Heute ist der 3.07.2026, und die Schlei hat es mal wieder in sich. Der niedrige Wasserstand macht der Solarfähre Missunde III ordentlich zu schaffen. Die Anlegekeile am tiefsten Punkt sind einfach nicht mehr in der Lage, die Fähre richtig zu be- oder entladen. Das bedeutet, dass die Missunde III zwischen Kosel im Kreis Rendsburg-Eckernförde und Brodesby im Kreis Schleswig-Flensburg bis voraussichtlich Samstagvormittag, den 4. Juli, ausfällt. Ein echtes Ärgernis für Pendler und Reisende, die auf diese Verbindung angewiesen sind.

Die Situation ist nicht neu. Bereits Ende Mai fiel die Missunde III wegen eines gerissenen Antriebsriemens aus. Nach drei langen Wochen Reparaturzeit durfte sie am 15. Juni endlich wieder in Betrieb genommen werden. Doch die Freude war nur von kurzer Dauer, denn jetzt steht die Fähre erneut still. Der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) hat bereits angekündigt, das Anlegesystem zu optimieren, um auch bei niedrigem Wasserstand den Betrieb sicherzustellen. Ein Lichtblick, wenn man bedenkt, dass die Fähre über eine doppelte Tragfähigkeit im Vergleich zur Vorgängerin, der Missunde II, verfügt. Die neue Fähre kann bis zu 45 Tonnen und 45 Personen transportieren, sogar Reisebusse sind möglich!

Eine chaotische Geschichte

Die Missunde III hat eine turbulente Geschichte hinter sich. Ihr Bau kostete stolze 3,3 Millionen Euro, und die ersten Testfahrten waren vielversprechend. Allerdings traten bei höheren Windgeschwindigkeiten Probleme auf – was die Verantwortlichen ganz schön ins Schwitzen brachte. Währenddessen konnte die Missunde II, die seit dem 12. April wieder im Regelbetrieb fährt, als Übergangslösung dienen. Sie stellt die Verbindung zwischen Angeln (Brodersby) und Schwansen (Kosel) nach einer dreimonatigen Unterbrechung wieder her. Ein Glücksgriff, denn jährlich nutzen etwa 120.000 Autos und 50.000 Menschen diese Fährverbindung.

Die Missunde III pendelt seit Ende April, fast zwei Jahre später als ursprünglich geplant. Die Verzögerungen waren auf Umbauten an der Fähre und den Anlegern zurückzuführen. Die Region und die Pendler leiden unter den Ausfällen, da sie oft Umwege von fast 40 Kilometern in Kauf nehmen müssen. Der Sprecher des LKN, Wolf Paarmann, hat sich zwar für die schnelle Behebung des Schadens an der Antriebsanlage bedankt, doch der Druck bleibt bestehen. Die Reparaturkosten für die Missunde III beliefen sich auf rund 60.000 Euro, was nicht gerade ein Schnäppchen ist.

Der Blick nach vorn

Die Verantwortlichen sind optimistisch und arbeiten an dauerhaften Lösungen für die Anleger. Bei den Testfahrten stellte sich heraus, dass die Anlegekeile zusätzliche Gewichte benötigen, um stabil zu bleiben. So wurden jeweils zehn Tonnen schwere Gewichte auf die beiden Keile platziert – ein cleverer Schachzug, um die Fähre auch bei niedrigem Wasserstand ins Rollen zu bringen. Es bleibt abzuwarten, ob diese Maßnahmen greifen und die Missunde III bald wieder ungehindert über die Schlei pendeln kann.

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Eines steht fest: Die Schlei und ihre Fähren sind nicht nur ein Verkehrsmittel, sondern auch ein Stück Lebensqualität für die Menschen in der Region. Doch wenn das Wasser sinkt, zeigt sich, wie wichtig ein funktionierendes Anlegesystem ist. Es bleibt spannend, was die Zukunft für die Missunde III bereithält.

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