Heute, am 16.05.2026, werfen wir einen Blick auf eine überraschende Entwicklung in Schleswig-Holstein: Der Beruf des Bestatters erfreut sich wachsender Beliebtheit, insbesondere unter den jüngeren Generationen. Lange Zeit galt dieser Beruf als etwas, das man eher mit einem mulmigen Gefühl assoziierte, doch mittlerweile hat sich das Bild gewandelt. Laut der Handelskammer haben sich immer mehr junge Menschen entschlossen, diesen Beruf zu ergreifen. Und das nicht ohne Grund! Es ist nicht einfach nur ein Job, es ist eine Berufung, die ganz verschiedene Fähigkeiten erfordert.

Ein Paradebeispiel für diesen neuen Trend ist May Hansen, eine 23-jährige Bestatterin aus Tarp, die im Jahr 2025 zur besten Bestatterin Deutschlands gekürt wurde. Sie erzählt begeistert von der Abwechslung, die der Beruf mit sich bringt. Man ist nicht nur Dekorateurin oder Psychologin; man muss auch handwerkliches Geschick und eine Prise Kreativität mitbringen. Die Herausforderung, eine Grabrede auf Plattdeutsch zu schreiben und vorzutragen, ist für sie eine spannende Aufgabe, die den Alltag interessant hält.

Junge Talente im Bestatterhandwerk

Ein weiterer vielversprechender Neuling ist Bjarne Schneider, der mit nur 20 Jahren eine Ausbildung in einem Kieler Familienbetrieb absolviert. Mit 14 Jahren wusste er bereits, dass er Bestatter werden wollte. Er lernt, wie man Trauerfeiern vorbereitet und Angehörige in ihrer schweren Zeit begleitet. Es ist ein Beruf, der nicht nur die eigene Perspektive auf den Tod verändert, sondern auch das Leben selbst prägt. „Der Umgang mit dem Tod ist lehrreich“, betont Bjarne, und das lässt einen tatsächlich innehalten und nachdenken.

Die Nordreportage begleitet sowohl May als auch Bjarne und zeigt eindrucksvoll die erforderlichen Fähigkeiten, wie Fingerfertigkeit und Empathie. Diese jungen Bestatter haben nicht nur einen Job, sie haben eine Mission. Und das ist es, was diesen Beruf so anziehend macht: die Möglichkeit, auf eine ganz besondere Art und Weise mit Menschen zu kommunizieren und ihnen in ihren schwersten Stunden beizustehen.

Vielfalt der Bestatterausbildung

Die Ausbildung zum Bestatter ist alles andere als eintönig. Jährlich lernen etwa 1000 Auszubildende in Deutschland, was es bedeutet, in diesem vielseitigen Beruf zu arbeiten. Das Bundesausbildungszentrum der Bestatter in Münnerstadt, Bayern, bietet eine umfassende Ausbildung, die Handwerk, Psychologie, Jura und Betriebswirtschaftslehre umfasst. Mehr als die Hälfte der Auszubildenden sind Frauen, was zeigt, dass immer mehr Frauen diesen Beruf für sich entdecken.

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Die Azubis lernen nicht nur in der Theorie, sondern auch in praktischen Übungen. In einer Werkstatt für Sargausbauten oder einem Hygieneraum für Leichen wird das nötige Handwerkszeug vermittelt. Auf einem Lehrfriedhof üben sie den Umgang mit einem Bagger und lernen, wie man eine Leichenbergung durchführt. Diese Fähigkeiten sind unerlässlich, um die verschiedenen Herausforderungen, die in diesem Beruf auf einen zukommen können, meistern zu können.

Der Verband der Deutschen Bestatter plant sogar, das Ausbildungszentrum zu vergrößern, um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden. Seit 2020 ist der Beruf als Vollhandwerk anerkannt, auch wenn die Berufsbezeichnung nicht geschützt ist. Es gibt Bestrebungen, eine Meisterpflicht für Bestatter einzuführen, um sicherzustellen, dass der Umgang mit Verstorbenen stets respektvoll und professionell erfolgt.