Auf der wunderschönen Insel Fehmarn, wo der Wind die Wellen sanft küsst und die Luft nach Meer riecht, hat sich in den letzten Jahren einiges getan. Der Fehmarnbelt-Tunnel, ein riesiges Infrastrukturprojekt, das Fehmarn mit Lolland in Dänemark verbinden soll, ist in aller Munde. Die Bauarbeiten haben bereits 2021 begonnen, und derzeit sind etwa 200 Arbeiter auf der deutschen Seite unterwegs. Doch was bedeutet das für die Einheimischen und die Touristen, die diese idyllische Insel besuchen möchten?

Ein klarer Nachteil zeigt sich schon jetzt: Die Schienenanbindung für den Tunnelbau sorgt dafür, dass die Ferienwohnungen, die sonst für Touristen bereitstehen, zunehmend von Bauarbeitern belegt werden. Georg Kleingarn, Betreiber von 15 Ferienwohnungen in Meeschendorf, hat sich dazu entschieden, seine Unterkünfte an die Bauarbeiter zu vermieten. Dies verringert das Angebot für Urlauber erheblich – eine Schätzung geht von 180.000 bis 200.000 Übernachtungen weniger pro Jahr aus, was einen Rückgang von 6-7% bedeutet. Das schlägt nicht nur auf das Gemüt der Reisenden, die hierherkommen, sondern auch auf die Finanzen der Gemeinde. Die Einnahmen aus der Kurabgabe könnten um bis zu 100.000 Euro pro Jahr sinken. Autsch!

Ein Balanceakt zwischen Fortschritt und Tradition

Die Hinterlandanbindung hingegen stellt eine weitere Herausforderung dar. Hier wird nicht nur an den Schienen geschraubt, sondern auch die Straßeninfrastruktur braucht ein Update. Die B207 wird ausgebaut und die Bahnstrecke Lübeck-Puttgarden elektrifiziert. Das alles wird kostenintensiv: Die Baukosten für den Fehmarnbelt-Tunnel belaufen sich auf zwischen 7,5 und 8 Milliarden Euro, während die Hinterlandanbindung noch einmal etwa 8 Milliarden Euro verschlingt. Und das ist noch nicht alles – die Gesamtkosten des Projekts könnten auf rund 14 Milliarden Euro steigen. Wer hätte gedacht, dass so viel Geld in einen Tunnel fließen kann?

Doch der Bau bringt nicht nur Baustellen und Umleitungen mit sich, sondern auch ein Containerdorf für 600 Arbeiter in Großenbrode. Weitere Unterkünfte sind in Lensahn und Sierksdorf geplant. Bürgermeister Jörg Weber fordert schnellere Lösungen für Wohnraum, denn die Unterbringung der Arbeiter setzt den Wohnungsmarkt auf Fehmarn und im Umland unter Druck. Und während wir hier über den Tunnel sprechen, gibt es auch Bedenken von Umweltschutzverbänden bezüglich der Auswirkungen auf die Meeresumwelt. Die Risiken für lokale Ökosysteme, wie die von Schweinswalen und Seegraswiesen, sind nicht zu vernachlässigen.

Verzögerungen und Unsicherheiten

Erst kürzlich, am 23. Juli 2025, informierte die Deutsche Bahn AG das Bundesverkehrsministerium über Verzögerungen bei der Hinterlandanbindung, die über 2029 hinausgehen könnten. Das Eisenbahn-Bundesamt bestätigt ähnliche Probleme für die Fehmarnsundquerung. Schwierigkeiten beim Abschluss von Planungen und der Baurechtserlangung sind die Hauptgründe dafür. Die eingeleiteten Beschleunigungsmaßnahmen scheinen die Verzögerungen nicht vollständig kompensieren zu können. Komischerweise hat die dänische Projektgesellschaft Femern A/S in ihrem Geschäftsbericht 2024 ernste Terminrisiken auf dänischer Seite angesprochen. Es bleibt also abzuwarten, wie sich die Lage entwickeln wird.

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Das Ziel bleibt jedoch klar: Eine schnellstmögliche Umsetzung dieser wichtigen Verbindung für beide Länder. Dabei wird das Projekt von der EU als vorrangig eingestuft und erhält signifikante Mittel, um die wirtschaftliche Integration und die Stärkung des transeuropäischen Verkehrsnetzes voranzutreiben. Ursprünglich sollte die Eröffnung bereits 2029 erfolgen, aber wie es aussieht, könnten wir uns noch etwas gedulden müssen.

Die öffentliche Debatte über die Vor- und Nachteile des Fehmarnbelt-Tunnels wird sicherlich auch nach seiner Eröffnung weitergehen. Ist dieser Tunnel tatsächlich der große Wurf für die Anbindung Skandinaviens an Mitteleuropa? Oder wird er eher zum Störfaktor für die lokale Bevölkerung? Die letzten Jahre haben uns gelehrt, dass bei großen Bauprojekten immer auch Rückschläge und Herausforderungen auf uns warten.

Eines ist klar: Die Insel Fehmarn steht an einem Wendepunkt, und während die Bauarbeiten voranschreiten, wird sich zeigen, ob dieser Tunnel ein Segen oder ein Fluch für die Region ist.