Heute ist der 10.06.2026 und die Vorfreude auf die Fußball-WM in den USA, Kanada und Mexiko ist überall spürbar. Doch so richtig ausgelassen ist die Stimmung nicht – die hohen Ticketpreise und die wenig transparente Vergabe werfen einen Schatten auf das große Event. Gianni Infantino, der Präsident der FIFA, hat sich in einem Pressezelt neben dem legendären Aztekenstadion zu Wort gemeldet. Seine Aussagen sorgten für gemischte Reaktionen.
Der FIFA-Boss verteidigt die Ticketpreise vehement. „Die Preise sind nicht willkürlich festgelegt“, erklärt er. Der Einstiegspreis für WM-Karten sei mit 60 Dollar der niedrigste im Vergleich zu anderen Topsportarten in den USA. Dennoch gibt es einen Schnitt von 500 Dollar pro Ticket, was viele Fußballfans zum Schaudern bringt. Vor dem Verkauf von insgesamt 6,5 Millionen Tickets seien rechtliche Absprachen getroffen worden, versichert Infantino. Er hebt hervor, dass jeder Dollar, der generiert wird, zurück in den Fußball fließt – auch in Projekte wie die Unterstützung im Südsudan.
Ermittlungen und Kritik
Die entspannte Haltung von Infantino steht im Kontrast zu den aktuellen Entwicklungen. Der Generalstaatsanwalt von Kalifornien hat ein Schreiben an die FIFA geschickt, um mögliche Verstöße gegen das kalifornische Verbraucherschutzrecht zu prüfen. In New Jersey und New York ermitteln die Generalstaatsanwältinnen gegen die FIFA wegen „unmöglich hoher Preise“. Jennifer Davenport aus New Jersey spricht von einem „Labyrinth aus Verwirrung, künstlicher Verknappung und unmöglich hohen Preisen“. Das klingt nicht gerade nach einem fairen Ticketverkauf!
Und das ist noch nicht alles. Die Preise für die günstigsten Vorrundentickets sind von anfänglichen 300 bis 600 US-Dollar in die Höhe geschossen und liegen mittlerweile über 1.000 US-Dollar. Fußballfans sind verständlicherweise frustriert. Die Fan-Organisation Football Supporters Europe (FSE) hat bereits von „Wucher“-Preisen gesprochen. Ein neuer Ansatz der dynamischen Preisgestaltung sorgt zudem für Unmut. Fans wurden in weniger attraktive Kategorien verschoben, was zu weiteren Unklarheiten führte – die FIFA betont, dass die Kategorienpläne nur eine Orientierungshilfe seien.
Abenteuer Ticketvergabe
Die Ticketvergabe selbst scheint ein Abenteuer zu sein. Die Generalstaatsanwältin Letitia James aus New York fordert, dass Fans Vertrauen in den Ticketkauf haben sollten. „Die WM sollte keine Einladung zur Ausbeutung der Einwohner sein“, betont sie. Die Verwirrung über die Vergabepraxis ist greifbar und sorgt für ein angespanntes Klima. Es ist kaum zu fassen, dass Tickets für Gruppenspiele zwischen Haiti und Schottland oder Ghana und Panama für 330 oder 440 Euro angeboten wurden – und jetzt über den Zweitmarkt teilweise für horrende Preise verkauft werden!
Die Fußball-WM findet vom 11. Juni bis 19. Juli 2026 statt. Ob die anfängliche Euphorie über das Turnier in den kommenden Wochen zurückkehrt oder ob die Ticketpreise weiterhin die Herzen der Fans schwer machen, bleibt abzuwarten. Fest steht jedoch, dass der Fußball in den kommenden Wochen im Mittelpunkt stehen wird – und die Fans dabei hoffentlich nicht auf der Strecke bleiben.