Ein Blick in die Filmgeschichte zeigt, wie facettenreich und interessant die Kultur des Ostens war, besonders durch die legendären DEFA Indianerfilme. Diese Filme sind mehr als nur Abenteuer: Sie erzählen von der Perspektive der Ureinwohner und sedieren durch die Umwandlung der klassischen Western-Sichtweise. Im Zentrum dieser ästhetischen Reise steht Gojko Mitić, der als „Chefindianer“ des DDR-Films gilt. Mann könnte sagen, er war der „Winnetou des Ostens“ – ein Titel, den er sich mit zahlreichen Hauptrollen in dieser besonderen Filmreihe erarbeitet hat, wie joyn.de berichtet.
Gojko Mitić wurde 1940 im Süden des heutigen Serbiens geboren und begann seine Karriere im westdeutschen Kino. Hier erste Erfahrungen als Komparse und Stuntman ermöglichten ihm den Sprung in die großen Rollen. Mit „Die Söhne der großen Bärin“ debütierte Mitić 1966 in der DDR und wurde über Nacht zum Star. Eine Vielzahl von DEFA Indianerfilmen folgten, insgesamt produzierte die Deutsche Film AG zwischen 1966 und 1983 14 Filme, von denen Mitić in 12 ein integraler Bestandteil war. Diese Filme thematisieren den Widerstand der Ureinwohner gegen weiße Eindringlinge und enthüllen dabei eine andere Sichtweise auf die Geschichte, die oft in ein klassisches Western-Format gebettet ist, wie die Wikipedia erläutert.
Die DEFA Indianerfilme
Die DEFA Indianerfilme sind nicht nur eine Kuriosität der Filmgeschichte, sondern auch ein wichtiges kulturelles Erbe. Diese Reihe wurde vom DEFA-Filmstudio, dem wichtigsten Filmproduzenten der DDR, produziert. Mitić spielte in vielen dieser Filme, zu denen Klassiker wie „Chingachgook, die große Schlange“ (1967), „Spur des Falken“ (1968) und „Blutsbrüder“ (1975) gehören. Erstere bezeugen, wie charmant der Serbe die Rolle des Indianers interpretierte, und haben einen festen Platz im Herzen vieler Filmfans hinterlassen. In den anschließenden Jahren vom Mitić genoss man seine beeindruckenden Darstellungen in dieser Reihe, die sowohl Abenteuer als auch dramatische Elemente wisperten.
Eine Karriere über die Jahre
Nach der Wende setzte Mitić seine Karriere im gesamtdeutschen Fernsehen fort, unter anderem in beliebten Serien wie „Verbotene Liebe“ und „Wege zum Glück“. Besonders bemerkenswert ist, dass er von 1992 bis 2008 insgesamt 1024 Mal die Rolle des Winnetou bei den „Karl-May-Spielen“ in Bad Segeberg spielte. Deshalb kann man ihn als lebende Legende im deutschen Fernsehen kennzeichnen. Zuletzt war er 2016 im Fernsehdreiteiler „Winnetou – Der Mythos lebt“ zu sehen, wo er die Rolle des Intschu-tschuna verkörperte. Zudem hat er stets seine Rollen synchronisiert und somit die Zuschauer auch sprachlich verzaubert, obwohl er das Deutsche fließend spricht, wie auf joyn.de zu lesen ist.
Die DEFA Indianerfilme und Gojko Mitić haben die Filmhistorie in Osteuropa nachhaltig geprägt. Sie sind nicht nur ein Teil der kulturellen Identität, sondern auch ein Zeugnis dafür, wie Film als Medium unterschiedliche Geschichten erzählen und Perspektiven öffnen kann. Das macht definitiv Lust auf mehr und zeigt, dass auch im Osten großartige Filmemacher am Werk waren, spezielle in Zeiten, die oft als politisch schwierig betrachtet werden.