordern, dass ihre Würde respektiert wird. Das ist nicht nur ein Appell an die Färöer, sondern an uns alle.