Heute ist der 24.05.2026 und die Stimmung im Landkreis Schleswig-Flensburg könnte nicht angespanter sein. Die Schleifähre „Missunde III“, die so viele Hoffnungen geweckt hat, fällt bis zur Mitte des nächsten Jahres aus. Der Grund? Technische Pannen, die einem echten Drama gleichkommen. Antriebsprobleme, genauer gesagt ein beschädigter Antriebsriemen, sorgen dafür, dass die Fähre zwischen Brodersby und Kosel nicht mehr in Betrieb genommen werden kann. Der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN.SH) steht in den Startlöchern – aber die Ersatzteile sind noch nicht eingetroffen. Ein Riemen war bereits vor einer Woche gerissen, und die neuen Riemen haben eine Lieferzeit von 15 Werktagen. Also heißt es für die Pendler und Landwirte: Umweg fahren!

Das ist nicht nur ein kleiner Umweg, sondern gleich 40 Kilometer über Schleswig oder Kappeln müssen die Reisenden in Kauf nehmen. Man fragt sich, wie lange diese Situation anhält, denn die „Missunde III“ wurde erst Ende April 2026 nach einer langen Pannengeschichte in Betrieb genommen. Zuerst war die Fähre nur eingeschränkt nutzbar. Ein endgültiges Fährzeugnis stand noch aus, und Fahrzeuge über 7,5 Tonnen durften anfangs nicht mitgenommen werden. Jetzt schaut man gespannt auf die Möglichkeit, dass die Fähre in Zukunft auch Fahrzeuge bis 25 Tonnen transportieren kann – aber das scheint noch weit entfernt.

Technische Mängel und Infrastrukturprobleme

Doch das ist nicht das einzige Problem, das die „Missunde III“ plagt. Auch technische Mängel an der landseitigen Infrastruktur haben dazu geführt, dass die Fähre ihren Dienst zwischen Kosel und Brodersby-Goltoft nicht antreten kann. Die Anleger passen einfach nicht zum Schiffskörper – ein echtes Dilemma, das Niemand für möglich gehalten hätte. Kritiker bemängeln, dass die Dimensionen des neuen Schiffes nicht ausreichend mit den baulichen Gegebenheiten abgeglichen wurden. Das hat jetzt zur Folge, dass die Elektro-Fähre bei schwierigen Windverhältnissen oder Strömungen nicht sicher an die Rampen manövriert werden kann. Man fragt sich: Wie konnte es zu solch einer misslungenen Planung kommen?

Die „Missunde III“ ist mit ihren 28,5 Metern Länge und 8,2 Metern Breite darauf ausgelegt, 120 Personen und Fahrzeuge bis zu 40 Tonnen zu transportieren. Doch die Testfahrten haben gezeigt, dass Rampen und Seilführung im Alltagsbetrieb unpraktikabel sind. Es bleibt abzuwarten, was der LKN.SH nun unternimmt, um die Infrastruktur nachzubessern. Für die Anwohner und die Tourismusbranche bedeutet der Ausfall der Fährverbindung nicht nur Umwege, sondern auch erhebliche Einbußen. Lokale Wirtschaftsvertreter sind alarmiert – die Situation ist alles andere als rosig.

Ein Symbol für missratene Planung

Die „Missunde III“ sollte die alte „Missunde II“ ersetzen, die bereits vor zwei Jahren abgelöst werden sollte. Stattdessen hat sie sich zum Symbol für missratene Planung entwickelt. Während die Anwohner und Touristen auf bessere Zeiten hoffen, bleibt die Fähre am Kai – ungenutzt und wartend auf Lösungen, die hoffentlich bald in Sicht sind. Der LKN.SH hat bereits Kontakt mit der Herstellerfirma aus Sachsen-Anhalt aufgenommen, um die Ursachen der Probleme zu erforschen. Doch bis eine Lösung für die Anleger gefunden und umgesetzt ist, bleibt die „Missunde III“ der Inbegriff eines Trauerspiels in der Schlei.

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