Das neue Kreishaus im Kreis Steinburg ist auf dem besten Weg, ein architektonisches und funktionales Highlight zu werden. Der Bauausschussvorsitzende Tobias Rückerl hat die Baustelle in der Viktoriastraße in Itzehoe besucht, wo momentan rund 50 Bauleute emsig arbeiten. Im ersten Bauabschnitt kommen Elektrik, Heizung und Trockenbau zusammen und nehmen zügig Fahrt auf. Kilometerweise Datenleitungen und Stromkabel sowie Gipskarton werden verbaut, während die besonderen Heiz-/Kühldecken für die Büros bereits weitgehend montiert sind.

Mit einem Gesamtbudget von etwa 100 Millionen Euro wird die neue Kreisverwaltung nicht nur eine attraktive Arbeitsumgebung für rund 600 Mitarbeiter bieten, sondern auch eine verbesserte Service-Infrastruktur für die Bürger und flexible Sitzungsbereiche für den Kreistag schaffen. Das Projekt berücksichtigt zudem die Einbeziehung zweier Bestandsbauten und denkmalgeschützter Fassaden, was die Planung noch komplexer macht.

Herausforderungen und Rückschläge

Trotz der positiven Fortschritte gab es auch einige Rückschläge zu verzeichnen. Ab Ende 2024 kam es aufgrund mangelhafter Leistungen eines Ingenieurbüros zu einem Stillstand, der durch fehlende Planung, unzureichende Bauverträge und eine inkompetente Bauleitung bedingt war. Die technische Gebäudeausstattung (TGA) ist entscheidend für den Bauablauf, und fehlende Angaben haben die weiteren Arbeiten blockiert. Um die Situation zu entschärfen, kündigte der Kreis Steinburg das Planungsbüro im Frühjahr 2025 und vergab neue Planungsaufträge.

Ein neues Planungsbüro aus der Region ist seit Juni 2025 im Einsatz, mit dem Ziel, die Teil-Planung des Vorgängers unter erheblichem Zeitdruck fortzuführen. Dabei zeigte sich, dass der Abstimmungs- und Planungsaufwand für die komplexen Themen deutlich unterschätzt wurde. Zudem mussten insgesamt drei Insolvenzen, darunter im Schlüsselgewerk Trockenbau, kompensiert werden. Die Übergabe des ersten Bauabschnitts ist für Dezember 2026 geplant, mit einer Nutzungsaufnahme im ersten Quartal 2027.

Ausblick auf den zweiten Bauabschnitt

Der zweite Bauabschnitt wird neben Abbrucharbeiten auch ein wasserdichtes Parkdeck und die Sanierung des Landratsamts umfassen, dessen Fertigstellung bis voraussichtlich 2030 angestrebt wird. In einer Zeit, in der die Bauausgaben der Städte und Gemeinden seit 2018 zwar gestiegen, jedoch bis 2023 um 62 % gefallen sind, ist dieses Projekt ein wichtiger Schritt. Optimistisch zeigt sich auch der Kommunalinvestitionsförderungsfonds des Bundes, der positive Auswirkungen auf die Bauausgaben hat.

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Insgesamt lässt sich sagen, dass die Herausforderungen, die während des Bauprozesses aufgetreten sind, nicht zu unterschätzen sind. Die hohen Baupreissteigerungen in den letzten Jahren haben zudem zu einem Werteverzehr der Infrastruktur geführt, was die Notwendigkeit von Projekten wie diesem umso dringlicher macht. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation in der Bauwirtschaft entwickeln wird, insbesondere in Anbetracht der Unsicherheiten über die Realisierung von Investitionsprogrammen in einigen Bundesländern.