Bocky’s Imbiss: Ein Familienbetrieb im Herzen von Plön kämpft um das Überleben
Heute ist der 9.07.2026 und wir befinden uns in Plön, wo der Duft von frisch gegrilltem Schaschlik und würziger Currywurst durch die Luft zieht. Hier, im kleinen, aber feinen Bocky’s Imbiss, wird die Familiengeschichte lebendig. Andrea Bock, die Herzblut-Gastronomin, serviert nicht nur deftige Klassiker wie das beliebte Bauernfrühstück, sondern auch vegetarische Köstlichkeiten. Draußen, in der Sonne, drängen sich Handwerker, Bundeswehrsoldaten und Urlauber, alle auf der Suche nach einer schnellen, aber schmackhaften Mahlzeit. Es ist ein Ort, wo das Leben pulsiert und die Menschen zusammenkommen – wie ein Stück Plön selbst.
Die Familie Bock arbeitet Hand in Hand. Ehemann André hat seine Schwenkgrills im Griff – mehrere davon, um genau zu sein. Sohn Fiete, gerade erst aus der Schule zurück, springt mit jugendlichem Elan ein, während die 74-jährige Gudrun, die liebevolle Großmutter, keine Mühe scheut und bei der Zubereitung der Speisen tatkräftig mit anpackt. Diese familiäre Atmosphäre, die man im Imbiss erfährt, ist einfach einzigartig. Himmelfahrt steht vor der Tür, und die Vorfreude auf das lange Wochenende ist spürbar. André plant sogar einen Bierwagen, um die Gäste noch besser verwöhnen zu können. „Wir hoffen auf einen Ansturm während der Vatertagstour“, sagt er mit einem breiten Lächeln.
Herausforderungen im Gastronomie-Alltag
Doch der Alltag ist nicht immer ein Zuckerschlecken. Die Herausforderungen, mit denen die Familie konfrontiert ist, sind vielfältig. Personalmangel ist ein Schreckgespenst, das auch Bocky’s Imbiss nicht ignorieren kann. Wie Mario Furlanello, der Gastwirt im Bornheimer Ratskeller in Frankfurt, hat auch André Mühe, genügend Hände zu finden, um das Geschäft am Laufen zu halten. Fiete und Gudrun werden nach Sylt mitfahren, während Andrea den Imbiss alleine betreibt. Ein wenig wie ein Jongleur, der mit brennenden Fackeln hantiert: Es erfordert viel Geschick, alles unter einen Hut zu bekommen.
Die Gastronomie hat sich durch die Corona-Pandemie gewandelt. Viele Beschäftigte haben das Handwerk verlassen, und die Rückkehrquote liegt bei nur etwa 75 Prozent. Das spürt man auch in Plön, wo der Umsatz im Gastgewerbe laut Statistischem Bundesamt im August 2023 real um 2,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken ist. Die Preissensibilität der Gäste ist hoch, und die Möglichkeiten, gestiegene Kosten an die Kunden weiterzugeben, sind begrenzt. Ein ständiger Balanceakt zwischen Qualität und Wirtschaftlichkeit, der für die Gastronomie eine riesige Herausforderung darstellt.
André hat große Pläne – auch beim Surf World Cup auf Sylt will er die hungrigen Sportler und Touristen mit seinen Bratwürsten und Schaschlikspießen versorgen. Aber umso größer die Pläne, desto größer auch die Hürden. Die „NDR Nordreportage“ wird den Alltag und die Herausforderungen im Familienbetrieb zeigen, das ist sicher. Es ist eine ehrliche Darstellung der Gastronomie, die sich mit all ihren Facetten auseinandersetzt. Jela Henning, die Autorin, und die Redaktion um Sven Nielsen und Andreas Kirsch haben sich dieser Thematik angenommen, und das Ergebnis wird sicherlich spannend.
Die Bocks stehen stellvertretend für viele Gastronomiebetriebe in Deutschland, die unter den gleichen Herausforderungen leiden. Es ist ein ständiger Wettlauf mit der Zeit, den Kosten und der Suche nach dem perfekten Mitarbeiter. Und während die Sonne über Plön scheint und der Grill raucht, bleibt die Hoffnung, dass die Gastronomie – mit all ihren Höhen und Tiefen – nicht nur eine vorübergehende Geschichte ist, sondern ein fester Bestandteil des Lebens bleibt. Denn ganz ehrlich: Was wäre das Leben ohne die kleinen, schmackhaften Pausen im Alltag?
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